Traumtor leitet Derbysieg für Leverkusen ein
"Stoßt ihr derzeit an Grenzen, Herr Rolfes?"
Bayer Leverkusen bleibt nach der jüngsten Mini-Krise in der Bundesliga auf Kurs. Ausgerechnet der zuletzt umstrittene Aleix García trifft sehenswert.
Auch dank eines Geniestreichs von Streitfigur Aleix García hat Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen seine drohende Krise abgewendet. Nach wettbewerbsübergreifend drei Niederlagen aus den jüngsten vier Partien befreite sich die Werkself mit einem 2:1 (1:0) im Derby beim 1. FC Köln und geht als Tabellenfünfter in die Länderspielpause.
Garcia, der extern wie intern in die Kritik geraten war, traf traumhaft mit einem direkten Freistoß aus 20 Metern (7.). Patrik Schick erhöhte (86.), ehe Said El Mala die Partie noch einmal spannend machte (90.+2). Leverkusen bleibt damit im Rennen um die Champions-League-Plätze voll auf Kurs.
Bundesliga: Werkself gewinnt Derby in Köln
Rheinrivale Köln kassierte derweil die erste Heimpleite. Das Team von Trainer René Wagner kann sich weiterhin nicht entscheidend aus dem Sog der Abstiegsplätze befreien, dabei lief es bei Rheinnachbar Leverkusen in den vergangenen Wochen auch nicht allzu rund.
Nach dem erschreckend schwachen 0:1 in der Europa League gegen Olympique Marseille war Bayer unter Druck. Ex-Kapitän Robert Andrich äußerte „Sorgen“ – und er hinterfragte die „Einstellung“ des bei Trainer Carles Martinez unumstrittenen García öffentlich. Ausgerechnet jener García leitete mit seinem Tor den Derbysieg ein. „Nach der Niederlage zu Hause, war es heute das Wichtigste, als Gruppe aufzutreten“, beschrieb Martinez nun nach Spielende bei DAZN. „Und das haben wir geschafft.“
Das Duell bot einen packenden Auftakt mit Chancen auf beiden Seiten, hart geführten Zweikämpfen und: der frühen Wiedergutmachung von Garcia. Den Freistoß hob er aus zentraler Position über die FC-Mauer und links oben ins Eck. „Den macht er gut, das muss dann leider auch anerkennen“, sagte FC-Keeper Marvin Schwäbe. Auf der anderen Seite verpasste die FC-Offensive die direkte Antwort. Verteidiger Sebastian Sebulonsen schloss nach einem Konter zu mittig ab, Bayer-Schlussmann Mark Flekken parierte (10.).
El-Mala schimpft: „Das hat nichts mit Fußball zu tun“
Danach nahm die Offensivlust ab, auf Betriebstemperatur kam die Partie erst wieder nach der Pause. Nachdem Mikey Moore zu Fall gekommen war, forderte Köln einen Foulelfmeter und wollte den Ball mit Rücksicht auf den verletzten Spieler ins Aus spielen. Leverkusen attackierte aber und stibitzte den Ball. Wütende Zweikämpfe, eine hitzige Atmosphäre und eine Rudelbildung waren die Folge (50.). Schiedsrichter Zwayer versuchte die Partie mit Gelben Karten zu beruhigen, Strafstoß gab es nicht.
Said El-Mala machte seinem Ärger über das Verhalten der Leverkusener nach Abpfiff Luft: „Wir sind den richtig auf den Sack gegangen, die hatten da gar keine Lust drauf. Das hat man gemerkt. Bei jedem Foul, wie oft die sich gedreht haben. Das hat nichts mit Fußball zu tun meiner Meinung nach. Das ist schon ein bisschen lächerlich“, schimpfte er.
Köln rannte nach dem Rückstand immer mutiger an, Leverkusen lauerte auf Konter. Schick (59.) und Maza (62.) verpassten die Vorentscheidung. In der Schlussphase wurde Schick ein Treffer wegen Handspiels im Vorfeld aberkannt (82.), dann ließ er Joel Schmid ins Leere rutschen und vollendete eiskalt. Der Anschluss von El Mala kam zu spät. Dennoch besonders: Den Assist verbuchte Saids Bruder Malek, der am vergangenen Wochenende seinen ersten Bundesligatreffer erzielt hatte.