Eberl: „In Deutschland gibt es immer einen – Didi ist leider oft dabei“
Kane? "Wurde ja damals von einigen Experten gesagt…“
Harry Kane hält dem FC Bayern die Treue. Für Dietmar Hamann ist die Verlängerung nicht ohne Risiko. Bayern-Sportvorstand Max Eberl reagiert mit deutlichen Worten.
Dietmar Hamann hat sich zum wiederholten Male zum neuen Vertrag für Harry Kane beim FC Bayern geäußert. Während er diesen grundsätzlich positiv sieht, weist er zugleich darauf hin, dass Verträge in dieser Größenordnung immer auch mit einem Unsicherheitsfaktor verbunden sind.
„Er hatte kaum Verletzungen, seit er hierhergekommen ist. Und natürlich hoffen wir, dass es so bleibt. Aber wenn du dich mal verletzt, dauert es länger zurückzukommen. Wenn du einen Vertrag unterschreibst, der dich bis fast 36 bringt, besteht – egal, wer es ist – immer ein gewisses Risiko“, sagte der TV-Experte bei Sky.
Bayern-Sportvorstand Max Eberl wurde kurz vor dem Spiel in Mainz (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) auf Hamanns Kritik angesprochen: „Jeder hat das Recht, seine Meinung zu sagen. Wenn wir den Weltfußballer in der Bundesliga haben, der ausgezeichnet in Form ist, in der der Blüte seiner Karriere, dann ist es ein großes Zeichen für die Bundesliga“, sagte der 53-Jährige.
Dann folgte der deutliche Konter in Richtung Hamann: „Ich weiß, die Bayern-Fans haben sich alle sehr gefreut. Ich glaube, die deutschen Fans auch. Deswegen ist es leider so: In Deutschland gibt es immer einen, der in die Suppe spucken muss – und Didi ist leider oft dabei.“
„Gewisses Risiko“: Hamann über Kane-Verlängerung beim FC Bayern
Hamann hatte den FC Bayern allerdings auch dafür gelobt, dass Kanes Vertrag lediglich um zwei Jahre verlängert worden ist: „Man hat eine gute Lösung gefunden. Drei Jahre wären wahrscheinlich etwas zu viel gewesen.“
Dass Ballon-d’Or-Gewinner Kane für die Münchner künftig noch kostspieliger wird, sieht Hamann aufgrund dessen Alters jedoch mit einer Spur Skepsis: „Er ist teurer geworden für den FC Bayern. Es wird von 30 Millionen gesprochen. Dass ein gewisses Risiko in dem Alter besteht, ist ja ganz klar.“
Nach SPORT1-Informationen erhält Kane künftig ein jährliches Bruttogehalt von rund 25 Millionen Euro, das durch entsprechende Prämien noch deutlich anwachsen kann. Laut The Athletic ist der Engländer damit sogar der Spieler mit dem höchsten Grundgehalt in Europa.
Hamann hatte bereits nach Bekanntgabe von Kanes Vertragsverlängerung Bedenken geäußert: „Die Bayern konnten fast nicht anders, als zu verlängern. Er wollte bleiben und gewinnt nun den Ballon d’Or. Es wäre ein Zeichen gewesen, wenn er diese Auszeichnung gewinnt und sie ihn trotzdem hätten gehen lassen.“
Freund kontert Hamann: „Wurde immer viel spekuliert“
Vor Eberl reagierte bereits Bayerns Sportdirektor Christoph Freund bei der Pressekonferenz am Freitag auf Hamanns Kritik: „Schon bei seiner Verpflichtung wurde von einigen Experten hinterfragt, ob er das Geld wert und so gut ist. Nach einem Jahr wurde dann gefragt, ob er das Level halten kann. Es wurde immer so viel spekuliert und bislang hat er alles übertroffen, was auch von manch einem Experten vorhergesagt wurde.“
Damit spielte Freund auch auf Hamann an, der sich bereits vor Kanes Wechsel als einer der größten Skeptiker des Engländers in Stellung gebracht hatte. „Für die Bundesliga und die Bayern wäre es super, aber für das Geld würde ich es nicht machen“, stellte er damals klar: „Er hat nicht die Physis eines (Robert) Lewandowski, schnell war er noch nie, und ich hätte größte Bedenken, ob er in zwei oder drei Jahren die Tore schießt, die Lewandowski jetzt noch mit 34 schießt“, sagte Hamann seinerzeit.
Die Zahlen straften ihn anschließend Lügen. Seit seinem Wechsel von Tottenham Hotspur nach München im Sommer 2023 entwickelte sich Kane zum zentralen Leistungsträger der Bayern und erzielte in 161 Pflichtspielen unglaubliche 156 Tore.