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Bayern wundern sich über Scheich-Schlacht

Bayern wundern sich über Scheich-Schlacht

Paris gegen Manchester City ist für viele ein vorweggenommenes Finale. Sportpolitisch bleibt es ein äußerst fragwürdiges Duell. Auch die Bayern reiben sich verwundert die Augen.
Neymar (2.v.l.) und Kevin De Bruyne (3.v.l.) zählen zu den großen Stars im Duell PSG vs. City
Neymar (2.v.l.) und Kevin De Bruyne (3.v.l.) zählen zu den großen Stars im Duell PSG vs. City
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
am 28. Sept

Wenn der Wundersturm um Weltstar Lionel Messi in der „Scheich-Schlacht“ Trainer-Guru Pep Guardiola fordert, runzeln sie beim FC Bayern München ungläubig die Stirn. (Champions League: Paris Saint-Germain - Manchester City, Di. ab 21 Uhr im LIVETICKER)

„Ich reibe mir gelegentlich verwundert die Augen, wie das alles funktioniert“, sagte Coach Julian Nagelsmann über das Transfergebaren der internationalen Konkurrenz, die mit Kohle um sich wirft, als hätte es Corona nie gegeben.

Präsident Herbert Hainer raunte mit Blick auf die scheinbar ewig sprudelnden Geld-Quellen von Paris St. Germain: „Ich frage mich immer noch, wie das mit Financial Fair Play einhergeht.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

Eins müsse klar sein: „Wenn Regeln da sind, müssen sich schon alle daran halten. Wir tun das und erwarten das auch von anderen Klubs.“

PSG- und City-Besitzer pfeifen auf die Vorgaben

Doch die Besitzer von PSG und Manchester City, die sich am Dienstag in der Champions League gegenüberstehen, pfeifen auf die Vorgaben.

Javier Tebas, Chef der spanischen La Liga, schimpfte angesichts der Öl-Milliarden aus Katar bzw. Abu Dhabi von „Finanz-Doping“ und prophezeite: „Wenn das so weitergeht, wird der Fußball am Ende von 20 Scheichs in 20 verschiedenen Vereinen beherrscht.“

Sportlich ist das Duell der Finalisten der Jahre 2020 und 2021 ein Leckerbissen: Hier Messi, der seine Knieprobleme wohl rechtzeitig auskuriert hat, Neymar und Kylian Mbappe - dort Kevin De Bruyne oder Jack Grealish, der seit Sommer teuerste englische Kicker der Historie.


Auch, weil City für ihn 117,5 Millionen Euro an Aston Villa überwies, fehlte letztlich das nötige Kleingeld, um die einstigen Barca-Helden Messi und Guardiola wiederzuvereinen.

Kahn: PSG hat spannende Truppe zusammen

Und so hat nun vor allem PSG „eine spannende Truppe zusammen“, wie Oliver Kahn meinte - zumindest, „wenn man die Namen ansieht“.

Die Frage werde aber sein, betonte der Bayern-Boss, „ob das harmoniert“. Bislang muss man attestieren: geht so. Messi steht nach drei Pflichtspielen für Paris bei null Toren.

Der Auftakt in der Königsklasse bei Außenseiter Brügge verlief enttäuschend (1:1); City schoss Leipzig 6:3 ab. RB-Trainer Jesse Marsch klagte, die finanziellen Voraussetzungen seien „nicht fair“. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Seine Mathe-Kenntnisse seien „ganz okay“, aber „die Financial Fair-Play-Rechnung geht bei einigen Vereinen wirklich nicht auf“.

Christopher Nkunku ist aktuell der Shootingstar bei RB Leipzig. Sein Trainer Jesse Marsch schwärmt in den höchsten Tönen vom jungen Franzosen.
02:35
"Keine Schwäche!" Marsch schwärmt von RB-Star

Versuche der UEFA sind gescheitert

Das hat auch die UEFA längst erkannt. Ihre Versuche, PSG oder City mit dem Vehikel FFP auszubremsen, sind gescheitert. Die Lösung soll eine Luxussteuer sein, die beim Überschreiten einer Gehaltsobergrenze zu leisten wäre.

Doch weil die Scheichklubs mögliche Strafen aus der Portokasse zahlen könnten, dürfte sich das Machtgefüge im europäischen Fußball wohl sogar noch stärker in ihre Richtung verschieben.

PSG hat seit der Übernahme durch Katar 2011 stolze 1,4 Milliarden Euro für Spielertransfers ausgegeben, City kommt seit der Übernahme von Abu Dhabi 2008 sogar auf unfassbare 2,1 Milliarden.

Paris zahlt Rekordablöse für Neymar

Allein Neymar war dabei 2017 für die Rekordablöse von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona nach Paris gewechselt. Im Vergleich dazu war der Rekord-Transfer von Grealish für 117,50 Millionen Euro für City fast ein Schnäppchen.

Bei solchen Summen kann der FC Bayern nicht mithalten. Die Münchner investierten im Zeitraum seit der Übernahme von PSG und City durch die Scheichs 784 bzw. 877 Millionen Euro.

Doch die Bayern triumphierten zweimal in der Königsklasse. PSG und City hecheln dem Heiligen Gral weiter vergeblich hinterher.

Im Duell am Dienstag können die Teams beweisen, wer das Zeug hat, dies womöglich in Kürze zu ändern.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)