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Sané reagierte richtig

Sané reagierte richtig

Beim 4:0 des FC Bayern München in der Champions League gegen Benfica Lissabon ragt Leroy Sané einmal mehr heraus. Chefredakteur Pit Gottschalk über den Wandel des deutschen Nationalspielers.
Co-Trainer Dino Toppmöller spricht über die Leistung von Kingsely Coman sowohl während des Spiels als auch im Training davor.
Pit Gottschalk
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von Pit Gottschalk

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Beim Rumänien-Länderspiel kürzlich in Hamburg konnte jedermann sehr gut sehen, was Leroy Sané auszeichnet. An der Außenlinie, wo weder Gefahr lauerte noch eine Torchance zu vermuten war, jagte er mitten im Spiel seinem Gegenspieler durch energisches Nachsetzen Angst und Bange ein, eroberte den Ball und leitete den nächsten Angriff mit einem gezielten Pass ein (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League).

Das Publikum, nicht sonderlich verwöhnt vom Hamburger SV, applaudierte nicht nur - es feierte Sané für sein Defensiv-Verhalten.

Leroy Sané glänzt wieder

Man mag die Momentaufnahme für eine Petitesse halten (was sie in Wahrheit auch ist), und doch war dieser Augenblick ein besonderer. Sané hatte seine Lethargie abgestreift wie eine lästige Modejacke: eine Lethargie, die man ihm eine Saison lang vorgeworfen hatte, weil er nicht aktiv am Aufbau- und Abwehrspiel seines neuen Vereins Bayern München teilzunehmen schien. Das gellende Pfeifkonzert nur ein paar Wochen zuvor schien eine berechtigte Quittung für zu viele Fehlleistungen zu sein.

Inzwischen ist die Sachlage anders. Mittwoch beim 4:0 in Lissabon: Leroy Sané war an drei von vier Toren beteiligt, zwei erzielte er selbst, und es gab keinen Zweifel, dass er der beste Spieler auf dem Platz war. (Einzelkritik zum FC Bayern)

Co-Trainer Dino Toppmöller spricht über den Kontakt zu Cheftrainer Julian Nagelsmann während des Spiels und wie die Entscheidung über zur Auswechslung gefallen ist.
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Co-Trainer verrät: So verlief der Kontakt zu Nagelsmann während des Spiels

Er konnte es sich leisten, den einen Ball nicht selbst zu verwandeln, sondern Robert Lewandowski zum Torschuss vorzulegen. Die Selbstlosigkeit, auch in diesem Moment, steht ihm gut: In seinem Zuspiel auf Lewandowski steckte so viel Eleganz und Souveränität, wie man es selten erlebt. Man kann sagen: der neue Sané.

Nun wird sich noch herausstellen müssen, ob der Sinneswandel, der sich in dieser Spielweise äußert, erstens nur auf Anweisung von Trainer Nagelsmann erfolgte und zweitens andauert. Aber so viel darf man sagen: Die Pfiffe, die damals sein Wirken als Profifußballer infrage stellten, haben etwas in ihm ausgelöst und bewirkt. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Sané zeigt sich gereift

Einen Zufall, dass Pfeifkonzert und Leistungsanstieg zeitlich zusammenfielen, kann man ausschließen. Größer war ja die Sorge, dass alles schlimmer werden könnte. Sané reagierte richtig.

Übrigens nicht zum ersten Mal. Als er 2018 überraschend aus dem WM-Kader gestrichen wurde, hätte Sané auch beleidigt seinen Rücktritt erklären können. Oder hinterher, als die Weltmeisterschaft verkorkst war, schmutzige Wäsche waschen können. Das tat er so wenig, wie er jetzt ein Jammerlied über die Pfiffe angestimmt hat.

Ottmar Hitzfeld würde sagen: Er hat eine positive Reaktion gezeigt. Und so darf man heute, nicht erst seit dem 4:0 , als Bayern-Profi sagen: Es ist gut, so einen Typen in der Mannschaft zu haben.

Euer Pit Gottschalk

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