Am Mittwoch empfängt Red Bull Salzburg im Achtelfinale der UEFA Champions League den FC Bayern zum Kräftemessen. (ab 21.00 Uhr im LIVETICKER)
Champions League: FC Bayern muss auf RB-Talente Karim Adeyemi und den neuen Haaland Benjamin Sesko aufpassen
Auf diese Salzburger muss Bayern achten
Gegen den deutschen Rekordmeister sind die Salzburger, die zum ersten Mal in ihrer Klub-Geschichte in der K.o.-Runde stehen, zwar nur Außenseiter, unterschätzen sollte man das Team von Matthias Jaissle aber bestimmt nicht.
Die Mannschaft des deutschen Trainers ist trotz prominenter Abgänge - Patson Daka zu Leicester City, Enock Mwepu zu Brighton Hove & Albion, Mergim Berisha zu Fenerbahce Istanbul sowie Masaya Okugawa zu Arminia Bielefeld für knapp 70 Millionen Euro - ein ernstzunehmender Gegner für die Bayern.
Das liegt vor allem am reichhaltigen Talente-Pool des österreichischen Serienmeisters. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)
SPORT1 stellt die Salzburger vor, auf die der FC Bayern am meisten aufpassen sollte.
Karim Adeyemi / 20 Jahre / ST / 35 Millionen Euro Marktwert
Das Prunkstück des Jaissle-Teams ist die Offensiv-Abteilung, und das, obwohl Daka und Berisha ersetzt werden mussten, die gemeinsam in der Vorsaison auf 56 Tore und 26 Vorlagen kamen.
Zudem fällt seit einem Jahr Sturm-Talent Sekou Koita aufgrund einer Doping-Sperre sowie eines Kreuzbandrisses aus. Der Malier hatte bis dahin auch starke 17 Tore erzielt und elf weitere aufgelegt.
Hauptverantwortlicher ist niemand Geringeres als das deutsche Sturm-Juwel Karim Adeyemi: Der 20-Jährige hat einen großen Entwicklungssprung genommen und ist dank seiner starken Leistungen (18 Tore und vier Assists) auch Nationalspieler geworden. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)
Damit hat der gebürtige Münchner seine 20 Scorer-Punkte aus der Vorsaison in weniger Spielen bereits übertroffen. Kein Wunder, dass Borussia Dortmund, Bayern und englische Top-Klubs ein Auge auf Shooting Star Adeyemi geworfen haben.
Benjamin Sesko / 18 Jahre / ST / 8 Millionen Euro Marktwert
Der 1,94 Meter große Sturm-Hüne erinnert nicht nur aufgrund seiner Größe an den Ex-Salzburger Erling Haaland. Benjamin Sesko weiß genauso wie der BVB-Star, wo das Tor steht, und kommt in der laufenden Saison auf jeweils sieben Tore und Vorlagen.
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Und das mit 18 Jahren! Der Slowene ist nicht nur gleich groß wie Haaland, sondern auch extrem schnell. Zudem liegen Seskos Stärken ebenfalls im Dribbling und Abschluss.
Von den Haaland-Vergleichen hält er aber nicht viel: „Obwohl ich gleich groß bin, wir viele Gemeinsamkeiten haben, mag ich mich nicht gerne mit ihm vergleichen. Ich bin ein eigener Spieler - und dabei bleibt es auch“, erklärte Sesko in der Kronenzeitung.
Außerdem sei Haaland gar nicht sein Idol: „Das ist schon immer Zlatan Ibrahimovic“, so Sesko. Ibras Schuhe sind auch nicht gerade kleiner als die von Haaland, sprechen aber für das Selbstbewusstsein von Sesko.
Brenden Aaronson / 21 Jahre / OM / 12 Millionen Euro Marktwert
Was RB Salzburg die letzten Jahre, wie kaum einen zweiten Verein, auszeichnet, ist die Tatsache, dass der Klub trotz der Verkäufe seiner Leistungsträger meist schon in der Hinterhand die Nachfolger hat. So auch bei Brenden Aaronson.
Der US-Amerikaner wechselte im Januar 2021 von Philadelphia Union in die Alpenrepublik und ersetzte Dominik Szoboszlai, der für 22 Millionen zu RB Leipzig weiterzog.
Und der amerikanische Spielmacher enttäuschte nicht, vielmehr übertraf Aaronson die Erwartungen. In der Rückrunde kam er 25 Mal zum Einsatz und verbuchte starke zwölf Tor-Beteiligungen. Ohne jegliche Anlaufschwierigkeiten.
„Brenden ist eine Pressing-Maschine“, sagt Ernst Tanner, Philadelphias Sportdirektor, und hebt seine Stärken hervor: „Die Ballmitnahme ist immer nach vorne. Er marschiert generell immer nach vorne und wie er den Ball in die Löcher spielt, ist sehr gut. Dazu geht er inzwischen gut in die Box.“
Der frühere US-Nationalspieler Taylor Twellmann vergleicht den 21-Jährigen sogar mit Kai Havertz: „Ich sage nicht, dass er auf dem gleichen Niveau ist, aber es gibt Ähnlichkeiten in seinem Spiel.“ In der laufenden Spielzeit stehen auch schon wieder drei Tore und acht Assists auf seinem Konto.
Feine Technik, explosiver Antritt, enorme Endgeschwindigkeit, punktgenaue Pässe und eine erstaunliche Übersicht sind keine schlechten Attribute, doch eines muss Aaronson verbessern, wie Tanner betont: „Er muss für einen Offensivspieler mehr Tore machen.“
Luka Sucic / 19 Jahre / ZM / 13,5 Millionen Euro Marktwert
Der kroatische Nationalspieler kam 2015 nach Salzburg und durchlief alle Altersstufen der Red Bull Fußball-Akademie. Und das äußerst erfolgreich: Mit der U16 gewann Luka Sucic 2016/17 und 2017/18 den Meistertitel sowie 2018/19 mit der U18.
Zudem kam der Box-to-Box-Spieler in der UEFA Youth League-Team zehn Mal zum Einsatz (sechs Tore, zwei Assists). Wie so viele Salzburger Talente folgte bereits 2019 mit gerade einmal 16 Jahren der Zwischenschritt in der 2. Liga beim Farm-Team FC Liefering.
Nur ein Jahr später nach 17 Scorer-Punkten in 25 Einsätzen rückte der feine Techniker und Standard-Spezialist in die erste Mannschaft auf. Seitdem kam Sucic auf beeindruckende 66 Einsätze und 13 Tor-Beteiligungen. Dabei ist er gerade mal 19 Jahre alt.
Der 1,85 Meter große Mittelfeldspieler überzeugt trotz seines jungen Alters mit Übersicht und Ruhe am Ball. Seine elegante Spielweise und sein starker linker Fuß erinnern an Arjen Robben.
Kein Wunder, dass Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund „überzeugt ist, dass Luka in den kommenden Monaten und Jahren eine ganz wichtige Rolle bei uns einnehmen wird“ - und band Sucic vorzeitig bis 2025 an RB.
Mohamed Camara / 22 Jahre / DM / 23 Millionen Euro Marktwert
Der 22-Jährige ist nach Amadou Haidara (RB Leipzig) und Diadie Samassékou (TSG Hoffenheim) bereits der dritte zentrale Mittelfeldspieler aus Mali, der in Salzburg für Furore sorgt.
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Dabei spielte der Malier in der Jugend noch in der Innenverteidigung, half dann aber aufgrund zahlreicher Verletzungen in der Zentrale aus und gab diese Position nach einer überzeugenden Performance nicht mehr her.
Als Mittelfeld-Abräumer besticht Camara mit Zweikampfstärke, gut getimten Tacklings und intelligentem Spiel gegen den Ball. „Die Leute nennen mich auch oft N‘Golo Kanté, denn wir haben dieselbe Spielweise“, verriet er in einem Interview mit SPOX und Goal.
Und weiter: „Er ist ein Spieler mit drei Lungen, die habe ich auch. Kurz gesagt: Er ist mein Idol.“ Offensiv ist Camara aber auch nicht zu verachten, denn der Malier ist technisch beschlagen, beidfüßig und hat eine gute Spieleröffnung. Den berüchtigten letzten Pass hat Camara auch in seinem Repertoire.
Während er neben dem Platz eher ein ruhiger Mensch ist, gibt Camara dagegen auf dem Rasen den Ton an: „Auf dem Platz würde ich mich als mutig beschreiben. Ich bin dafür verantwortlich, das Team zu führen, also muss ich auch meine Mitspieler anfeuern - und ich will nicht verlieren.“
Camara ist Salzburgs Mentalitätsmonster und verlängerter Arm von RB-Coach Jaissle. Deshalb ließen sie ihn im Winter trotz eines lukrativen Angebots auch nicht zu Atletico Madrid ziehen.
Rasmus Kristensen / 24 Jahre / RV / 13 Millionen Euro Marktwert
Julian Nagelsmann fahndet immer noch nach einem rechten Schienenspieler als Pendant zu Alphonso Davies. Gegen Salzburg sollte der Bayern-Coach mal Rasmus Kristensen genauer unter die Lupe nehmen, vor allem aber seine Kreise einschränken.
Denn in der laufenden Saison überragt der Däne mit neun Toren und sieben Assists - und das als Rechtsverteidiger! Nur die Stürmer Adeyemi (18) und Noah Okafor (11) trafen für RB häufiger als Kristensen.
Der 24-Jährige rennt die rechte Außenbahn hoch und runter, macht hinten dicht und sorgt vorne mit seinen Flanken sowie seinen Torabschlüssen für viel Gefahr. Ein Spieler nach Nagelsmanns Geschmack.
Unter RB-Coach Jaissle hat der dänische Nationalspieler einen großen Leistungssprung gemacht, denn an Selbstbewusstsein und Robustheit fehlte es Rasmussen noch nie. Vielmehr ist er nun beständiger und ruhiger, und setzt seine Schnelligkeit nun auch offensiv viel konstanter um.
Auf die offensive Ausrichtung der Salzburger Außenverteidiger wird der FCB aufpassen müssen, damit es mit dem Einzug ins Viertelfinale klappt.