Carlo Ancelotti wird keine Sekunde überlegen, ob er an diesem Mittwoch beim Champions-League-Heimspiel gegen RB Leipzig Aurélien Tchouaméni von Beginn an bringen wird (Champions League: Real Madrid - RB Leipzig am Mi. Ab 21 Uhr im LIVETICKER).
Auf Anhieb Real-Star: Tchouaméni profitierte auch von Ex-Dortmunder und Trainer Kovac
Reals Phänomen
Nach wenigen Wochen gilt der zehnmalige französische Nationalspieler im Mittelfeld der Königlichen bereits als gesetzt und das, obwohl er vor acht Tagen erst sein allererstes Champions-League-Spiel (3:0 bei Celtic Glasgow) bestritt.
„Aurélien ist für sein junges Alter bereits unheimlich reif und abgeklärt“, sagt der ehemalige französische Nationalspieler Robert Pirès gegenüber SPORT1: „Er ist sehr zweikampfstark, diszipliniert gegen den Ball und physisch beeindruckend. Er hat eine großartige Zukunft vor sich.“
Ex-Dortmunder Paulo Sousa hat Tchouaméni gefördert
Vor seinem ersten Aufeinandertreffen mit einem Bundesliga-Team in seiner noch jungen Laufbahn wird Tchouaméni gegen RB Leipzig bestimmt an einen Trainer denken, der früher mal als Spieler in Deutschlands Elite für Furore sorgte. Denn einem ehemaligen Bundesliga-Star hat der 22-Jährige seine rasante Entwicklung zu verdanken: Paulo Sousa.
In der Saison 2019/20 war der Portugiese Cheftrainer von Girondins Bordeaux, als Tchouaméni sein Debüt bei den Profis gab. Sousa schenkte ihm sofort sein volles Vertrauen und merkte sehr schnell, dass Tchouaméni ein echtes Fußball-Juwel ist.
In seinem bevorzugten 3-4-3-System spielte der junge Franzose eine Schlüsselrolle. „Dieser Coach hat sicherlich eine wichtige Rolle in meiner Entwicklung gespielt“, sagt er rückblickend: „Ich war damals noch sehr jung, er hat mich stets unterstützt und mir sein Vertrauen geschenkt. Er hat extrem viel gefordert, er war detailbesessen, und er verlangte viel Disziplin und maximale Konzentration. Noch heute profitiere ich von seinen damaligen Tipps.“
Tchouaménis Durchbruch unter Kovac in Monaco
Im Januar 2020 wechselte Tchouaméni für stolze 18 Millionen Euro von Bordeaux zur AS Monaco. Im Fürstentum wurde er schnell der Lieblingsspieler von Niko Kovac, der wie Sousa sofort sein Riesen-Potenzial sah.
Auch unter dem heutigen Wolfsburg-Trainer konnte der in der Normandie geborene Spieler reifen.
„Bisher war Kovac der beste Coach, den ich hatte. Als ich nach Monaco kam, war ich ein Kind, nach ein paar Monaten unter seiner Leitung war ich ein Mann. Sein Fleiß und seine Akribie in der täglichen Arbeit haben mich wahnsinnig weitergebracht.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)
In der spanischen Hauptstadt wird Tchouaméni nun den nächsten Schritt gehen. Für 80 Millionen Euro verließ er Monaco, nachdem auch der FC Liverpool mit aller Macht versucht hatte, ihn an die Anfield Road zu lotsen.
Tchouaméni gibt Liverpool und PSG einen Korb
Auch Paris Saint Germain lockte mit einem deutlich üppigeren Gehalt, verglichen mit dem, das er es jetzt bei Real verdient. Sogar Kylian Mbappé ergriff sein Handy und versuchte seinen Nationalmannschaftskollegen zu überzeugen. Vergeblich.
Dass sich Tchouaméni so schnell in Spanien integrieren konnte, war auch ein wichtiger Grund, warum die Real-Verantwortlichen plötzlich Casemiro zu Manchester United ziehen ließen.
Auch in der französischen Nationalmannschaft sorgt er mittlerweile für eine gewisse Euphorie, aber auch für Erleichterung. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)
Die dauerhaften Verletzungen der Weltmeister von 2018, N´Golo Kanté und Paul Pogba sorgen dafür, dass Nationaltrainer Didier Deschamps bei der Weltmeisterschaft in Katar mit großer Wahrscheinlichkeit Tchouaméni von Beginn an bringen wird. Genauso wie Ancelotti, wenn es gegen RB Leipzig geht.