Horst Hrubesch platzte fast vor Selbstbewusstsein. Der Kapitän des Hamburger SV kannte in der legendären „Nacht von Athen“ am 25. Mai 1983 – heute vor 43 Jahren – keine Zweifel.
Als Magath den HSV auf Europas Olymp schoss
Hamburgs Sternstunde
„Wo muss ich denn gleich den Pokal abholen?“, fragte der Europameister von 1980 schon während des Warmmachens und lief kurzerhand rauf zur Ehrentribüne des Olympiastadions – vor rund 40.000 Fans von Juventus Turin.
„Die waren richtig begeistert, als ich die Treppe hoch bin – in meinem HSV-Trainingsanzug“, erzählt Hrubesch mit einem Schmunzeln.
HSV siegt „gegen eine Übermannschaft“
Insgesamt 73.500 Zuschauer fiebern auf den Rängen dem Finale des Europapokals der Landesmeister entgegen. Der Deutsche Meister von Ernst Happel mit Felix Magath, Manfred „Manni“ Kaltz, Uli Stein, Hrubesch und all den anderen Klubikonen fordert als klarer Außenseiter das Starensemble von Giovanni Trapattoni heraus.
Dino Zoff, Paolo Rossi, Michel Platini – ein Name ist bei den Italienern größer als der andere. „Man hatte sich darauf vorbereitet, gegen eine Übermannschaft zu spielen“, erinnerte sich Magath.
Mit einem 1:0-Sieg durch den frühen Treffer von Magath erleben die „Rothosen“ aber ihre Sternstunde – es ist bis heute der größte Triumph in der ruhmreichen Klubhistorie. 1980 noch hatten die Hamburger das Europacup-Finale gegen Nottingham Forest verloren.
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Hrubesch: „Macht keinen Sinn, das Endspiel zu verlieren“
1983 war der HSV dran. Endlich. „Das ist ein Weg über zwei Jahre. Und wenn du so einen langen Weg gehst, macht es keinen Sinn, das Endspiel zu verlieren“, sagte Hrubesch.
Magath, Kaltz und Bernd „Fummel“ Wehmeyer begaben sich vor zwei Jahren noch einmal mit dem NDR auf Spurensuche in die griechische Hauptstadt. Ins Spielerhotel, an die Akropolis, ins Stadion.
Torschütze Magath: „Konnte er nicht halten“
„Guck, konnte er nicht halten“, sagte Magath in einer NDR-Dokumentation, als ihm in einer Taverne noch einmal das wichtigste Tor seiner Karriere gezeigt wird. Ein fulminanter Linksschuss von der Strafraumkante in den Winkel.
Eine Szene, die HSV-Fans noch heute bewegt und plötzlich wieder allgegenwärtig ist. Zum runden Jubiläum vor drei Jahren nutzte der damals in der Zweitklassigkeit spielende Verein jede Gelegenheit, seine großen Helden hochleben zu lassen.
Von der Champions League redet aktuell beim HSV, der seit 2025 wieder erstklassig ist, niemand mehr. Aber die Erinnerungen an die glorreichen Momente von 1983 bleiben.