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DFB-Pokal: Waldalgesheim - Leverkusen

Dorfklub auf der Jagd nach Völlers Sakko

Der Dorfklub Alemannia Waldalgesheim fiebert dem DFB-Pokalspiel gegen den großen Favoriten Bayer Leverkusen entgegen.
Trainer Andre Weingärtner (3.v.l.) macht seine Spieler heiß auf Leverkusen
Trainer Andre Weingärtner (3.v.l.) macht seine Spieler heiß auf Leverkusen
© Getty Images
Der Dorfklub Alemannia Waldalgesheim fiebert dem DFB-Pokalspiel gegen den großen Favoriten Bayer Leverkusen entgegen.

Kapitän Marcel Fennel hat eigentlich nur ein Ziel.

"Ich hätte gerne das Trikot von Rudi Völler", sagte der Abwehrchef von Alemannia Waldalgesheim vor dem "Spiel der Spiele" des Dorfklubs gegen Bayer Leverkusen.

Mit einem Augenzwinkern fügte Fenner hinzu: "Ich wäre aber auch mit dem Sakko einverstanden."

Fenner ist sich darüber im Klaren, dass der Sechstligist aus dem Landkreis Mainz-Bingen in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am Freitag (ab 18.30 Uhr im LIVE-TICKER) gegen den Champions-League-Qualifikanten wohl nur Souvenirs ergattern wird.

"Träumen darf man, aber realistisch ist ein Sieg nicht", äußerte der Innenverteidiger und bekennende Fan des FC St. Pauli: "Da müssten schon alle Feiertage der nächsten 50 Jahre zusammenfallen."

Ein paar Feiertage sind in der 4019 Einwohner zählenden Gemeinde, die zum Unesco-Weltkulturerbe Mittelrhein gehört, schon Ende der vergangenen Saison zusammengefallen.

Der Sieg des damaligen Oberligisten im Südwest-Pokalfinale gegen den Regionalligisten SV Zweibrücken galt bereits als Sensation.

Nur Zehn Tage später wurde die Alemannia aber wieder vom Alltag eingeholt: Der direkte Wiederabstieg von der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in die Verbandsliga war besiegelt.

"Da herrschte schon Gefühlschoas bei uns", sagte Fenner, der mit seinen Teamkollegen mit sechs Punkten aus zwei Spielen immerhin einen perfekten Start in die neue Saison geschafft hat.

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Ein achtbarer Auftritt am Freitag vor den erwarteten 10.000 Zuschauern im 42 Kilometer entfernten Mainzer Bruchwegstadion soll der Mannschaft zusätzlichen Rückenwind verleihen.

"Das wird für die meisten von uns etwas Einmaliges bleiben, wir werden so etwas nicht noch einmal erleben", erklärte Fenner, dessen Klub seine Gegner normalerweise am Sportplatz an der Waldstraße empfängt: "Wir erhoffen uns da schon einen Schub für die Runde."

Die vier Sportstudenten im Team haben für einen Beitrag des SWR jedenfalls schon mal den Torjubel am Bruchweg geübt - kurz nachdem die Spieler bei der Auslosung laut Fenner "gut gefeiert" hatten.

"Leverkusen ist schon ein Traumlos für uns. Wir würden lügen, wenn wir sagen würden, dass wir die Vorfreude nicht genießen", sagte Trainer Andre Weingärtner.

Und er fügte hinzu: "Wir haben einen Plan für das Spiel im Kopf. Unser Ziel ist es, ein gutes Spiel zu machen. Das kann man aber nicht an einem Ergebnis festmachen. Wir wollen nach dem Spiel sagen können, dass wir alles getan haben."

Klubchef Reinhard Schenk geht fest davon aus, dass die Mannschaft dieses Vorhaben umsetzen kann.

"Das ganze Dorf wird hinter uns stehen. Wir werden den Platz erhobenen Hauptes verlassen", sagte der Vorsitzende, der die sichere Einnahme in Höhe von 140.000 Euro bereits verplant hat: "Wir wollen damit neue Umkleideräume und ein neues Bistro bauen."

Damit aus den 140.000 Euro keine 268.000 Euro (Garantiesumme für die 2. Runde) werden, hat der Bayer-Sportchef bereits mahnend den Zeigegfinger gehoben.

"Wir werden das Ding angehen wie ein ganz normales Bundesligaspiel. Alles andere wäre unangebracht und respektlos", sagte Völler - der nicht mehr als sein Sakko in Mainz verlieren möchte.

Dabei muss Leverkusen möglicherweise ohne Neuzugang Kyriakos Papadopoulos auskommen. Der Einsatz des griechischen Innenverteidigers, der auf Leihbasis von Schalke 04 verpflichtet wurde, sei wegen Knieproblemen fraglich, sagte Trainer Roger Schmidt, für den es das erste Pflichtspiel als neuer Bayer-Trainer ist.

Sicher fehlen wird noch Nationalspieler Lars Bender, der wegen seiner Muskel-Sehnen-Verletzung im oberen Bizeps-Anteils des rechten Oberschenkels auch die Teilnahme an der WM verpasst hatte.