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Effenberg warnt vor Bayern-Rache

Effenberg warnt vor Bayern-Rache

Stefan Effenberg ist fassungslos nach dem Bayern-Debakel im DFB-Pokal. Für die Münchner Konkurrenz hat er keine guten Nachrichten.
Der FC Bayern kassiert im Pokal bei Borussia Mönchengladbach eine historische Klatsche. Nagelsmann schaut aus dem Home office zu, Upamecano steht komplett neben sich. Alle Tore und Highlights im Video.
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von SPORT1

Auch der ehemalige Bayern-Kapitän Stefan Effenberg traute vor dem Fernseher seinen Augen kaum. „Ich hatte erwartet, dass es eng wird. Mit dieser Demontage hat allerdings wirklich niemand gerechnet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen muss, aber der FC Bayern ist aus dem Stadion geschossen worden“, schrieb der SPORT1-Experte in seiner Kolumne für t-online.de. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals)

„Bei Gladbach hat von der ersten bis zu letzten Sekunde alles gepasst. Die Tore fielen jeweils zum perfekten Zeitpunkt und die Mannschaft hat sich in einen Rausch gespielt. Bei Bayern dagegen passte von der ersten bis zur letzten Sekunde gar nichts. So viele Totalausfälle habe ich bei Bayern noch nie gesehen.“

Effenberg: Nagelsmann hätte Debakel nicht verhindern können

Auch Julian Nagelsmann, der wegen einer Corona-Infektion weiterhin nicht bei der Mannschaft sein darf, hätte die Blamage nicht verhindern können, glaubt der Ex-Nationalspieler. (NEWS: Alle aktuellen Infos zum DFB-Pokal)

„Was hätte er tun sollen? Ein taktischer Kniff wie die Einwechslung von Serge Gnabry beim 4:0 gegen Benfica Lissabon wäre verpufft“, meint Effenberg, der auch die Aufregung rund um den Prozess gegen Lucas Hernández und den Impfstatus von Joshua Kimmich nicht als Argument gelten lässt.

„Egal, was neben dem Platz passiert oder in der Diskussion ist: Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Du Dich als Spieler in den 90 Minuten voll auf Fußball konzentrierst“, ist sich Effenberg sicher.

„Meine Erklärung sieht so aus: Es gibt Tage, an denen Du als Spieler und Mannschaft einfach ratlos bist. Du hast einen klaren Plan, taktische Vorgaben - und Du weißt, was da auf dich zukommt. Aber du hast einfach in dem Moment keine Antworten. Das kommt vielleicht alle zehn Jahre vor - und ist auch mir in meiner aktiven Karriere passiert.“

Der 53-Jährige erinnert sich ein 0:3 gegen Olympique Lyon 2001 in der Champions League, die in der legendären Bankettrede („Das ist Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft, Altherrenfußball, eine andere Sportart“) des damaligen Bayern-Präsidenten Franz Beckenbauer mündete.

Am Ende der Saison gewannen die Münchner die Königsklasse. „Manchmal braucht es sogar so ein Spiel, um die Augen zu öffnen“, meint Effenberg daher. „Damals haben wir am Ende die wichtigste Trophäe im Vereinsfußball geholt. Und genau das muss jetzt auch passieren. Der FC Bayern muss neben der Meisterschaft die Champions League gewinnen, damit diese Saison als erfolgreich bewertet werden kann.“

Am 6. März 2001 verloren die Bayern mit 0:3 in der Champions League gegen Lyon. Beim Bankett gab es eine Standpauke des Präsidenten, die die Mannschaft zu drei Titeln motivierte.
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"Altherrenfußball!" Beckenbauers legendäre Bayern-Wutrede

Die Antwort des FC Bayern wird heftig und gnadenlos sein

Dass das Team von Trainer Nagelsmann trotz der heftigen Pleite dazu in der Lage ist, davon ist Effenberg überzeugt. Er hat keine guten Nachrichten für die Konkurrenz.

„Beim FC Bayern rappelt es auch intern nach so einem Spiel. Und dann muss die Mannschaft dieses Spiel sofort abhaken und eine Antwort haben. Und ich bin mir sicher, dass sie die geben wird. Die Antwort des FC Bayern wird schnell kommen und sie wird heftig und gnadenlos sein.“

„Bei anderen Vereinen muss man sich nach so einem Spiel Sorgen machen - beispielsweise nach dem Dortmunder 0:4 gegen Ajax Amsterdam um den BVB oder nach dem 3:6 von Leipzig gegen Manchester City um RB“, betont Effenberg: „Bei Bayern dagegen sollte die Konkurrenz vor allem Angst haben vor der Rache und dem Zorn.“

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