Bayer Leverkusen hat den Halbfinal-Hattrick im DFB-Pokal perfekt gemacht und seine wohl einzig realistische Titelchance gewahrt. Der Cupsieger von 2024 gewann das Bundesliga-Duell mit dem FC St. Pauli 3:0 (1:0) und erreichte trotz eines lange dürftigen Auftritts zum dritten Mal in Folge die Runde der besten vier Klubs.
Bayers Pokaltraum lebt: Kleine Kampfansage an den FC Bayern
Kleine Kampfansage an den FC Bayern
Martin Terrier (32.), Patrik Schick (63.) und der eingewechselte Jonas Hofmann (90.+2) trafen für die Werkself in einem Viertelfinale, dem der Vizemeister nur selten seinen Stempel aufdrückte. St. Pauli leistete starke Gegenwehr, blieb offensiv aber erneut zu ungefährlich und muss weiter auf die zweite Halbfinal-Teilnahme der Klubgeschichte nach 2006 warten.
Hofmann über mögliches Duell mit FC Bayern: „Du musst die Besten schlagen“
Im Anschluss verdeutlichte der Siegtorschütze die Titelambitionen des Klubs und erklärte, dass die Werkself auch vor einem möglichen Halbfinal-Duell mit dem FC Bayern nicht zurückschrecken werde. „Du musst die Besten schlagen, wenn du Titel holen willst, deswegen würden wir es unter Umständen natürlich auch mit Bayern aufnehmen“, meinte Hofmann im ZDF.
Zunächst werde man jedoch die Partie der Münchner und die anschließende Auslosung in der nächsten Woche abwarten. „Dann gehen wir das Halbfinale an, aber die Fans haben die Marschroute klar vorgegeben, dass wir nach Berlin wollen“, sagte Hofmann.
Moderator Boris Büchler legte Hofmanns Aussagen als „kleine Kampfansage an Bayern München“ aus. Eine Auffassung, die Hofmann knapp und lachend mit „Jo“ beantwortete.
Bayer-Star Robert Andrich stellte im ZDF nach dem Abpfiff dennoch selbstbewusst heraus: „Ich glaube, St. Pauli hatte heute nicht die Qualität, uns gefährlich zu werden. Obwohl wir echt kein gutes Spiel gemacht haben. Aber im Pokal ist mir das ziemlich egal. Jetzt haben wir noch ein Spiel zu gehen, dann sind wir wieder in Berlin.“
Kurioser Schick-Fehlschuss
Welche Bedeutung der Pokal für Leverkusen besitzt, stellte der Trainer klar. Seine Kinder fragten immer: „Was hast du gewonnen? Es ist wichtig, etwas zu gewinnen - und hier gibt es eine Möglichkeit“, sagte Bayer-Coach Kasper Hjulmand, der Weltmeister Exequiel Palacios erstmals nach langer Verletzungspause von Beginn an aufs Feld schickte.
Dass Schick die erste Riesenchance leichtfertig vergab, dürfte dem ambitionierten Hjulmand nicht gefallen haben. St. Paulis Ben Voll, der Stammtorhüter Nikola Vasilj ersetzte, hatte sich einen fatalen Fehlpass im eigenen Strafraum geleistet, doch Schick traf freistehend aus kurzer Distanz nur Karol Mets auf der Linie (16.).
„Ärgern“ und „pieksen“ - so lautete die Marschroute von Präsident Oke Göttlich für die Kiezkicker. Das gelang den forschen Hamburgern zunächst, vor allem, weil es Bayer an Tempo und Schärfe mangelte. Hjulmand kurbelte mit ausschweifenden Armbewegungen immer wieder an - meist vergeblich. Als St. Pauli aber einmal nicht konsequent klärte, sorgte Terrier mit einem platzierten Volleyschuss ins Eck für die Führung der Gastgeber.
St. Pauli verpasst Ausgleich - Leverkusen kaltschnäuzig
Die Hamburger, die nur eines der vergangenen 17 Ligaspiele gewannen, in derselben Zeit aber Hoffenheim und Mönchengladbach im Pokal besiegten, sahen das Duell als „willkommene Ablenkung“ zum Abstiegskampf, wie Trainer Alexander Blessin betonte. Die Chance auf den Ausgleich, den sich St. Pauli durchaus verdient gehabt hätte, vergab Martijn Kaars (40.).
Der Bundesliga-17. setzte dem Champions-League-Teilnehmer auch in der zweiten Halbzeit mit einem disziplinierten Auftritt zu. Bayer, das sich im Halbfinale der Vorsaison beim damaligen Drittligisten Bielefeld blamiert hatte, tat sich schwer, erhöhte aber zu einem optimalen Zeitpunkt: Am Ende einer der wenigen gefährlichen Offensivaktionen schob Schick nach einer präzisen Flanke überlegt ein.
Joker Hofmann traf aus der Distanz den Pfosten (75.), den harmlosen Gästen fehlten in der Offensive die Mittel. Nach einem Konter besorgte Hofmann mit dem erst dritten Leverkusener Abschluss der zweiten Hälfte den Endstand.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)