DFB-Pokal>

Sensation im DFB-Pokal: "Hochgradig peinlich!" Heidenheim gedemütigt

„Peinlich!“ Heidenheim gedemütigt

Der DFB-Pokal hat seine erste echte Sensation. Ein Viertligist landet einen kaum für möglich gehaltenen Sieg - Bundesliga-Absteiger Heidenheim hingegen gerät völlig unter die Räder. Patrick Mainka ist außer sich und findet überaus deutlich Worte.
Der 1. FC Heidenheim befindet sich mitten in der Vorbereitung auf die 2. Bundesliga. Kapitän Patrick Mainka sieht noch viel Luft nach oben.
Der DFB-Pokal hat seine erste echte Sensation. Ein Viertligist landet einen kaum für möglich gehaltenen Sieg - Bundesliga-Absteiger Heidenheim hingegen gerät völlig unter die Räder. Patrick Mainka ist außer sich und findet überaus deutlich Worte.

Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim hat sich ohne seinen gesperrten Trainer Frank Schmidt kräftig blamiert. Der Fußball-Zweitligist unterlag in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligisten SSV Jeddeloh II in Oldenburg mit 2:5 (1:3) und scheiterte erstmals seit fünf Jahren an der Auftakthürde.

„Das ist schon fast eine Zäsur. Das ist hochgradig peinlich, wie wir hier aufgetreten sind, nachdem das Spiel mit dem 1:0 eigentlich in unsere Richtung gelaufen ist. Wir haben durch ganz einfache Sachen den Gegner wieder stark gemacht“, regte sich Kapitän Patrick Mainka nach dem Spiel bei Sky auf.

Heidenheim-Kapitän Mainka mit Brandrede

„Am Ende stehe ich hier und muss traurigerweise sagen, dass diese Niederlage absolut verdient ist. Sie haben das gemacht, was sie sich wahrscheinlich vorgenommen haben und wir einfach nicht. Das ist einfach schlecht und nicht zu begreifen“, war Mainka frustriert.

Der 31-Jährige redete sich regelrecht in Rage: „Wir verlieren einfach die komplette Ordnung. Wir spielen ja ohne Struktur, wir spielen gefühlt drauf los. Als wenn es Kinderfußball wäre – bei allem Respekt vor dem Kinderfußball. Das ist ohne jegliche Organisation. Das ist nicht eine Stellschraube, sondern eine ganz große. Das sind ganz banale Sachen an denen wir arbeiten müssen.“

Seinem Trainer wollte er nicht die Schuld in die Schuhe schieben – vielmehr suchte Mainka die Fehler bei sich und seinen Mitspielern. „Das sind keine Sachen, die mit dem Trainer zu tun haben. Das sind individuelle Sachen, die wir natürlich als Mannschaft irgendwo auffangen müssen. Im Moment schaffen wir das nicht, wenn ein Fehler passiert. Es sieht aus, als wären wir elf Einzelteile. Das sieht von außen ganz, ganz schlimm aus. Man hatte das Gefühl, das Jeddeloh mit jedem Ballgewinn unfassbar gefährlich werden konnte. Das ist traurig, dass ich das so sagen muss“, ärgerte sich der Verteidiger.

Party-Stimmung bei Jeddeloh II

Umso besser war die Stimmung bei den Supportern von Jeddeloh II: Im Marschweg-Stadion in Oldenburg stürmten die überglücklichen Fans schon die Kultgesänge „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ an. Auf den Rängen kam es zu Laola-Wellen, während die Spieler gebührend abgefeiert wurden.

„Es ist unfassbar. Für die Momente haben wir alle angefangen mit Fußballspielen. Mit der Truppe, wie wir heute gekämpft haben, das ist einfach unfassbar. Jetzt freuen wir uns auf zwei Tage frei, bisschen feiern und dann müssen wir Mittwoch direkt zum Spiel“, sagte Keeper Moritz Onken.

DFB-Pokal: Schmidt auf der Tribüne fassungslos

Schmidt hatte das Spiel nach seiner Roten Karte gegen den Hamburger SV in der vergangenen Pokal-Saison fassungslos von der Tribüne aus verfolgt. Nach der frühen Führung durch Yannik Wagner (12.) offenbarten die Gäste besonders in der Defensive große Schwächen. Schon in den ersten beiden Saisonspielen musste Heidenheim sieben Gegentore (drei Punkte) hinnehmen.

Nach dem Ausgleich durch Kamer Krasniqi (14.) unterlief Jan Schöppner ein Eigentor (27.). Neuzugang Haris Hyseni erhöhte in seinem ersten Spiel (!) für Jeddeloh II mit einem traumhaften Tor (29.), Heidenheim wirkte geschockt und hatte auch im Offensivspiel Probleme.

Heidenheim verschießt Elfmeter kläglich

Schmidt wurde im Innenraum von Bernhard Raab vertreten, dieser wechselte zur zweiten Halbzeit drei frische Kräfte ein. Die Gäste erhöhten den Druck, der eingewechselte Budu Zivzivadze scheiterte mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter aber an Torhüter Onken. Dieser konnte den Ball sogar festhalten.

„Elfmeter ist quasi immer ein Fifty-Fifty. Wenn man die Ecke hat, hat man eine gute Chance. Heute hatte ich die Ecke richtig, konnte ihn sogar festhalten“, erklärte Onken.

Auf der anderen Seite sorgte Hyseni mit einem verwandelten Foulelfmeter für die Entscheidung (70.), Tim Janßen schenkte den enttäuschenden Heidenheimern den nächsten Treffer ein (72.). Die Gäste kamen spät durch Mikkel Kaufmann zu ihrem zweiten Treffer (89.).


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)