Von Martin Volkmar
Marcus Sorg in der Pole-Position
Marcus Sorg in der Pole-Position
München - Die wichtigsten Protagonisten schweigen, dafür spricht der Chef.
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach geht weiter fest von einem Verbleib von Joachim Löw als Bundestrainer aus.
Dies hat er am Wochenende erneut in mehreren Interviews erklärt. "Wir haben im Oktober für klare Verhältnisse gesorgt. Es ist alles besprochen", sagte Niersbach mit Verweis auf den bis zur EM 2016 verlängerten Vertrag dem "Spiegel".
Schon am Freitag hatte Niersbach beim Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes in Bad Gögging betont, man habe Löws Wort und einen gültigen Kontrakt: "Wir wollen weiter zusammenbleiben, weil es wunderbar passt."
Der Bundestrainer hatte nach dem WM-Gewinn in Brasilien allerdings ein klares Bekenntnis verweigert und mehrfach erklärt, er müsse die strapaziöse Weltmeisterschaft erst mal "sacken lassen" und sich in Ruhe Gedanken über seine Zukunft machen.
Klärendes Gespräch
Zudem verwies Löw auf ein klärendes Gespräch mit Niersbach, das in den nächsten Tagen stattfinden soll.
"Ich kann es nachempfinden, weil er das alles für sich verarbeiten muss", sagte Niersbach am Samstag im "ZDF-Sportstudio":
"Wir wollen uns nächste Woche in Ruhe zusammensetzen und die Planungen angehen, bevor er in Urlaub geht. Wir wissen, dass wir einen Weltklassetrainer haben."
Thomas Tuchel offenbar aus dem Rennen
Dann soll auch geklärt werden, wer dem künftigen DFB-Sportdirektor Hansi Flick als Co-Trainer nachfolgt. Der ehemalige Mainzer Thomas Tuchel ist dabei offenbar aus dem Rennen.
"Es ist eher die Tendenz, dass jemand aus dem U-Trainer-Bereich genommen wird. Vielleicht können es auch zwei sein", meinte Niersbach. "Der Bundestrainer hat das Vorschlagsrecht. Namen werde ich aber nicht kommentieren, weil mir auch konkret vom Bundestrainer kein Vorschlag gemacht worden ist." Noch nicht.
Marcus Sorg mit der U 19 erfolgreich
Als Favorit gilt Marcus Sorg, nicht nur, weil er wie Löw aus Freiburg stammt. Der Ex-Bundesligacoach des Sportclubs betreut derzeit die deutsche U 19 bei der EM in Ungarn, wo sie trotz fehlender Vorbereitung mit einem 3:0 über Bulgarien erfolgreich ins Turnier startete (Bericht).
Doppel-Torschütze Davie Selke lobte den Trainer nach dem Auftaktsieg in höchsten Tönen. "Mit Marcus Sorg haben wir am Anfang des Jahres einen neuen Trainer bekommen. Er hat sofort damit begonnen, uns seine Spielphilosophie beizubringen", sagte der Youngster von Werder Bremen.
"Das Verhältnis zwischen Trainerteam und Spielern ist ein Erfolgsgeheimnis. Wir kommunizieren sehr viel miteinander. Auch im Training wird sehr viel gesprochen, wird aufgebaut, werden Fehler sofort verbessert. Wir werden super auf jeden Gegner eingestellt", so Selke.