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DFB soll mit Qatar Airways über Partnerschaft verhandeln

DFB soll mit Qatar Airways über Partnerschaft verhandeln

Führt DFB brisante Verhandlungen?
"Making of Human Rights": Das Video zur Trikot-Aktion des DFB-Teams wurde von vielen kritisiert. Joachim Löw und Joshua Kimmich wehren sich gegen die Darstellung.
. SPORT1
von SPORT1
12.07.2021 | 18:26 Uhr

Beim DFB bahnt sich offenbar ein brisanter Werbedeal an.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, laufen derzeit Verhandlungen zwischen dem Verband und Qatar Airways - der staatlichen Fluglinie des Emirates Katar, wo im kommenden Jahr die Fußball-WM stattfinden wird.

Mehrere Quellen "aus politischen und wirtschaftlichen Kreisen" hätten dem Blatt die Verhandlungen bestätigt - und dass demnächst bereits eine Vorlage fürs Präsidium erstellt werden könnte. Der DFB in Person von Marketingchef Holger Blask äußerte sich der SZ gegenüber dazu inhaltlich nicht. Er habe auf Anfrage nur mitgeteilt, man kommentiere generell keine Gespräche mit Partnern, ob akuten oder potenziellen, aber: "Wenn es etwas zu vermelden gibt, können wir gerne darüber reden."

Laut Bild soll Qatar Airways schon vor der EM auf den DFB zugegangen sein, um sein Interesse als Sponsor zu bekunden. Ein offizielles Angebot gebe es noch nicht - die Gespräche würden aber intensiviert.

Der EM Doppelpass mit Uli Hoeneß, Stefan Effenberg und Mario Basler am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Qatar Airways schon Sponsor des FC Bayern

Die Brisanz an einem möglichen Deal: Ein Sponsorenvertrag mit einem der wichtigsten Staatskonzerne Katars würde die Aktionen der Nationalspieler vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island am 25. März konterkarieren.

Damals posierten die DFB-Kicker vor dem Spiel mit T-Shirts, auf denen große weiße Buchstaben prangten. Zusammen ergaben sie: Human Rights - Menschenrechte.

Es war ein sichtbarer Protest gegen die Nichteinhaltung dieser Grundrechte - etwa die der Arbeiter (von denen zahlreiche beim Bau der WM-Stadien ihr Leben lassen mussten) oder jenen von Homosexuellen. 

In der Debatte um einen Boykott der WM in Katar meldet sich nun Nationalspieler Toni Kroos zu Wort.
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WM-Boykott? Das sagt Kroos

Mit dem Schriftzug wollten DFB und Nationalmannschaft auf die Allgemeine Erklärung für Menschenrechte der Vereinten Nationen aufmerksam machen. Gedeutet wurde dies als explizites Zeichen in Richtung Katar

Der DFB hatte sich allerdings bereits zu diesem Zeitpunkt Kritik gefallen lassen müssen, weil man das "Making of" mit einem Hochglanzvideo präsentierte. Bei Twitter liefen viele Fans Sturm gegen das Video und warfen dem DFB vor, "Marketing mit Menschenrechten" zu machen.

Qatar Airways sponsert unter anderem die Europäische Fußball-Union (UEFA), den Weltverband FIFA, den FC Bayern München und Paris St. Germain, das in Besitz der staatlichen Qatar Sports Investments ist.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)