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Bekommt Deutschland ein Torwart-Problem?

Bekommt Deutschland ein Torwart-Problem?

Eine Untersuchung der DFB-Akademie kommt zu dem Schluss: Deutschland wird bald keinen Weltklassetorhüter mehr haben. Timo Hildebrand beleuchtet bei SPORT1 die Situation.
Bekommt Deutschland ein Torwartproblem? Timo Hildebrand hat eine klare Meinung
Bekommt Deutschland ein Torwartproblem? Timo Hildebrand hat eine klare Meinung
© SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago
Reinhard Franke
von Reinhard Franke
am 6. Okt

Sepp Maier, Toni Schumacher, Andreas Köpke, Oliver Kahn und aktuell Manuel Neuer vom FC Bayern. Deutschland hatte immer seine Weltklasse-Torhüter. Doch wird das auch in den nächsten Jahren so sein? Es gibt Zweifel.

Wie SPORT1 weiß, gibt es eine Untersuchung der DFB-Akademie, wonach Deutschland 2028 keinen Weltklasse-Torwart mehr hat.

Sind die Sorgen berechtigt?

Fakt ist: Aktuell gibt es nur einen deutschen Bundesliga-Stammtorwart, der jünger als 25 Jahre ist: Florian Müller vom VfB Stuttgart.

Timo Hildebrand kann die düsteren Aussichten nur teilweise nachvollziehen. „Vielleicht werden wir 2028 keinen Torwart mehr auf dem Niveau haben, aber wir haben aktuell mit Manu den weltbesten Torwart. Davor war es Oliver Kahn und in den 1980er und 1990er Jahren hatten wir die besten Torhüter im Weltfußball“, sagt der frühere Nationaltorwart im Gespräch mit SPORT1.

„Vielleicht wird das in dem Ausmaß in der nächsten Generation nicht mehr so sein, aber dann haben wir immer noch international starke Torhüter. Nur eben keinen Weltklasse-Mann mehr wie Neuer“, erklärt Hildebrand weiter.

Aktuell sieht Hildebrand noch keinen allzu großen Grund, beunruhigt in die Zukunft zu schauen. „So dramatisch wie es jetzt gesehen wird ist es nicht. Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno sind gerade mit ihren Klubs in der Krise. Marc-André ist aber kein schlechterer Torwart geworden, nur weil der FC Barcelona sich neu aufstellen muss“, betont der 42-Jährige, der in der Bundesliga mit dem VfB Stuttgart Meister wurde.

„Bei Leno ist das Problem, dass Arsenal für rund 30 Millionen Euro mit Aaron Ramsdale von Sheffield United einen neuen Torwart geholt hat“, führt Hildebrand aus. Man dürfe jetzt „nicht gleich alles schwarzmalen, nur weil es bei diesen beiden nicht rund läuft“.

Hildebrand wundert sich über Flick

Der neue Bundestrainer Hansi Flick nominierte in der vergangenen Woche seinen Kader für die beiden WM-Qualifikationsspiele am Freitag gegen Rumänien (WM-Qualifikation: Deutschland - Rumänien, Fr., ab 20.45 Uhr im SPORT1-LIVETICKER) und am Montag gegen Nordmazedonien (WM-Qualifikation: Rumänien - Deutschland, Mo., ab 20.45 Uhr im SPORT1-LIVETICKER). Nicht berücksichtigt wurde Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt.

Hildebrand wundert sich über die Personalentscheidung: „Klar, Kevin hatte zuletzt einige Unsicherheiten in seinem Spiel, aber deshalb ist er weiter ein super Torwart. Nach Sonntag muss man sagen ein Weltklasse-Torwart. Warum ihn Flick nicht nominiert hat, ist mir schleierhaft.“ Hildebrand spielt auf Trapps herausragende Leistung bei Frankfurts 2:1-Sieg bei den Bayern an.

Frankfurt feiert einen Sensationserfolg in München. Für die Eintracht ist es der erste Saisonsieg. Beim späten Siegtreffer von Filip Kostic macht Manuel Neuer keine allzu glückliche Figur.
05:49
Später Kostic-Schock! Aber wieso hält Neuer den denn nicht?

Hildebrand findet, dass die deutschen Fans durch die überragenden Torhüter der vergangenen Jahrzehnte „verwöhnt“ seien und kommt zu einer positiven Prognose: Neuer werde noch „eine Weile spielen“ - in dieser Zeit werde sich ein neuer Torhüter hervortun.

Ob es wieder ein Weltklasse-Keeper sein wird, muss sich zeigen.