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Flick: Kimmich-Debatte „falsch und unfair“

Flick: Kimmich-Debatte „falsch und unfair“

Bundestrainer Hansi Flick bezieht Stellung zur Impfdebatte um Joshua Kimmich. Der Ex-Bayern-Trainer verteidigt den Nationalspieler dabei.
In der Doku "FC Bayern - Behind The Legend" spricht Hansi Flick in der Halbzeit des Viertelfinal-Rückspiels gegen PSG in der CL-Saison 2020/21 zum Team. Die Doku gibt es ab 2.11. exklusiv bei Prime Video.
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von SID

Nach DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich auch Hansi Flick in der Impfdebatte um Joshua Kimmich klar hinter den Nationalspieler gestellt.

„Er gehört nicht an den Pranger“, sagte der Bundestrainer im FAZ-Interview: „Ich finde es bedauerlich, dass diese Diskussion nun auf seinem Rücken ausgetragen wird, spurlos ist das nicht an ihm vorübergegangen. Was mit ihm in der Diskussion aktuell geschieht, ist falsch und unfair.“

Flick hätte sich in der gesamten Diskussion „viel mehr Sachlichkeit gewünscht“. Für ihn würden „Grenzen überschritten, wenn Menschen beleidigt und in eine bestimmte Ecke gestellt werden, in die sie nicht gehören“, so der 56-Jährige. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Kimmich sei schließlich "kein Corona-Leugner" und gehöre nicht "zu Querdenkern und Verschwörungstheoretikern".

Flick: Kimmich will alle Zusammenhänge kennen

Der Mittelfeldspieler des deutschen Rekordmeisters FC Bayern hinterfrage alles und wolle immer alle Zusammenhänge kennen und verstehen: „Und manchmal dauert es dann eben, bis er sich seine Meinung abschließend gebildet hat.“

Flick betonte allerdings auch, dass es „optimal und wünschenswert wäre, wenn jeder Spieler bei uns geimpft wäre“. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Der Bundestrainer selber ist geimpft: "Und ich habe auch die DFB-Impfkampagne 'Schiri, ich hab' schon Gelb' aus Überzeugung unterstützt."

Flick: „Viele Menschen habe gewisse Bedenken“

Flick wies aber darauf hin, dass es "in Deutschland keine Impfpflicht" gebe: "Deswegen hat jeder das Recht auf seine eigene Entscheidung. Viele Menschen haben gewisse Bedenken."

Die Notwendigkeit einer Impfung sieht er in "anderen Berufsgruppen noch höher". So zum Beispiel "bei den Medizinern, beim Pflegepersonal, bei Lehrern oder Erziehern. Aber selbst in diesen Berufsgruppen ist das nicht der Fall".

Mit seinen Spielern wird Flick das Thema aber „noch mal aufgreifen“. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Das werde "nicht nur vor der versammelten Mannschaft, sondern auch im Einzelgespräch, ganz persönlich" geschehen: "Wenn jemand Sorgen hat, werden wir versuchen, ihm diese zu nehmen."

Flick: Als Nationalspieler auch Vorbildfunktion

Die Entscheidung für eine Impfung sei „privat“.

Sie habe aber "Wirkungen über den privaten Bereich hinaus, die bei der Entscheidung möglicherweise eine Rolle spielen können. Ganz grundsätzlich gilt: Nationalspieler bist du immer. Und damit hast du auch eine Vorbildfunktion. Wir stehen für gewisse Werte, für Offenheit, Toleranz, Respekt, Vielfalt. Damit werden allerdings auch Erwartungen aufgebaut, denen man nicht immer gerecht werden kann", sagte Flick, der auf Kimmichs Initiative "We kick Corona" verwies: "Jetzt zu erleben, wie schnell die öffentliche Meinung kippen kann, ist für Jo eine neue und krasse Erfahrung.

Kimmich habe aber „einen starken Charakter“. Falls er sich doch noch impfen lasse, sei es für ihn nicht relevant, „ob andere ihn als Umfaller darstellen“.