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Schweinsteiger enthüllt Aussagen zum deutschen WM-Versagen

Schweinsteiger erklärt DFB-Problem

Bastian Schweinsteiger und Oliver Kahn bescheinigen dem DFB ein Mentalitätsproblem. Selbiges wird ihnen auch von Kollegen aus dem Ausland bestätigt.
Die argentinischen Fans feiern den Finaleinzug bei der WM. Dabei lassen sie – trotz der Finalniederlage 2014 gegen Deutschland – auch Bastian Schweinsteiger mitmachen.
Bastian Schweinsteiger und Oliver Kahn bescheinigen dem DFB ein Mentalitätsproblem. Selbiges wird ihnen auch von Kollegen aus dem Ausland bestätigt.

Bastian Schweinsteiger vermisst in der deutschen Nationalmannschaft Führungsspieler und zieht hinsichtlich der notwendigen Mentalität einen Vergleich mit Argentinien, das es bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko bis ins Finale geschafft hat.

„Man kann über die Spielart der Argentinier denken, was man will. Aber diese Mentalität liegt mir näher als das, was die deutsche Mannschaft bei der WM gezeigt hat“, betonte der Weltmeister von 2014 bei der Bild. „Die Argentinier haben sich nichts gefallen lassen. So wie wir früher auch nicht. Du brauchst einfach mehrere Krieger in der Mannschaft. Die haben wir nicht mehr.“

„Wenn ich mit Spielern rede wie Zlatan Ibrahimovic, Wayne Rooney oder Paul Pogba, sagen mir alle das Gleiche: ‚Ihr Deutschen habt genau das verloren, was wir eigentlich immer von euch haben wollten‘“, verriet Schweinsteiger, der gemeinsam mit Oliver Kahn im Doppelinterview sprach.

„Unsere Spieler sind extreme Intensität nicht mehr gewohnt“

Kahn pflichtete ihm bei und schob hinterher: „Ich erinnere mich, dass Carles Puyol (Weltmeister 2010 mit Spanien) einmal zu mir gesagt hat: ‚Wenn wir eure Mentalität hätten, die deutsche Mentalität, was wäre dann für Spanien alles möglich.‘ Daran haben sie gearbeitet. Heute haben sie ihre Spielweise weiterentwickelt und die nötige Mentalität aufgebaut.“

„Unsere Spieler sind offensichtlich extreme körperliche Intensität auf internationalem Niveau nicht mehr gewohnt“, lautete Kahns Analyse: „Das hat sich gerade gegen Paraguay gezeigt. Da sind wir einfach einen Tick zu brav.“

Einen Anteil daran hat für Schweinsteiger auch Pep Guardiolas Zeit beim FC Bayern gehabt. „Meiner Meinung nach haben wir uns zu sehr an der Philosophie von Pep Guardiola orientiert, als er von 2013 bis 2016 beim FC Bayern war“, fand der frühere Profi vom FC Bayern und Manchester United.

Fehlen dem DFB Führungsspieler?

Der Misserfolg reichte ihm als Beweis dafür. „Schauen wir doch darauf, was die deutsche Nationalmannschaft in den Jahren danach noch erreicht hat. Nach dem EM-Halbfinale 2016 war das Viertelfinale bei der EM 2021 schon der Höhepunkt. All die Jahre davor waren wir immer mindestens im Halbfinale“, meinte Schweinsteiger.

„Ob bei Bayern oder in der Nationalmannschaft wusste ich immer, wer meine Führungsspieler sind. Wenn du echte Führungsspieler hast, dann scheidest du nicht zweimal bei einer WM in der Gruppenphase und noch mal im Sechzehntelfinale aus“, betonte der frühere Weltklasse-Mittelfeldspieler.