Uli Hoeneß‘ Worte haben in Fußballdeutschland Gewicht. In einem Interview mit Sky/RTL hat sich der Ehrenpräsident des FC Bayern München nun zum neuen Bundestrainer Jürgen Klopp geäußert – und diese Entscheidung befürwortet, wenn auch mit Abstrichen: „Ich persönlich halte Jürgen Klopp für einen sehr guten Trainer, wirklich einen sehr guten Trainer. Aber ich bin kein großer Freund der Heldenverehrung.“
Klopp? Uli Hoeneß verurteilt DFB-Entscheidung
Klopp? Hoeneß verurteilt DFB-Idee
Der 74-Jährige bemängelte sowohl den medialen als auch verbandsinternen Umgang mit dem einstigen BVB- und Liverpool-Trainer: „Er kriegt jetzt schon so einen Status, als wenn er über Wasser gehen kann. Er kann auch nicht per Handauflegen alles verändern. Er wird, wie man ihn kennt, sehr hart arbeiten. Er wird auch vieles anders machen. Und es wird vieles besser werden. Aber man muss ihm Zeit geben und man darf vor allem nicht glauben, dass er der Messias ist.“
Während Hoeneß also für Nachsicht im Umgang mit Klopp warb, zeigte er sich gleichwohl überrascht von einer weiteren Verpflichtung des DFB: Marc Kosicke. Der langjährige Berater und enge Vertraute Klopps soll zwar nicht als Mitarbeiter des Verbandes angestellt werden, erhalte aber jeglichen Zugang, so DFB-Präsident Bernd Neuendorf auf der Vorstellungs-Pressekonferenz des neuen Bundestrainers.
Hoeneß ledert: „Das halte ich für falsch“
Der Bayern-Patron hat dazu eine klare Meinung: „Ich weiß nicht genau, was er da machen soll. Das halte ich für ein Problem.“ Hoeneß wertet die Entscheidung als „eine freundschaftliche Übernahme. Klopp und Co. haben den DFB übernommen und das halte ich für falsch.“
Auch auf Funktionärsebene wird sich im Verband eine Änderung ergeben: Nachdem Geschäftsführer Sport Andreas Rettig zum Jahresende sein Amt niedergelegt hat, übernimmt 2014er-Weltmeister Per Mertesacker zum Jahresbeginn 2027. Eine gute Entscheidung?
„Ich glaube, das Wichtigste im deutschen Fußball ist die Nachwuchsarbeit. Ich bin sehr glücklich, dass Per Mertesacker das jetzt übernimmt. Er hat selbst auf hohem Niveau Fußball gespielt und bei Arsenal acht Jahre lang die Akademie geleitet“, so Hoeneß: „Wenn er es nicht kann, wer sonst? Ich verspreche mir da einen ganz neuen Wind.“