Bisseck nutzt seine Chance: Der große Gewinner unter Klopp?

Auf diese Reporter-Frage Frage reagiert Bisseck gereizt
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Auf diese Reporter-Frage Frage reagiert Bisseck gereizt

Die DFB-Elf enttäuscht gegen Griechenland. Doch ein Startelfdebütant schwingt sich zum großen Gewinner unter Jürgen Klopp auf – und überrascht sogar einen Teamkollegen.

Das konnte selbst Jonathan Tah nicht glauben. Als der Innenverteidiger nach der 0:1-Niederlage gegen Griechenland von SPORT1 auf seinen Nebenmann Yann Bisseck angesprochen wurde, der gerade erst sein zweites Länderspiel absolviert hatte, wurde der Bayern-Star stutzig. „Echt?“, fragte der 30-Jährige SPORT1. „Ich dachte, dass er schon mehr gemacht hat.“

Doch der Blick auf die Zahlen zeigt: Bisseck feierte in Augsburg sein Startelfdebüt für die DFB-Elf. Sein bis dahin einziger Einsatz stammte aus dem März 2025 (3:3 gegen Italien), als er 13 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde. Dass Tah so überrascht reagierte, ist durchaus nachvollziehbar.

Yann Bisseck nutzte seine Chance gegen Griechenland
Yann Bisseck nutzte seine Chance gegen GriechenlandYann Bisseck nutzte seine Chance gegen Griechenland© IMAGO/Moritz Müller

Denn was der Inter-Star gegen die Griechen auf den Platz brachte, war überaus überzeugend. Und das, obwohl er bislang nur eine Nebenrolle in der Nationalmannschaft spielte.

An Bisseck gibt es kein Vorbeikommen

Den Abend von Bisseck kann man mit einem Wort beschreiben: resolut. So ging er in jedes Duell – egal, ob am Boden oder in der Luft. Mit seiner physischen Präsenz (1,96 Meter) räumte er nahezu alles ab. Er sprintete gegnerische Offensivspieler ab, blockte Schüsse und brachte starke 95 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler.

Auch die frühe Gelbe Karte (17.), die er für einen harten Check sah, änderte nichts an seiner kompromisslosen Spielweise. Bei SPORT1 verdiente sich der gebürtige Kölner damit die Bestnote in einem schwachen deutschen Team (2).

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Tah lobte seinen Nebenmann ebenfalls: „Er hat das gut gemacht. Ich sehe viele Spiele von ihm. Er macht es auch im Verein top, macht das selbstbewusst, gewinnt seine Duelle. Ich finde es super, dass er wieder hier dabei ist.“

Bisseck überzeugt und bleibt bescheiden: „War ok“

Doch nicht nur auf dem Platz überzeugte der 25-Jährige. Auch nach der Partie trat er selbstbewusst auf.
„Nicht so einfach. Die Griechen sind auch nicht so verkehrt“, blockte Bisseck die kritische Frage eines Reporters mit großer Überzeugung ab und sagte zudem: „Es ist nicht immer leicht, da Chancen zu kreieren. Daran müssen wir arbeiten, aber da bin ich zuversichtlich.“

Bisseck scheute sich nicht davor, das auszusprechen, was er dachte. Dabei wirkte er fast wie ein alter Hase – und nicht wie ein Spieler, der gerade erst sein zweites Länderspiel absolviert hatte.

Bei der Beurteilung der eigenen Leistung blieb er dagegen bescheiden: „War ok. Ich habe mir nicht viel vorzuwerfen. Wenn man das Spiel verliert, ist die eigene Leistung nicht so wichtig. Ich habe alles versucht, um dem Team zu helfen, aber es hat nicht gereicht.“

Der große Gewinner unter Klopp?

Bisseck schwamm in den vergangenen Jahren im DFB-Kosmos weitgehend unter dem Radar. Eigentlich erstaunlich, denn der Blick nach Italien zeigt, was der gebürtige Kölner längst zu bieten hat.

Mit Inter wurde er bereits zweimal italienischer Meister, im vergangenen Jahr holte er mit den Mailändern das Double und entwickelte sich dort zum Stammspieler.

Ein Grund für seine bislang geringe Rolle in der Nationalmannschaft dürfte die große Konkurrenz gewesen sein. Mit Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton und dem inzwischen zurückgetretenen Antonio Rüdiger war die Innenverteidigung prominent besetzt.

Doch gegen Griechenland unterstrich Bisseck: Verstecken muss er sich vor dieser Konkurrenz keineswegs. Mit einer solchen Leistung dürften sich auch die vermeintlichen Stammkräfte Tah und Schlotterbeck warm anziehen müssen.

Fest steht: Bisseck ist einer der wenigen Gewinner dieses ersten Kaders unter Klopp – und dürfte sich für weitere Einsätze nachhaltig empfohlen haben. Umso erstaunlicher, dass das Spiel gegen Griechenland erst sein zweiter Auftritt im DFB-Trikot war.

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