Maik Franz mit deutlicher Ansage an Klopp-Kritiker
Ex-Profi verteidigt Klopps Strategie vehement
Der Start von Jürgen Klopp als Bundestrainer verläuft alles andere als nach Plan. SPORT1-Experte Maik Franz hält von der aufkommenden Kritik allerdings wenig und richtet eine deutliche Ansage an die Kritiker.
Ex-Profi und SPORT1-Experte Maik Franz hat nach dem missglückten Start von Jürgen Klopp als Bundestrainer eine deutliche Ansage an die Kritiker des DFB-Teams gerichtet. Der frühere Bundesliga-Profi fordert vor allem eines: Geduld mit dem neuen Bundestrainer und seinem Team.
„Alle, die nörgeln, sollen einfach die Fresse halten“, sagte Franz SPORT1-Format 45 – Die Fußball-Halbzeit deutlich und stellte sich unmissverständlich hinter Klopp. Der 45-Jährige verwies vor allem darauf, dass der Bundestrainer von Beginn an angekündigt habe, die ersten Länderspiele als Testphase zu nutzen.
„Für ihn ist das ein Prozess, er will viele Spieler sehen. Alle haben immer gefordert: Wir brauchen einen neuen Pool und wir brauchen neue Gesichter. Jetzt macht er es“, erklärte Franz.
Franz fordert Geduld mit Klopp
Entscheidend werde aus seiner Sicht ohnehin erst die Länderspielphase im November. Bis dahin sollten die Ergebnisse nicht überbewertet werden: „Diese beiden Spiele, die jetzt kommen: Cool bleiben, atmen und dem Neuen einfach eine Chance geben“, forderte Franz.
Sein Vertrauen setzt der ehemalige Verteidiger dabei nicht nur in Klopp, sondern auch in dessen Per Mertesacker (Geschäftsführer Sport) und Sven Bender (Co-Trainer). Für Franz verkörpert das Trio genau jene Mentalität, die der deutschen Nationalmannschaft zuletzt gefehlt habe: „Das sind alles Personen, die diese deutsche Mentalität in ihrem Blut haben, die verkörpern das. Da muss man diesen Personen auch eine gewisse Zeit geben, um das zu implementieren.“
Er sei überzeugt, dass Klopp und sein Team aus dem aktuellen XXL-Kader letztlich die Profis herausfiltern würden, die dauerhaft zum engeren Kreis gehören. Im Anschluss erwartet Franz auch eine Veränderung auf dem Platz: „Dann werden wir ein ganz anderes Gesicht der Nationalmannschaft sehen.“
„Wir müssen wieder eklig werden“
Besonders Klopps Rückbesinnung auf die „deutschen Tugenden“ stößt bei Franz auf Zustimmung. „Wir sollten nicht vergessen, was wir erreicht haben“, betonte Franz. Einsatzbereitschaft, Zweikampfhärte und Wille seien aus seiner Sicht wesentliche Bestandteile früherer Erfolge der Nationalmannschaft gewesen. Seine Forderung fällt entsprechend deutlich aus: „Wir müssen wieder eklig werden.“
Dass Klopp zudem wieder mehr Begeisterung für die Nationalmannschaft einfordere, wertete Franz als wichtigen Schritt. „In den letzten Jahren war es ja gefühlt so, dass es eine Belastung war, zur Nationalmannschaft zu fahren. Diese Freude habe ich ganz selten gesehen“, meinte Franz.
Umso weniger verstehe er die frühe Kritik am neuen Bundestrainer. „Jetzt haben wir alle geschrien: Boah geil, Jürgen Klopp! Dann bitte nicht nach drei Wochen und drei oder vier Spielen alle die Nerven verlieren“, sagte er und erinnerte erneut daran, dass Klopp die erste Phase ausdrücklich zum Testen nutzen wolle.
Franz legt sich auf neuen Abwehrchef fest
Eine wichtige Rolle in Klopps Mannschaft traut Franz künftig Nico Schlotterbeck zu. Auf die Frage nach einem möglichen Leader in der Defensive musste der frühere Innenverteidiger nicht lange überlegen.
„Nico Schlotterbeck, ganz klar“, sagte Franz. Besonders dessen linken Fuß, Spieleröffnung und Ausstrahlung hob er hervor. Der Dortmunder habe sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Für Franz zeichnet sich deshalb bereits eine klare Hierarchie in der DFB-Defensive ab: „Ich glaube, dass man jetzt schon sagen kann, dass er der neue Abwehrchef wird.“
Und das Potenzial des 26-Jährigen sieht Franz noch längst nicht ausgeschöpft: „Er wird reifer, er wird souveräner und ich glaube, er wird noch mehr Aura bekommen.“