Das steckt hinter den Adeyemi-Rufen

Rassismus nach DFB-Spiel: Klopp mit klarer Message
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Rassismus nach DFB-Spiel: Klopp mit klarer Message

Die lauten "Adeyemi"-Rufe, die während der TV-Übertragung des Nations-League-Spiels gegen Griechenland zu hören waren, sorgen medial für Schmunzeln, aber auch für Kopfschütteln. Dahinter steckt aber mehr als zunächst angenommen.

Immer wieder hatte er laut den Namen von Karim Adeyemi gerufen und immer wieder hörte man sie ziemlich präsent während der TV-Übertragung der Nations-League-Partie gegen Griechenland. „Karim, hol ihn dir, Junge!“, zeichneten die Außenmikrofone auf. Zuschauer wunderten sich über die Rufe, auf Social Media gingen sie viral. Doch hinter den markanten Rufen steckte keine Provokation oder ein frenetischer Anfeuerungsversuch – sondern ein ernsthafter Hintergrund.

Unter einem Instagram-Beitrag des Sportstudios erklärte sich nun der Stadionbesucher, der für die Rufe verantwortlich war. „Hinter uns wurde Menschenunwürdiges zu deutschen Spielern gerufen. Die einzige Antwort darauf ist positiver Support am Limit“, schrieb der 32-jährige Steven Pawlowicz aus Nürnberg. Er hatte mit seinen Rufen versucht, menschenverachtende Beleidigungen zu übertönen.

Während der TV-Übertragung rief ein Zuschauer lautstark den Namen von Karim Adeyemi
Während der TV-Übertragung rief ein Zuschauer lautstark den Namen von Karim AdeyemiWährend der TV-Übertragung rief ein Zuschauer lautstark den Namen von Karim Adeyemi© IMAGO/Kirchner-Media

Beschimpfungen gegen Spieler und Fans

„In der ersten Minute kamen aus der dritten Reihe hinter uns wüste Beschimpfungen Richtung der deutschen Spieler, anfangs vor allem gegen Bayern-Spieler. Beleidigungen, die dann umgeschlagen sind, dass es auch in Richtung von Aussehen ging“, erklärte Pawlowicz. Mutmaßlich habe es sich um zwei pöbelnde Personen gehandelt, sicher sei sich der Nürnberger allerdings nicht.

Auch andere Zuschauer seien wüst beleidigt worden – teils wurde sogar mit Gewalt gedroht. Als sein Freund versuchte, die Provokateure zu filmen, sei auch er beleidigt worden.

Pawlowicz meldete den Vorfall seinen Angaben zufolge einem Ordner, doch seine Beschwerde blieb erfolglos: „Wir haben sofort dem Ordner Bescheid gegeben. Es kam aber keine Reaktion – nur ein Achselzucken.“ Wenig später sollte es dann zu den verbalen Kontern kommen, die bei vielen TV-Zuschauern für Verwunderung sorgten.

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Pawlowicz hält dagegen

Als Karim Adeyemi und Kevin Schade nach etwa 20 Minuten die Seiten gewechselt hatten, kam es zur entscheidenden Szene. Adeyemi spielte nun vor der Gegengeraden, direkt vor dem Block von Pawlowicz – und auch vor dem der pöbelnden Personen. „Jedes Mal, wenn sie etwas Ekliges geschrien haben, habe ich etwas Positives geschrien, aber lauter“, sagte Pawlowicz.

Dass seine Rufe während der TV-Übertragung recht präsent zu vernehmen waren, wusste der 32-Jährige zu diesem Zeitpunkt nicht: „Ich hatte keine Ahnung, dass man mich hört. Man hatte im Stadion gar kein Netz. Die Griechen waren auch so laut, dass ich wirklich verwundert bin, dass man mich so gut hören konnte.“

Ein klarer Appell an die Fußball-Fans

Die zweite Halbzeit konnte Pawlowicz dann verfolgen, ohne Beleidigungen und Beschimpfungen übertönen zu müssen. Wahrscheinlich seien vermehrt Beschwerden bei der Polizei eingegangen und die Pöbler dem Stadion verwiesen worden, so Pawlowicz.

„So etwas habe ich bei Länderspielen noch nicht erlebt“, erklärte der Nürnberger, der bereits zahlreiche Länderspiele im Stadion verfolgt hat. Während der Weltmeisterschaften 2026 war er laut der Frankenpost als Fotograf in verschiedensten Stadien unterwegs, überraschte dort Fans mit selbstgeschossenen Polaroids.

Eigentlich habe er während seiner zahlreichen Stadion-Erlebnisse stets positive Erfahrungen gesammelt und die Atmosphäre als „super entspannt“ wahrgenommen. Chaoten gebe es aber immer, so Pawlowicz.

Für seine zukünftigen Stadionbesuche hat der 32-Jährige einen ziemlich konkreten Wunsch: „Ich wünsche mir keine Stadionverbote oder andere Sanktionen des DFB. Dafür bin ich nicht zuständig. Mir geht es darum, dass unsere Grundwerte verkörpert werden. Solche Ausrufe haben in unseren Stadien keinen Platz!“

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