DFB-Frauen starten erfolgreich in WM-Saison
Bundestrainer schlägt Alarm: "Verlieren an Qualität"
Zwei Tor-Debütantinnen glänzen und bescheren dem DFB-Team gegen Australien das erhoffte Erfolgserlebnis. Die deutschen Fußballerinnen trotzen dabei auch einigen Personalsorgen.
Vielversprechende Ansätze und eine neue Goalgetterin: Die deutschen Fußballerinnen sind dank Doppelpackerin Melissa Kössler erfolgreich in die WM-Saison gestartet.
Das Team von Bundestrainer Christian Wück bezwang Australien verdient mit 4:2 (2:1) und bestand den ersten Härtetest gegen ein außereuropäisches Topteam. 258 Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft in Brasilien präsentierte sich die DFB-Elf in guter Frühform, einige Spielerinnen konnten Werbung in eigener Sache betreiben.
DFB-Frauen: Wück verteilt Sonderlob an Kössler
„Was mich ärgert, war, dass wir den Gegner vor der Halbzeit wieder zurückholen ins Spiel. Aber: Wir haben gewonnen, darum geht es“, sagte Wück am ZDF-Mikrofon. Ein Sonderlob verteilte der Bundestrainer 258 Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft in Brasilien an Melissa Kössler, die für die ersten beiden DFB-Tore (23., 30.) gesorgt hatte. „Sie hat ihre Chance genutzt und das gemacht, was eine Mittelstürmerin ausmacht“, betonte Wück.
Auch Camilla Küver (83.) erzielte ihren ersten Treffer für Deutschland. Sjoeke Nüsken (90.+4) sorgte in einer wilden Schlussphase für den Endstand. Insgesamt zeigte das DFB-Team in Karlsruhe trotz zahlreicher Ausfälle einen reifen Auftritt, auch die Defensive stand bis auf den Gegentreffer von Samantha Kerr (45.+1) und bei einigen Standardsituationen stabil. Der neuerliche Anschluss Australiens durch Holly McNamara (90.+2) trübte dann das Gesamtbild noch etwas.
„Wir können zufrieden sein. Wir wollten etwas ausprobieren und konnten das auch gut umsetzen“, sagte Kössler: „Wir müssen aber cleverer sein. Sobald wir nicht richtig standen, wurden wir bestraft.“
Nächster Test gegen Japan
Am Dienstag (17.45 Uhr) in Bremen soll im nächsten außereuropäischen Test gegen Japan weiter am Feinschliff für das Turnier (24. Juni bis 25. Juli 2027) gearbeitet werden.
Wück musste für den ersten Härtetest der WM-Saison ungewollt improvisieren, von seinem ursprünglich 24-köpfigen Kader fielen sechs Spielerinnen aus. Unter anderem sagte Kapitänin Giulia Gwinn wegen eines Außenbandrisses ab, am Spieltag selbst musste auch noch die erkrankte Lea Schüller passen. Der Bundestrainer wollte trotz der „ärgerlichen“ Ausfälle aus dem Turnierprobelauf gegen ein Team außerhalb Europas „Lehren ziehen, die positiven und eben auch die negativen Lehren“.
Topstar Kerr trifft für Australien
Und die bekam er schnell in beide Richtungen aufgezeigt. Zum einen war die linke Abwehrseite in der Anfangsphase etwas löchrig, ließ schon nach 44 Sekunden eine erste Großchance durch Australiens Topstar Kerr zu. Offensiv machte Klara Bühl über links allerdings ordentlich Betrieb, Cora Zicai setzte ihre flache Hereingabe leichtfertig drüber (3.). Generell rissen die DFB-Frauen die Spielkontrolle schnell an sich, trafen im letzten Drittel aber zunächst oft falsche Entscheidungen.
Nach einer Flanke von Carlotta Wamser setzte sich dann Franziska Kett am zweiten Pfosten im Kopfballduell durch, ihre Bogenlampe drückte Kössler über die Linie. Kurz darauf vollendete die US-Legionärin nach langem Pass von Elisa Senß einen Konter unter Mithilfe von Australiens Torhüterin Mackenzie Arnold. Deutschland entwickelte nun eine enorme Dominanz, schlief aber einmal in der Defensive: Kerr versenkte Sekunden vor der Pause eine Flanke per Kopf, Wück ging daraufhin kopfschüttelnd in die Kabine.
Der Bundestrainer nutzte dennoch den Testspielcharakter und wechselte zur Pause dreifach. Unter anderem gingen die agilen Bühl und Jule Brand runter, die Partie wurde nun ausgeglichener. Erst scheiterte Kössler allein vor dem Tor (49.), dann traf Clare Wheeler für die „Matildas“ aus Down Under die Latte (56.). In Folge häuften sich die Wechsel auf beiden Seiten, Spielfluss und Tempo gingen etwas verloren.
Die kurz zuvor eingewechselte Nicole Anyomi hatte dann aber plötzlich die Chance, alles klarzumachen (77.). Der Ball der Stürmerin, die freie Bahn hatte, landete am Außenpfosten. Fünf Minuten später ließ auch Linda Dallmann eine Großchance freistehend ungenutzt. Küver machte es mit dem Kopf wenig später nach einer Dallmann-Ecke dann besser. Danach wurde es auf beiden Seiten nochmal wild.
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