Anzeige

Nach Eklat: Balakov tritt zurück

Nach Eklat: Balakov tritt zurück

Bulgariens Nationaltrainer Krassimir Balakov tritt vier Tage nach dem Skandal-Spiel gegen England zurück. Auch an der Verbandsspitze gibt es wohl ein Stühlerücken.
Im Spiel gegen England kam es zu rassistischen Anfeindungen Bulgarischer Fans gegen Spieler der Three Lions. Nationalcoach Balakow reagiert ausweichend.
Sportinformationsdienst
Sportinformationsdienst
. SPORT1
. SPORT1
von Sportinformationsdienst, SPORT1

Bulgariens Nationaltrainer Krassimir Balakov ist vier Tage nach dem Rassismus-Eklat beim EM-Qualifikationsspiel gegen England (0:6) zurückgetreten.

Auch die gesamte Führung des nationalen Verbandes (BFU) reichte laut offizieller Mitteilung vom Freitag ihren Rücktritt ein. Man sei "übereingekommen, dass die Leistungen des Nationalteams zuletzt enttäuschend" gewesen seien.

Der militärische Gruß der türkischen Nationalspieler ist nicht die erste politische Botschaft, die aus einem Stadion verschickt worden ist
Die türkischen Fußballer jubelten auch in Frankreich mit einem Militärgruß
Nach dem Abpfiff salutierte die türkische Nationalmannschaft erneut auf dem Rasen des Stade de France
+24
Politische Statements und Skandale im Fußball

Einen Nachfolger soll Ex-Nationalspieler Jordan Letschkow suchen, Schütze des entscheidenden 2:1 im WM-Viertelfinale 1994 gegen Deutschland.

Balakov: Moralische Verantwortung

"Ich bin aus einer moralischen Verantwortung heraus zurückgetreten", sagte Balakov der Bild.

Seine Mission, den bulgarischen Fußball aus der Krise zu führen, ist gescheitert. "Die Entwicklung ist jammerschade", erklärte der einstige Spielmacher enttäuscht: "Der bulgarische Fußball braucht jetzt einen kompletten Neustart."

Der langjährige Bundesliga-Profi, 2012 Trainer des 1. FC Kaiserslautern, hatte nach dem Abpfiff am Montag in einem ersten Interview behauptet, von den Affenlauten und noch schlimmeren Vorfällen in Sofia nichts mitbekommen zu haben - und verharmloste die Vorfälle.

"Wir haben kein Rassismus-Problem. In unserer Liga spielen viele dunkelhäutige Spieler. Ich finde überhaupt nicht gut, dass dieses Thema so hoch gepusht wird", hatte der 53-Jährige erklärt. "Diese Probleme gibt es in England weitaus häufiger. Sonst würden sie es nicht so groß thematisieren."

Später bat er in einer Mail um Entschuldigung. 

Die Begegnung hatte mehrmals vor dem Abbruch gestanden, die englischen Stars wurden mit Affenlauten, höhnischen Gesängen und dem Hitlergruß beleidigt.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat ein Disziplinarverfahren eröffnet. Verbandspräsident Boris Michailov war im Zuge des Skandals auf Druck des Premierministers ebenfalls zurückgetreten.

MEHR DAZU