Es hätte ein Freiburger Fußball-Abend werden können! Ohne Gästefans waren die Engländer aus West Ham am zweiten Spieltag der Europa-League-Saison ins Breisgau gereist - und fliegen durch den 1:2 (0:1)-Auswärtssieg am Donnerstagabend mit drei weiteren Punkten im Gepäck wieder gen Insel.
Europa League: Torwartfehler! Freiburg mit unglücklichem EL-Abend
Torwartfehler! Freiburg unglücklich
Während der Brasilianer Lucas Paquetá (8.) die Gäste noch früh durch einen Kopfball mit sagenhaftem Luftstand in Front gebracht hatte, glich Roland Sallai (49.) zunächst per strammem Schuss unter die Querlatte aus. Doch durch einen Patzer von SCF-Keeper Noah Atubolu (66.), der bei einer Flanke am Ball vorbeigriff, entschied Nayef Aguerd die Partie erneut per Kopf.
Freiburgs Philipp Lienhart zeigte sich nach der Partie bei RTL herb enttäuscht: „Wir haben anfangs relativ ängstlich gespielt. In der zweiten Hälfte sind wir dann aufgetreten, wie wir wollten – und bekommen dann das Standardtor. Das ist unglaublich bitter.“
Trainer Christian Streich nahm seinen Keeper Atubolu ob seins Fehlers derweil in Schutz: „Nicht nur Noah hat das Spiel verloren, sondern wir alle. Auch ich. Aber ich bin sehr froh, dass wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, dass wir Fußball spielen können.“
West Ham mit Kehrer: „Gutes Resultat für uns“
West Hams deutscher Nationalspieler Thilo Kehrer freute sich derweil: „In der ersten Halbzeit waren wir stärker, hätten ein zweites Tor machen müssen – doch dann kam Freiburg. Wir haben aber gut verteidigt und es ist ein sehr gutes Resultat für uns.“
In einer Partie, die sich in zwei Hälften untergliederte, neutralisierten sich die Halbzeiten nahezu. Während die Engländer speziell in der ersten Halbzeit in einer aufgrund von diversen Fouls zerfahrenen Partie die Oberhand behielten, wurde der SCF nach der Pause stärker - doch konnte nichts Zählbares mitnehmen.
Einen Wermutstropfen mussten die Breisgauer zudem hinnehmen. Nicolas Höfler holte sich bereits im zweiten Europa-League-Spiel der Saison zum zweiten Mal die Gelbe Karte ab und wird am dritten Gruppen-Spieltag fehlen.
Niederlage nach Auftaktsieg für Freiburg
Den Europacup-Auftakt hatten die Breisgauer beim griechischen Rekordmeister Olympiakos Piräus noch gewonnen (3:2). Neben Piräus und West Ham hat es Freiburg in der Gruppenphase noch mit dem serbischen Klub TSC Backa Topola zu tun.
„Ich hoffe sehr, dass wir die Räume eng halten können“, sagte Freiburgs Trainer Christian Streich kurz vor dem ersten SC-Pflichtspiel gegen einen Klub aus der Premier League bei RTL+: „Das ist etwas ganz Besonderes und eine große Herausforderung für uns.“
Vor 34.200 Zuschauer im ausverkauften Freiburger Stadion zeigten die Londoner gleich in den ersten Minuten ihre Klasse. Die Gastgeber, die ohne den langzeitverletzten Kapitän Christian Günter sowie Michael Gregoritsch und Yannik Keitel auskommen mussten, hatten große Mühe mit der Wucht der Engländer.
Die Führung West Hams durch den Kopfball von Paqueta war keine Überraschung. Bejubelt wurde das Tor aber nicht. Den Gästen fehlte jegliche Unterstützung von den Rängen. Die Anhänger der Londoner wurden nach Krawallen rund um das Endspiel der Conference League in Prag gegen den AC Florenz (2:1) für das Spiel ausgeschlossen.
Freiburg durch Torwart-Patzer ohne Zählbares
Kurz nach dem ersten Tor hätte Mohammed Kudus fast erhöht, der Ball landete am Pfosten (12.). Wie schon beim Gegentor machte der deutsche U21-Nationaltorhüter Atubolu dabei keine allzu gute Figur. Auch in der Folge waren die Londoner überlegen. Mit dem knappen Rückstand war der SC nach der ersten Hälfte gut bedient.
„Wir machen es im Ballbesitz nicht gut genug“, sagte Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier in der Pause: „Wir müssen ein Stück weit mutiger und geradliniger werden.“
Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs setzten die Freiburger diese Vorgabe um. Sallai traf zum Ausgleich. Danach drehten die Gastgeber auf, Lucas Höler hätte eigentlich die Führung erzielen müssen (55.). Stattdessen flog Atubolu auf der Gegenseite unter einem Eckball durch, und Aguerd bedankte sich.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)