Ex-Frankfurt-Coach Albert Riera hat mit seinem neuen Verein Roter Stern Belgrad einen bitteren Abend erlebt. Nach einer 3:0-Führung aus dem Hinspiel verloren die Serben das Playoff-Rückspiel am Donnerstag deutlich mit 1:5 gegen Viktoria Pilsen und verpassen damit spektakulär die Qualifikation zur Europa League.
Spektakuläres Aus für Ex-Frankfurter Riera
Bitteres Aus für Riera
Bereits nach acht Minuten ging Pilsen durch Prince Kwabena Adu in Führung, nur drei Minuten später erzielte Mirko Ivanic den Ausgleich für die Mannschaft um Stürmer Marko Arnautović.
Nach dem Seitenwechsel wurde es dann zunehmend wild. In der 51. Minute vergab Pilsen zunächst die Chance auf die Führung vom Elfmeterpunkt. Zwei Minuten später sah Belgrads Osman Bukari die Rote Karte. In einer Rangelei mit seinem Gegenspieler hatte er diesen mit einem leichten Schlag im Gesicht getroffen.
Wilder Spielverlauf mit Roter Karte, Elfmeter und Verlängerung
In der 58. Minute gab es dann erneut Elfmeter für die Tschechen und dieses Mal auch die Führung für den Gastgeber: Denis Visinsky verwandelte. Wenig später legte Pilsen durch Patrik Hrosovsky (63.) das 3:1 nach. Dieser Spielstand hätte für Rieras Team auch weiterhin für die Europacup-Qualifikation gereicht, doch das Spiel war noch lange nicht beendet.
In der fünften Minute der Nachspielzeit gab es eine Ecke für Pilsen. Torhüter Florian Wiegele war mit nach vorne geeilt und wurde von einem Verteidiger leicht gehalten. Nach ausführlicher Sichtung der VAR-Bilder gab es den dritten Elfmeter für die Tschechen! Christophe Kabongo trat dieses Mal an und traf – Rettung in letzter Sekunde also, es ging in die Verlängerung.
Dort sollte das Spiel ein denkwürdiges Ende bekommen: Pilsens David Krcik drückte einen Kopfball in der 96. Minute derart knapp über die Linie, dass die Torlinientechnik eingreifen und den Treffer anzeigen musste. Zudem wurde ein möglicher Ellenbogenschlag von Krciks Gegenspieler vom VAR nach Check nicht als Foul gewertet. Sich das Gesicht haltend, ließ sich der Torschütze von seinen ekstatischen Teamkollegen feiern.
Riera teilt auf der Pressekonferenz aus
Für Riera und Arnautovic bedeutete das gleichzeitig das Aus im Kampf um die Europa League. Belgrad bleibt allerdings zumindest das Trostpflaster der Conference League, für die sich der Klub durch das Erreichen der Playoffs automatisch qualifizierte.
Beruhigen wollte sich der aufbrausende Coach jedoch keineswegs: „Ihr könnt jetzt zu den Spielern gehen und sie fragen: Was war die einzige Botschaft vor diesem Spiel? Wenn ihr nicht tut, was ich sage. Ich sende keine 100 Botschaften, sondern nur eine. Die eine und einzige. Aber was soll ich jetzt tun? Wir sind keine Maschinen. Soll ich einen Spieler umbringen? Nein!“, polterte er auf der Pressekonferenz.
Schon zu Frankfurt-Zeiten war der Übungsleiter für seine polarisierenden Analysen bekannt, eine Eigenschaft, die er offenbar mit nach Serbien genommen hat: „Sie brauchen einen Trainer. Ich nehme die ganze Kritik auf mich. Ich werde den ganzen Mist schlucken. Wir müssen daraus lernen, denn ich bereite eine Mannschaft vor, die groß rauskommen wird – für die Champions League. Wer diesem Niveau nicht gewachsen ist, der muss gehen.“