FIFA Frauen WM>

Frauen-WM: WM-Prämien doch noch nicht fix? DFB-Spielerin Kleinherne deutet Gespräche an

Neue Entwicklung in Prämien-Debatte

Den deutschen Frauen winken bei der anstehenden WM Rekordpreisgelder. Vom DFB selbst soll aber offenbar kein Geld kommen. Nun äußert sich eine Nationalspielerin zu der Thematik.
Nächstes Kapitel im Zoff zwischen dem FC Bayern und dem DFB: Jetzt erklären die Spielerinnen des Meisters ihre Sichtweise.
Den deutschen Frauen winken bei der anstehenden WM Rekordpreisgelder. Vom DFB selbst soll aber offenbar kein Geld kommen. Nun äußert sich eine Nationalspielerin zu der Thematik.

Ist in Sachen WM-Prämien doch noch nicht das letzte Wort gesprochen?

Nationalspielern Sophia Kleinherne hat sich zur Prämien-Thematik der DFB-Frauen geäußert - und angedeutet, dass das Thema wohl noch nicht komplett abgehakt ist. „Da ist unser Mannschaftsrat noch in Gesprächen“, sagte die Spielerin von Eintracht Frankfurt beim Media Day in Herzogenaurach in einer Gesprächsrunde, an der auch SPORT1 teilnahm.

Zuvor hatte der DFB dem SID bestätigt, dass die deutschen Frauenbei der WM in Australien und Neuseeland vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) neben den vom Weltverband FIFA vorgegebenen Prämien keine weitere Aufstockung erhalten.

Kleinherne: „Zeigt, dass man es ernst mit uns meint“

Gemäß der Rekordpreisgelder bekommt das Frauen-Nationalteam im Falle des dritten WM-Triumphes damit 270.000 Dollar (252.000 Euro) pro Kopf. Manuel Neuer und Co. hätten für den Titelgewinn in Katar 2022 je 400.000 Euro vom DFB erhalten.

„Die Summen der FIFA sind ja schonmal enorm. Das zeigt uns, dass man es ernst mit uns meint“, betonte Kleinherne. Die 23-Jährige erklärte, dass die Mannschaft das Thema nicht an sich heranlasse. „Wir beschäftigen uns damit nicht. Unser Mannschaftsrat weiß, was angesprochen werden muss. In der Mannschaft ist es kein Thema, das zu Unruhen führt.“

Bislang zahlte die FIFA die WM-Gelder an die nationalen Verbände, die dann eigenständig die Höhe der Prämien mit den Spielerinnen verhandelten. Nun gibt es bei der anstehenden Endrunde (20. Juli bis 20. August) beispielsweise für den Verband der Weltmeisterinnen noch rund vier Millionen Euro zusätzlich.

Deutlicher Anstieg bei den Preisgeldern

Nach der Anfang Juni verkündeten Systemreform erhält jede Teilnehmerin erstmals mindestens 30.000 Dollar (28.000 Euro). Insgesamt schüttet die FIFA 110 Millionen Dollar (103 Millionen Euro) aus. Mehr als die Hälfte fließt an die Spielerinnen der 32 Teams. Bei der WM 2019 in Frankreich betrugen die FIFA-Prämien noch 30 Millionen Dollar.

Zum Vergleich: Bei der vergangenen Männer-WM zahlte die FIFA rund 410 Millionen Euro an Prämien aus. Laut Präsident Gianni Infantino sollen bei den Weltmeisterschaften 2026 (Männer) und 2027 (Frauen) die gleichen Gelder fließen.

Bei der Frauen-EM im Vorjahr hatte sich unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz öffentlich für „Equal Pay“ auch bei den Fußball-Nationalteams stark gemacht. Für einen EM-Triumph in England hatte der finanziell angeschlagene DFB 60.000 Euro ausgelobt, vor vier Jahren hätte jede Nationalspielerin 75.000 Euro für den WM-Titel erhalten.

-----

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)