Der Auftakt für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hätte kaum besser laufen können. 6:0 fertigte die Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg WM-Außenseiter Marokko ab und schoss sich für die weiteren Aufgaben in Australien und Neuseeland so richtig warm.
Frauen-WM: Kurioses DFB-Maskottchen verzückt deutsche Fans - das steckt dahinter
DFB-Maskottchen: Das steckt dahinter
Der Funke scheint auch auf die Zuschauer in Deutschland übergesprungen zu sein. Dem Team um Doppeltorschützin und Kapitänin Alexandra Popp fliegen die Herzen zu - und das auch wegen ihres ganz besonderen Glücksbringers.
Vor dem ersten Gruppenspiel, als die deutsche Nationalhymne im Stadion von Melbourne erklang, war die angeschlagene Lena Oberdorf zu sehen. Die Führungsspielerin, die gegen Marokko wegen Oberschenkelproblemen ausfiel, hatte ein spezielles Kuscheltier auf der Ersatzbank dabei.
Zu sehen war ein Koalabär aus Wolle, der ein Deutschland-Trikot trägt und den sich Oberdorf vorne auf die Brust schnallte, damit dieser das Spiel aus nächster Nähe verfolgen konnte. Auch nach dem Spiel durfte der Talisman auf dem Siegerfoto nicht fehlen.
Die deutschen Fußball-Fans zeigten sich vollkommen verzückt vom neuen Wappentier der DFB-Mannschaft. „Das beste Maskottchen, was eine FIFA-WM JEMALS hatte!“, lautete der Top-Kommentar von „an.be17″ unter dem entsprechenden SPORT1-Post bei Instagram.
„Das ist der große Unterschied zwischen Frauen- und Männerfußball. Die Ladys haben noch dieses Wir-Gefühl, geben alles für Deutschland, sind titelhungrig und haben Spaß am Fußball“, schrieb außerdem „_dxnxy_0231_“ dazu.
Bühl häkelt WM-Maskottchen: Was steckt dahinter?
Urheberin des süßen Stofftiers ist nicht irgendjemand, sondern DFB- und Bayern-Star Klara Bühl. Die Außenbahnspielerin, die gegen Marokko das 3:0 erzielte, hatte über mehrere Monate hinweg in sorgfältiger Kleinarbeit den Glücksbringer für ihr Team gehäkelt.
Als Namen wählte die DFB-Auswahl gemeinsam den Namen „Waru“. „Es bedeutet so viel wie ‚Feuer‘. Und das passt ganz gut zu uns“, sagte Bühl vor dem Turnierstart.
Schon zu diesem Zeitpunkt hatte Bühl unzählige Anfragen bekommen, wie man den Koalabär nachhäkeln kann. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so einen Lauf annimmt und so viele ins Häkel-Business einsteigen.“
DFB-Frauen demonstrieren Teamgeist
Die Fans lesen aus Aktionen wie dieser einmal mehr einen unverwüstlichen Teamgeist der deutschen Mannschaft ab. Nach dem Spiel gegen Marokko hatten drei Spielerinnen (darunter Bühl) bereits die Trikots der verletzten Linda Dallmann, Carolin Simon und Giulia Gwinn getragen, um ihnen einen Gruß in die Heimat zu schicken.
Vor einem Jahr hatte Bühls Sturmpartnerin Lea Schüller bei der Europameisterschaft in England ihre Mitspielerinnen ebenfalls mit etwas Selbstgehäkeltem überrascht.
Weil Schüller nach einem positiven Corona-Test kurzfristig ausgefallen war, häkelte die Bayern-Spielerin für jede ihrer Kolleginnen aus der Quarantäne heraus ein Herz als Glücksbringer. Und es half: Die DFB-Elf schlug Frankreich dank eines Popp-Doppelpacks mit 2:1 und zog ins Endspiel ein.
Häkel-Leidenschaft: „Kann es nur jedem raten“
„Es ist altmodisch, aber entspannend. Ich kann es nur jedem raten“, sagte Bühl über ihre Häkel-Leidenschaft: „Es ist immer viel Trubel um einen herum. Es tut dann auch mal gut, sich hinzusetzen, Musik zu hören und sich aufs Häkeln zu konzentrieren.“