Es waren Szenen, die den Traum vom Big Thing immer mehr Nahrung geben.
Golf: Kann Tiger Woods US Masters wirklich gewinnen?
Wird hier ein Wunder Wirklichkeit?
Beim vielversprechenden Auftakt ins US Masters beeindruckte Golf-Superstar Tiger Woods die Konkurrenz, lag in Lauerstellung zur Spitze - und ließ die Fans weiter von einem sechsten Triumph an der Magnolia Lane träumen.
Der folgenschwere Autounfall vor rund 13 Monaten? War ihm nicht anzumerken.
„Ich habe mich zurückgekämpft, um an diesem Tag voll da zu sein“, sagte er: „Ich bin da, wo ich sein wollte.“ Trotz der Schmerzen im rechten Bein war ihm klar: „Sobald das Adrenalin einsetzt, ich angefeuert werde und in meine kleine Welt eintauche, sollte alles in Ordnung sein.“
Fans aus dem Häuschen über Woods-Comeback
Über fünf Stunden kämpfte sich Woods mit seinem schwer lädierten Bein über die Hügel des Augusta National - und beendete Runde eins mit 71 Schlägen auf einem geteilten zehnten Rang.
Und das, obwohl er nach dem Crash im Februar 2021 „drei Monate lang nicht das Bett verlassen“ hatte. „Ich habe Glück, dass ich lebe und dass ich mein rechtes Bein noch habe“, sagte Woods einmal.
In Führung lag nach der ersten Runde der Südkoreaner Sung-Jae Im (67), auf Rang zwei folgte der Australier Cameron Smith mit einer 68er-Runde. Routinier Bernhard Langer hatte zu kämpfen, nach einem Doppel-Bogey an Bahn 12 (Golden Bell) kam er letztlich auf 76 Schläge.
Der zweimalige Masters-Champions, der sich den Cut zum Ziel gesetzt hat, belegte zunächst den geteilten 70. Rang.
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Um 11.06 Uhr Ortszeit hatte Woods an Bahn 1 (Tea Olive) abgeschlagen. Nach vier Schlägen lochte er zum Par - die Zuschauer applaudierten begeistert.
Der 46-Jährige war im azaleen-pinken Shirt angetreten, das an den blühenden Rhododendron auf dem legendären Golfplatz erinnert. Sein ganzes Können blitzte immer wieder auf, die Energie auf den Rängen stieg.
Von 1997 bis 2019 - oder 2022?
„Der Platz war wie elektrisiert“, sagte Woods über die Anfeuerungen von Tausenden Zuschauern. Doch der Publikumsliebling will nicht nur dabei sein oder den Cut schaffen.
Er will gewinnen und damit ein sportliches Wunder vollbringen. „Das kann ich“, hatte er zuvor auf die Frage geantwortet, ob er den Sieg schaffen könne.
Um die historische Dimension einzuordnen: Woods‘ erster Masters-Sieg gelang ihm im Jahr 1997, als noch Bill Clinton die USA und Helmut Kohl Deutschland regierten und Tic Tac Toe auf Platz 1 der deutschen Charts standen. Es war das Jahr, in dem Jan Ullrich die Tour de France gewann, Jacques Villeneuve die Formel-1-WM, Kalle Riedle und Lars Ricken den BVB zum Champions-League-Sieg schossen.
Alles längst vergangene Geschichte - aber Tiger Woods ist immer noch Gegenwart. Und was er der Gegenwart aufzuzwingen vermag, bewies er auch schon 2019, als das zwischenzeitlich nicht nur sportlich tief gefallene Idol nach langer Leidenszeit mit starken Rückenschmerzen in Augusta seinen insgesamt 15. Majortitel holte.
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Woods: Haben noch langen Weg vor uns
Fans und Rivalen hatten der Rückkehr des Ausnahmegolfers in diesen Tagen entgegengefiebert.
Doch noch bevor Woods am Freitag auf seine zweite Runde ging, blickte er bereits voraus.
„Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Dieser Platz wird sich verändern und er wird noch viel schwieriger werden“, sagte Woods, und es gebe niemanden, „der außer mir die Last schultern kann“.
Doch welche Schicksalsschläge der Superstar wegzustecken imstande ist, hat er bereits mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)