Geburtstagskind Golla über Wechselwirbel: „Blende das aus“

von SID
Geburtstagskind Golla über Wechselwirbel: „Blende das aus“

Den DHB-Kapitän verfolgen derzeit Schlagzeilen rund um seinen Wechselwunsch - im Kreise des DHB-Teams will er diesen Themen keinen Raum geben.

Johannes Golla spazierte mit einer Geburtstagstorte durch die Katakomben der Berliner Uber Arena, nach dem erfolgreichen Start in die EM-Qualifikation war der Kapitän der deutschen Handballer trotz aller Nebengeräusche erleichtert. „Es war ein entspannter Tag“, berichtete der 29-Jährige nach dem 42:32 (22:18) gegen den Underdog Belgien am Donnerstagabend.

„Die Vorbereitung hat gut geklappt, zudem sind meine Frau und die Kinder zu Besuch gekommen, die konnte ich noch kurz sehen. Das ist auch nicht selbstverständlich, wenn man mit der Arbeit unterwegs ist“, führte Golla weiter aus: „Die Jungs haben mir einen Kuchen zum Mittagessen mit Unterstützung von unserem Koch hingestellt – mit dem Sieg war es ein gelungener Geburtstag.“

Die Themen, die derzeit abseits des Feldes die Schlagzeilen rund um seine Person bestimmen, will Golla im Kreise der Nationalmannschaft keinen Raum geben. „Ich blende das eher aus, weil ich nichts zu erzählen habe und dementsprechend auch die Atmosphäre hier genießen will“, sagte der Kreisläufer. Diese sei „unbeschwert“, man unterhalte sich „über Themen abseits des Handballs“, sagte Golla: „Ich habe mich auf die Woche gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Es war schön, die Jungs wiederzusehen.“

Golla hatte nach nur wenigen Monaten bei der MT Melsungen seinen Wunsch nach einer Rückkehr aus familiären Gründen zur SG Flensburg-Handewitt öffentlich gemacht und zuletzt sogar von einer Gefahr für seine mentale Gesundheit gesprochen. Bundestrainer Alfred Gislason hatte seinem Kapitän jüngst den Rücken gestärkt und betont: „Wenn wir Golli in irgendeiner Hinsicht helfen können, werden wir das immer machen und stehen voll hinter ihm.“

DEINE MEINUNG

In der Uber Arena hatte Golla trotz aller Unruhe das DHB-Team wie gewohnt auf das Feld geführt. Nach einem holprigen Start war die Mannschaft von Gislason besser ins Spiel gekommen und fuhr einen letztendlich ungefährdeten Sieg ein. „Das Spiel war sicherlich nicht unser bestes“, räumte Golla ein. Die Mannschaft habe „noch Potenzial“. Am Sonntag (18.00 Uhr/sportschau.de) steht in der Slowakei das zweite Spiel auf dem Weg Richtung EM-Endrunde 2028 an.