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WM: So unfair scheitert Frankreich

WM: So unfair scheitert Frankreich

Bei der Handball-WM scheitert Frankreich an Schweden, das damit eine Durststrecke beendet. Der Rekord-Champion leistet sich dabei noch ein unfaire Aktion.
Am 13. Januar startet die Weltmeisterschaft in Ägypten. Erstmals werden Teilnehmerfeld und Kadergröße aufgestockt. Auf Fans muss der DHB ebenso verzichten wie auf wichtige Spieler.
Christian Paschwitz
von Christian Paschwitz
29.01.2021 | 22:40 Uhr

Der Rekord-Champion ist raus nach einer höchst enttäuschenden Leistung - Schwedens Handballer dagegen stehen erstmals seit 20 Jahren wieder im WM-Endspiel: (Handball-WM 2021 vom 13. bis 31. Januar im LIVETICKER)

Frankreich hat bei der Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten den abermaligen Einzug ins Endspiel klar verpasst. (So läuft die Handball-WM 2021)

Das Team  von Coach Guillaume Gille unterlag in Kairo im Halbfinale dem über die gesamte Spielzeit wesentlich frischer wirkenden Schweden mit 26:32 (13:16) und versäumte damit die Möglichkeit auf den erneuten Titel-Gewinn nach 1995, 2001, 2009, 2011, 2015 und 2017. (das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Dagegen treffen die Skandinavier nun im Finale auf Titelverteidiger Dänemark (35:33-Thriller gegen Europameister Spanien) und greifen nun nach ihrem fünften WM-Gold. (Handball-WM: Die wichtigsten Regeln)

Handball-WM: Schweden wirft Frankreich raus

In der Turnier-Runde der letzten Acht hatte sich Frankreich, dem der Kräfteverschleiß deutlich anzumerken war, gegen Deutschland-Schreck Ungarn in der Verlängerung noch glücklich mit 35:32 behauptet

Schweden wiederum, einer der drei DHB-Team-Gegner beim Olympia-Qualifikationsturnier im März, war im Viertelfinale gegen Katar ein souveränes 35:23 (14:10) gelungen.

Die mit zwölf Bundesligaprofis gespickte Drei-Kronen Auswahl hatte gegen die Franzosen einmal mehr in Torhüter Andreas Palicka von den Rhein-Neckar Löwen ihren herausragenden Akteur. Zum besten Torschützen avancierte der Flensburger Linksaußen Hampus Wanne mit elf Treffern.

Bei den Franzosen, die zuvor alle ihre sieben WM-Spiele gewonnen hatten, nun aber insgesamt angriffsschwach agierten, traf Hugo Descat am häufigsten (5 Tore). 

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Frankreich-Rot nach unfairer Aktion

Schweden, ursprünglich als Außenseiter in die WM gestartet, beeindruckte auch gegen "Les Bleus" mit seiner hoch effizienten Spielweise. Hinten stellte die Mannschaft des norwegischen Trainers Glenn Solberg eine extrem bewegliche und aggressive 6:0-Deckung mit einem starken Palicka dahinter. Und vorne gelangen Wanne und Co. etliche Tore per Tempogegenstoß.

Auch sonst nutzten die Schweden in der von den deutschen Schiedsrichtern Robert Schulze und Tobias Tönnies souverän geleiteten Partie nahezu jede Gelegenheit. Die Trefferquote von über 90 Prozent nach 40 Minuten - im Handball eine Seltenheit.

"Es ist absolut unglaublich. Wir beweisen, dass man verdammt gut Erfolg haben kann, wenn man als Team spielt", sagte Schwedens Torjäger Wanne und sprach von einem "besonderen Gefühl". 

Frankreich führte über die gesamten 60 Minuten lediglich ein Mal (7:6), ansonsten lag Schweden permanent vorn und gewann hoch verdient.

Nichts zu machen für Frankreich: Schweden um Hampus Wanne (l.) steht erstmals nach mehr als 20 Jahren wieder im Finale einer Handball-WM
Nichts zu machen für Frankreich: Schweden um Hampus Wanne (l.) steht erstmals nach mehr als 20 Jahren wieder im Finale einer Handball-WM

Bitterer Moment zudem für die Franzosen,  die auf den verletzten Luka Karabatic verzichten mussten: Adrien Dipanda sah die Rote Karte (51.), weil er Jim Gottfridsson unmittelbar vor dessen Schlagwurf-Treffer zu Schwedens 27:23 absichtlich ins Gesicht gegriffen hatte.

Schweden letztmals 1999 Handball-Weltmeister

Schweden bestreitet das Finale gegen Dänemark am Sonntag (ab 17.30 Uhr im LIVETICKER), die Halbfinal-Verlierer Spanien und Frankreich spielen ebenfalls am Sonntag (14.30 Uhr) um die Bronzemedaille.

Schwedens bislang letzter WM-Erfolg datiert aus dem Jahr 1999 - Austragungsort damals wie heute: Ägypten. 

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)