Die deutschen Hockey-Männer haben bei der Weltmeisterschaft den Gruppensieg gefeiert – dabei jedoch den ersten kleinen Dämpfer kassiert. Nach dem vorzeitigen Weiterkommen und einem Überraschungssieg gegen Gastgeber Belgien (1:0) kam der neu formierte Welt- und Europameister von Bundestrainer André Henning beim sportlichen unbedeutenden Vorrundenabschluss nur zu einem 1:1 gegen Frankreich.
"Abhaken": Hockey-Männer sichern WM-Gruppensieg
DHB-Männer sichern Gruppensieg
„Abhaken, typisches drittes Gruppenspiel, wo kein Druck mehr da ist“, sagte Henning in seiner Ansprache im Kreis nach dem Spiel und zog ein überaus positives Vorrundenfazit. „Wenn mir das einer vorher gesagt hätte: Wir gehen in die Zwischenrunde, wir haben drei Punkte im Sack, wir haben es selbst in der Hand und spielen am Freitag ums Halbfinale. Den Flow halten wir, da freue ich mich tierisch drauf.“
Spätes Remis gegen Frankreich
Justus Weigand (43.) brachte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) im strömenden Regen in Wavre in Führung, 39 Sekunden vor der Schlusssirene besorgte Louis Haertelmeyer den Ausgleich. Das DHB-Team spielte zu diesem Zeitpunkt nach der Gelben Karte gegen Benedikt Schwarzhaupt in Unterzahl.
In der Zwischenrunde stehen nun zwei weitere Spiele in Belgien an – gegen die beiden Erstplatzierten der Gruppe C, die am Donnerstag noch zwischen Australien, Irland, Spanien und Südafrika ausgespielt werden, reicht ein Sieg, um ins Halbfinale einzuziehen.
Zwei Tage nach dem Statement-Sieg gegen Belgien wollte man „an den Kleinigkeiten feilen“ und vor allem „mehr Tore schießen“, sagte DHB-Spieler Teo Hinrichs vor dem Spiel bei MagentaTV. Das gelang bei schwierigen Bedingungen nicht, erst nach 43 Minuten war der Tor-Bann gebrochen. Doch Frankreich kam noch zum Ausgleich.
Dennoch hat der Gegentreffer durchaus Seltenheitswert, war es doch erst der zweite im laufenden Turnier: „Wir haben eine defensiv unglaublich starke Vorrunde gespielt. Also selten hat man eine deutsche Mannschaft eigentlich so gut defensiv stehen sehen. Gar nichts zugelassen. Alles rund um den Kreis ist wahnsinnig stark. Und ich glaube, darauf kann man aufbauen für die Zwischenrunde“, bilanzierte der Coach nach Abpfiff.
Zuvor hatten die deutschen Frauen dem großen Druck standgehalten und im Showdown zum Gruppenfinale die USA mit 3:1 besiegt. Die Danas bewahrten durch den Einzug in die Zwischenrunde die Chance auf die erste WM-Medaille seit 1998.