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Rummenigges besondere Beziehung zu „Trap“

Rummenigges besondere Beziehung zu „Trap“

Karl-Heinz Rummenigge wird von Trainer Giovanni Trapattoni entlassen. Das verhindert aber nicht, dass die beiden eine besondere Beziehung zueinander aufbauen.
Kein anderer Trainer hat so viele Europapokale gewonnen wie er. Trapattoni steht aber auch für amüsante Sprach-Perlen und taktische Disziplin. Rückblick auf seine Karriere.
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von SPORT1

Nach acht Jahren beim FC Bayern hatte Karl-Heinz Rummenigge 1984 den Schritt ins Ausland gewagt und war zum damaligen Top-Klub Inter Mailand gewechselt.

Zwei Jahre später kam Giovanni Trapattoni ebenfalls nach Mailand, um sich bei Inter auf die Trainerbank zu setzen - der Beginn einer besonderen Beziehung.

„Ich habe Giovanni zum ersten Mal in meinem letzten Jahr bei den Nerazzurri getroffen, einer Saison, die nicht einfach war, weil ich Muskelprobleme in meinem Bein hatte. Am Ende war er es, der entschied, dass mein Vertrag nicht verlängert werden würde. Das war für mich schwer zu akzeptieren“, erinnerte sich Rummenigge nun bei dem italienischen Fernsehsender Rai 2.

Doch auch wenn er 1987 Inter verlassen musste, war es nur der Anfang der Beziehung zwischen Rummenigge und „Trap“, die unter diesen Umständen nicht gerade verheißungsvoll begonnen hatte.

Rummenigge überrascht Trappatoni mit Angebot

Der langjährige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern erklärte „Dann habe ich ihn Jahre später angerufen und gefragt, ob er sich vorstellen könnte, Bayern-Trainer zu werden. (Franz) Beckenbauer, (Uli) Hoeneß und ich fuhren nach Mailand, um ihn zu treffen, wir aßen mit ihm und seiner Frau Paola zu Mittag.“

Wie der damalige Vizepräsident der Bayern verriet, war es dort zu einem erstaunlichen Gespräch gekommen: „Er bat darum, mit mir persönlich in seinem Wohnzimmer zu sprechen, und sagte mir: ‚Ich verstehe nicht, ich habe dir die Verlängerung deines Vertrags verweigert, und jetzt bittest du mich, zu den Bayern zu gehen.‘“

Rummenigge antwortete: „Als du diese Entscheidung getroffen hast, hatte ich einen Achillessehnenschaden und fiel fünf bis sechs Monate aus. Ich habe deine Entscheidung verstanden, mach dir keine Sorgen. Damals war es schwer, Italien zu verlassen, aber jetzt ist die Situation anders. Wir glauben, dass du die richtige Lösung bist, um Bayern zu trainieren.“

Rummenigge: „Giovanni blieb in meinem Herzen“

Von dem Punkt an entwickelte sich mehr als eine normale Beziehung zwischen dem Verantwortlichen für einen Verein und dessen Trainer.

“Giovanni blieb in meinem Herzen und die Leute liebten ihn, weil er deutscher ist als viele Deutschen. Dann war da noch die Nummer mit dem ‚Strunz‘, die die Leute auch in Deutschland zum Lachen brachte, nicht nur in Italien. Alle liebten ihn, auch weil er den Spieler angegangen hatte, der sich gegenüber der Presse geäußert hatte“, sagte Rummenigge.

Trapattoni hatte die Bayern von 1994 bis 1995 und von 1996 bis 1998 trainiert. Der Italiener wurde mit den Münchner Deutscher Meister und holte auch den DFB-Pokal.