Trainer-Zoff in Polen!
Paulo Sousa will als Nationaltrainer von Polen zurücktreten - Verband verweigert Freigabe
Ärger um BVB-Legende: Lewy „schockiert“
Der ehemalige BVB-Profi Paulo Sousa will als Cheftrainer der polnischen Nationalmannschaft zurücktreten - doch der Verband verweigert die Freigabe.
Cezary Kulesza, der Präsident des polnischen Fußballverbandes PZPN, bestätigte auf Twitter das Rücktrittsgesuch des ehemaligen portugiesischen Fußballstars, der in seiner aktiven Karriere unter anderem für Benfica Lissabon, Juventus und Inter Mailand spielte und seit dem Champions-League-Sieg 1997 auch in Dortmund Legendenstatus besitzt.
BVB-Legende Paulo Sousa will Polen verlassen
„Paulo Sousa hat mich heute darüber informiert, dass er seinen Vertrag mit dem Verband in gegenseitigem Einvernehmen auflösen möchte“, schrieb Verbandsboss Kulesza am Sonntagnachmittag.
Sousa habe ein anderes Arbeitsangebot erhalten. Der polnische Fußballverband wolle dies aber nicht akzeptieren, stellte Kulesza klar.
„Dies ist ein äußerst unverantwortliches Verhalten, das nicht den früheren Erklärungen des Trainers entspricht“, erläuterte Kulesza. Er habe deshalb „entschieden abgelehnt“.
Lewandowksi von Trainer schockiert
Besonders brisant und mit Sicherheit ein entscheidender Faktor für die Haltung Kuleszas: Polen hat sich für die Playoffs der WM-Qualifikation qualifiziert und hofft noch auf die Teilnahme am Winter-Turnier in Katar. Ende März trifft das Team zunächst auf Russland, bei einem Sieg anschließend auf den Gewinner des Duells zwischen Schweden und Tschechien. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM-Qualifikation)
Der Bayern-Star Robert Lewandowksi, Kapitän der polnischen Auswahl, reagierte wie Kulesza mit Unverständnis auf die Entscheidung des Trainers. „Robert ist schockiert und überrascht über das Vorgehen von Trainer Sousa“, sagte Monika Bondarowicz, Medienberaterin des Angreifers, der polnischen Zeitung Interia.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge liegt Sousa eine Offerte von Flamengo Rio de Janeiro aus Brasilien vor. Dort soll der 51-Jährige einem Zweijahresvertrag zugestimmt haben - obwohl er noch ein Arbeitspapier als Nationaltrainer besitzt.
„Deserteur!“ Paulo Sousa in Polen am Pranger
In Polen stößt die Aktion von Sousa deshalb auf große Verwunderung. Von einem „unglaublichen Skandal“ ist bei Przeglad Sportowy, einem bekannten polnischem Sportmedium, die Rede. Sousa scheine „ein Meister des Vortäuschens“ zu sein.
„Deserteur“ titelte das Blatt am Montagmorgen in großen Lettern auf seiner neuesten Ausgabe - und markierte in einem Tweet mit dem Bild der Titelseite Sousas Twitter-Account. So, als solle er auf keinen Fall verpassen, wie es um die öffentliche Meinung im Land bestellt ist.
Der Portugiese hatte erst im Januar 2021 sein Amt als polnischer Nationaltrainer angetreten. Unter seiner Leitung schied das Team um Bayern-Star Lewandowski bei der Europameisterschaft im Sommer als Gruppenletzter früh aus.
Ob sich der polnische Fußballverband und der Trainer doch noch einigen können? Aktuell scheinen die Fronten verhärtet.