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EM-Quali: Debüt mit 40! Die kuriose Story eines Spätberufenen

Die kuriose Story eines Spätberufenen

Roberto Di Maio arbeitet eigentlich als Akademietrainer von San Marino. Doch der Routinier hat vom aktiven Fußball noch nicht genug. Und sorgt so für eine kuriose Geschichte.
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Roberto Di Maio arbeitet eigentlich als Akademietrainer von San Marino. Doch der Routinier hat vom aktiven Fußball noch nicht genug. Und sorgt so für eine kuriose Geschichte.

Die Geschichte von Roberto Di Maio ist eine, die der Fußball nur selten schreibt. Mit 40 Jahren beenden viele Sportler bereits ihre aktive Karriere. Nicht so der inzwischen 41-Jährige.

Im stolzen Alter von 40 Jahren und 193 Tagen debütierte der Innenverteidiger im März dieses Jahres für die Nationalmannschaft von San Marino. Damit ist er der älteste Debütant in einem Länderspiel der UEFA. Die Partie gegen Nordirland endete für San Marino, den Letztplatzierten der FIFA-Weltrangliste (Platz 207), mit einer 0:2-Niederlage.

Für Di Maio spielte das Ergebnis allerdings keine Rolle. „Ich war sehr stolz, für San Marino spielen zu dürfen. Ich hätte ohne Pause für zwei Stunden laufen können“, erklärte er bei der BBC. Auf die Frage, warum er für San Marino spielen würde, obwohl sie stets verlieren, entgegnete Di Maio nur: „Wer so etwas sagt, weiß nicht, was es bedeutet, für die Nationalmannschaft zu spielen.“

„San Marino hat mich aufgenommen“

Geboren wurde der Innenverteidiger in Neapel, er erhielt die Staatsbürgerschaft von San Marino erst, nachdem er zehn Jahre lang mit seiner san-marinesischen Frau verheiratet gewesen war. Inzwischen ist Di Maio in der Nationalmannschaft so etabliert, dass er auch beim Rückspiel gegen Nordirland am Samstag auf dem Platz stehen dürfte.

„Ich lebe hier, seit vielen Jahren, San Marino hat mich aufgenommen und ist mein zu Hause geworden“, schwärmte Di Maio. Auch Geld spiele für ihn keine Rolle, viel mehr ginge es um die Hingabe der Spieler.

Vom Trainer zum Nationalspieler

Ein weiterer besonderer Aspekt am Debüt von Di Maio ist seine eigentliche Arbeit. Diese verrichtet er als Akademietrainer für den Fußballverband von San Marino. Bei seinem ersten Training für die Nationalmannschaft habe er deshalb einige bekannte Gesichter seiner ehemaligen Schützlinge wiedergesehen. „Von jetzt an braucht ihr mich nicht mehr Chef nennen, sondern Roberto“, erlaubte Di Maio daraufhin.

Im Kader von San Marino stehen lediglich zwei Spieler, die den Fußball hauptberuflich ausüben. Di Maio selbst spielte lange Jahre in Italien, darunter auch bei US Lecce. Inzwischen läuft jedoch auch er in San Marino auf, und zwar bei SS Cosmos.

Langes Warten auf kleine Erfolge

Der letzte und bis dato einzige Sieg von San Marino ist ein 1:0-Erfolg aus dem Duell mit Liechtenstein von 2004. Deshalb seien die Ziele von San Marino häufig andere, als ein Spiel zu gewinnen. „Wenn wir uns fokussieren, aufopfern und einander helfen, können wir positive Ergebnisse erzielen. Wie zum Beispiel eine 0:4-Niederlage gegen Dänemark“, erklärte Di Maio und spielte damit auf das Spiel in der EM-Qualifikation Anfang September an.

Dennoch wartet man in San Marino sehnsüchtig auf den nächsten Erfolg der Nationalmannschaft und richtet seine Hoffnungen eher auf die Nations League als auf die EM-Qualifikation. Dort spiele San Marino vielleicht gegen ebenbürtigere Nationen.

Persönlich erhofft sich der 41 Jahre alte Di Maio, weiterhin Leute inspirieren zu können. „In dem Moment, in dem ich merke, dass mein Körper Dinge, die mein Gehirn möchte, nicht mehr umsetzen kann, werde ich meine Sachen packen“, gestand sich der Innenverteidiger jedoch bezüglich seiner Zukunft ein. Allerdings wolle er „von Tag zu Tag und Spiel zu Spiel“ schauen.