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Blatter zu Russland-Rückkehr: "Politik vom Sport trennen"

Blatter wünscht sich Russland-Rückkehr

Die Debatte um eine Wiederzulassung russischer Athleten und Mannschaften zu Großveranstaltungen beschäftigt derzeit den Weltsport.
Blatter (l.) war bis 2016 FIFA-Präsident
Blatter (l.) war bis 2016 FIFA-Präsident
© AFP/SID/FABRICE COFFRINI
Die Debatte um eine Wiederzulassung russischer Athleten und Mannschaften zu Großveranstaltungen beschäftigt derzeit den Weltsport.

Der frühere FIFA-Präsident Joseph S. Blatter befürwortet offenbar eine Rückkehr von Russland auf die globale Fußball-Bühne. „Ich bin kein Richter. Meine Meinung zu Russland: Man sollte die Politik vom Sport, vom Fußball trennen. Wir können nicht jedes Land, das sich mit einem anderen im Krieg befindet, ausschließen, sonst dürfte nicht nur Russland betroffen sein“, sagte Blatter der Sport Bild.

Blatters Nachfolger Gianni Infantino hatte sich zuletzt offen für eine Aufhebung des Banns gegen Russland gezeigt, „zumindest im Jugendbereich“, betonte er. „Und es gibt bereits mehrere Verbände, die russische Sportler teilnehmen lassen. Etwa beim Tennis oder in Kürze bei den Paralympischen Winterspielen in Italien“, führte Blatter aus. Sechs russische und vier belarussische Athletinnen und Athleten dürfen per Wildcard bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 15. März) antreten.

Im Fußball ist Russland seit dem Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine im Jahr 2022 ausgeschlossen. Das letzte Turnier mit russischer Beteiligung war dementsprechend die EM 2021, das letzte unter FIFA-Regie die Heim-WM 2018. In Bezug auf die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) kritisierte Blatter derweil Infantino und dessen Beziehung zum US-Präsidenten Donald Trump erneut scharf.

„Man muss dieses Turnier aufgrund der politisch instabilen Situation und der Sicherheitslage in den USA kritisch hinterfragen. Was in Minneapolis passiert ist, ist schlimmer als alles, was je in Katar passiert ist, das die WM 2022 ausgerichtet hat. Ich hoffe, dass König Fußball stärker ist als Politik und Ruhe einkehrt, sobald der Ball in den USA rollt“, sagte Blatter. Unter anderem nach zwei tödlichen Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE im Januar in Minneapolis war eine Debatte um die Sicherheitslage in den USA entbrannt.

Derweil stellte sich Blatter jedoch klar gegen einen Boykott, der aufgrund Trumps aggressiver Politik rund um Grönland und der ICE-Einsätze zuletzt öffentlich diskutiert worden war: „Ich bin gegen einen Boykott. Die wichtigsten Akteure im Fußball sind die Spieler, und die wollen unbedingt an der WM teilnehmen. Wenn Verbände entscheiden würden, wir fahren nicht, würde das einen Aufstand geben, auch unter den mehr als zwei Milliarden Fußballfans weltweit.“