Sie nannten ihn den „Napoleon des Fußballs“ - und wenige haben in seiner Heimat einen größeren Legendenstatus als er.
Vor neun Jahren verlor die Fußball-Welt einen ihrer Größten
Einer der ganz Großen des Fußballs
Heute vor neun Jahren starb Raymond Kopa, neben Michel Platini und Zinédine Zidane einer der Besten der französischen Fußball-Geschichte. Mit Real Madrid gewann er dreimal in Folge (1957 bis 1959) den Europacup der Landesmeister an der Seite des großen Alfredo Di Stéfano.
Bei der WM 1958 in Schweden wurde der schnelle und trickreiche Offensivspieler als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet und gewann im selben Jahr auch den Ballon d‘Or als Europas Fußballer des Jahres.
Raymond Kopa: Der „Napoleon des Fußballs“
Kopa wurde am 13. Oktober 1931 als Raymond Kopaszewski in Noeux-les-Mines im Norden Frankreichs geboren. Er war Sohn polnischer Einwanderer und Teil einer Bergarbeiterfamilie. Das Schuften in den Kohleminen schien auch seine Berufung zu sein - doch sein im Straßenfußball angeeignetes Talent führte ihn auf einen anderen Lebensweg.
„Ich war nur ein Dreikäsehoch“, schrieb er in seiner Biographie: „Aber ich hatte das Herz eines Anführers.“ Ein Unfall, bei dem er einen Finger verlor, bestärkte ihn endgültig in seinen Ambitionen, die Minenarbeit hinter sich zu lassen.
Im Jahr 1949 unterschrieb der 1,68 Meter kleine Kopa beim SCO Angers seinen ersten Profivertrag. Mit seinem Wechsel zu Stade Reims, mit dem er vier Meisterschaften gewann, nahm eine große Karriere Fahrt auf. Mit seinem zwischenzeitlichen Wechsel zu Real etablierte er sich auch als internationaler Star.
„Ich war der erste französische Spieler, der das Land verlassen hat. Viele Leute dachten, ich sei ein Verräter“, sagte Kopa einst. Das Gefühl, im Stich gelassen zu werden, verstärkte sich durch die Umstände seines Abgangs 1956: Im selben Jahr hatte er mit Reims noch das erste Finale im damals frisch etablierten Europapokal der Landesmeister erreicht - und ausgerechnet gegen Real verloren.
Historische Ehrung in Frankreich
Die Franzosen verziehen dem 1959 nach Reims zurückgekehrten Kopa und verehrten ihn, sie liebten sein leichtfüßiges Spiel. 1970 wurde ihm als erstem Fußballer überhaupt die Würdigung zuteil, in die französische Ehrenlegion aufgenommen zu werden.
Parallel zu seiner Fußballkarriere baute sich Kopa ein zweites berufliches Leben auf: Er betrieb einen Zeitschriften- und Tabakladen, war Co-Eigentümer eines Hotels und baute schließlich eine eigene Sportartikelmarke auf. Kopa blieb in der Heimat auch als TV-Experte präsent.
Am 3. März 2017 starb Kopa im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit in einem Krankenhaus in seinem langjährigen Lebensmittelpunkt Angers. Wenige Wochen später benannte die Stadt das örtliche Fußballstadion nach ihm.
Das traditionsreiche Fachmagazin France Football verleiht seit 2018 die Kopa-Trophäe an den besten U21-Spieler der Welt.