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Massen-Rücktritt bei Barcelona

Massen-Rücktritt bei Barcelona

Beim FC Barcelona geht es rund. Gleich sechs Aufsichtsräte schmeißen hin - und zeigen mit dem Finger auf Präsident Josep Maria Bartomeu.
Barca soll angeblich eine Firma beauftragt haben, die auf Social Media negative Kommentare über eigene Spieler verbreitet. Die Klub-Bosse weisen die Vorwürfe zurück.
. SPORT1
von SPORT1
am 10. Apr

Der FC Barcelona befand sich schon lange vor der Corona-Pandemie in der Krise. 

Doch nun nehmen die internen Probleme in der Führungsetage des spanischen Topklubs neue Formen an. 

Am späten Donnerstagabend traten bei Barca ganze sechs Aufsichtsräte geschlossen zurück. 

Emili Rousaud, Enrique Tombas, Silvio Elias, Maria Teixidor, Josep Pont und Jordi Clasamiglia erklärten ihren Abschied in einem gemeinsam unterschriebenen Statement. 

Die Vizepräsidenten Rousaud und Tombas waren zuvor von Präsident Josep Maria Bartomeu in Frage gestellt worden. 

Als Gründe für den Massen-Rücktritt führten die Aufsichtsräte die jüngsten Entscheidungen der Klub-Führung um Bartomeu und den Social-Media-Eklat "Barcagate" an. 

Kein Vertrauen in Präsident Bartomeu

"Wir haben diesen Punkt erreicht und sehen keine Möglichkeit, die Art und Weise, wie die Geschäfte des Klubs vor den wichtigen Herausforderungen der Zukunft und vor allem nach Pandemie geleitet werden, zu korrigieren."

Mit Blick auf den "unglücklichen Vorfall" Barcagate wolle man seine Enttäuschung zum Ausdruck bringen. Die Ex-Aufsichträte forderten, dass die verantwortlichen Parteien nach den laufenden Ermittlungen entsprechend belangt werden. 

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Hintergrund: Bartomeu soll das Unternehmen "I3 Ventura" damit beauftragt haben, durch die Verbreitung von Fake News in den sozialen Netzwerken das Erscheinungsbild der Klubführung in der Öffentlichkeit zu beeinflussen. 

Teil der Strategie soll es gewesen sein, Spieler wie Gerard Pique und Lionel Messi, aber auch Ex-Trainer wie Pep Guardiola zu diffamieren. Diese hatten sich zuletzt immer wieder kritisch zu Barcas Klubführung geäußert. Zwischen Mannschaft und Funktionären entsteht eine immer tiefere Kluft.

Barca reagiert mit Drohung

Der Klub reagierte am Karfreitag wenig erfreut: "Angesichts der schwerwiegenden und unbegründeten Anschuldigungen, die heute Morgen von Emili Rousaud in verschiedenen Medien erhoben wurden, bestreitet der FC Barcelona kategorisch jede Handlung, die als Korruption qualifiziert werden könnte, und behält sich daher das Recht vor, gegebenenfalls ein Strafverfahren einzuleiten." 

Am Mittwoch noch hatte Rousaud beim Radiosender Cadena Ser Unstimmigkeiten in der Barca-Führung durchblicken lassen: "Bartomeu rief mich an und sagte mir, er wolle das Management umbauen, weil er einigen der Direktoren misstraue, mich eingeschlossen. Er sagte mir, dass der Presse Dinge zugespielt worden seien, die die Spieler verärgert hätten, und er meinte, ich sei kritisch damit umgegangen, wie der Vorstand damit umgegangen sei." 

Zum Abschluss ihres Statements bedankten sich die bisherigen Aufsichtsräte für ihre Zeit bei dem einst so stolzen Klub aus Katalonien. 

Wie es mit Barca weitergeht, ist unklar.