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Ausverkauf beim FC Barcelona?

Ausverkauf beim FC Barcelona?

Der FC Barcelona will auf die enttäuschende Spielzeit reagieren. Lionel Messi fordert einen Umbruch - und der soll kommen: Zwölf Spieler sollen offenbar gehen.
Die Katalanen möchten sich offenbar von Quique Setien trennen und dann Xavi verpflichten. Weil der aber dieses Jahr noch nicht kann, wäre eine Übergangslösung denkbar.
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von SPORT1

Ein verärgerter Lionel Messi hatte die Marschrichtung nach dem enttäuschenden Endspurt in La Liga vorgegeben: "Wir müssen viel verändern, um wieder erfolgreich zu sein." 

Der Superstar des FC Barcelona dürfte damit mehrere Baustellen gemeint haben, die größte scheint aber das Personal zu sein.

Der Kader ist überaltert und bei weitem nicht mehr so erfolgshungrig wie früher. Hinzu kommen Spieler wie Ousmane Dembélé, denen eine schlechte Einstellung vorgeworfen wird, und Akteure, die schlichtweg zu wenig Qualität für die großen Ziele der Katalanen mitbringen.

In diesem Sommer soll daher ein gewaltiger Umbruch erfolgen - auch, um Messi zu beruhigen, der sonst tatsächlich über einen Vereinswechsel nachdenken könnte, nachdem es in den letzten Monaten mehrfach öffentliche Streits mit der Vereinsführung gegeben hatte. Auf der langen Verkaufsliste stehen dabei auch prominente Namen. 

Barca will 12 Spieler loswerden

Eigentlich ist die Saison für Barcelona noch nicht zu Ende, Anfang August steht das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League an, bei einem Erfolg dann das Finalturnier. Messi ließ aber zuletzt durchblicken, dass er sich keine großen Hoffnungen auf den Titel in der Königsklasse mache. Sogar ein Weiterkommen gegen den SSC Neapel (Hinspiel 1:1) erscheint derzeit alles andere als sicher. 

Ousmane Dembélé trifft erstmals auf Borussia Dortmund
Dortmund's French midfielder Ousmane Dembele (C) smiles as he has taken seat for the team photo during a press event of German first division Bundesliga football club Borussia Dortmund on August 9, 2017 in Dortmund, western Germany. / AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ        (Photo credit should read PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)
Celta Vigo's Moroccan midfielder Sofiane Boufal (R) checks on Barcelona's French forward Ousmane Dembele after resulting injured during the Spanish league football match between RC Celta de Vigo and FC Barcelona at the Balaidos stadium in Vigo on May 4, 2019. (Photo by Miguel RIOPA / AFP) / The erroneous byline appearing in the metadata of this photo by MIGUEL RIOPA has been modified in AFP systems in the following manner: [Miguel Riopa] instead of [Oscar Pozo]. Please immediately remove the erroneous mention[s] from all your online services and delete it (them) from your servers. If you have been authorized by AFP to distribute it (them) to third parties, please ensure that the same actions are carried out by them. Failure to promptly comply with these instructions will entail liability on your part for any continued or post notification usage. Therefore we thank you very much for all your attention and prompt action. We are sorry for the inconvenience this notification may cause and remain at your disposal for any further information you may require.        (Photo credit should read MIGUEL RIOPA/AFP via Getty Images)
ESSEN, GERMANY - JULY 11:  Ousmane Dembele of Dortmund runs with the ball during the preseason friendly match between Rot-Weiss Essen and Borussia Dortmund at Stadion Essen on July 11, 2017 in Essen, Germany.  (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
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Die Akte Dembélé

Auch deswegen hat der Klub als größtes Ziel des Sommers wohl schon ein anderes ausgemacht: die Verpflichtung von Lautaro Martínez. Die Verhandlungen sollen gleich nach dem Ende der Königsklasse Fahrt aufnehmen. 

Der Stürmer von Inter Mailand wird aber alles andere als günstig, für deutlich unter 100 Millionen Euro wird der Argentinier wohl kaum zu haben sein. Ein weiterer Grund, warum Barca unbedingt Spieler loswerden muss. Auf der Transferliste sollen nicht weniger als 12 Namen stehen. 

Neto, Nelson Semedo, Samuel Umtiti, Junior Firpo, Ivan Rakitic, Arturo Vidal, Dembélé, Martin Braithwaite und die von einer Leihe zurückkehrenden Carles Alená, Rafinha, Jean-Clair Todibo und Philippe Coutinho. Sie alle wollen die Katalanen laut Marca loswerden. Mit ihnen könnte ein Klub eine ganze Startelf zusammenstellen.

Den Verantwortlichen wird allerdings klar sein, dass es in Zeiten der Coronakrise nahezu unmöglich wird, für alle Akteure einen zahlungskräftigen Abnehmer zu finden. 

Coutinho und Dembélé als Tauschobjekte?

Daher könnte Barca versuchen, einige der Spieler als Gegenwert in Verhandlungen einzusetzen - um den gewünschten Umbruch herbeizuführen. 

Das gilt vor allem für Wunschtransfer Martínez, denn die Katalanen stecken finanziell in großen Schwierigkeiten. Kaum denkbar, dass sie derzeit eine Ablösesumme aufbringen können, die Inter akzeptieren würde. 

Die wertvollsten Tauschobjekte sind Coutinho und Dembélé. Auch Umtiti, Rakitic und Vidal könnten als Gegenwert fungieren. Es ist aber unklar, ob Inter an einem - oder mehrerer - dieser Spieler interessiert ist. 

Auch der Name Neymar geistert immer noch durch die Metropole am Mittelmeer. Eine Rückkehr des Brasilianers wäre mit Sicherheit ebenfalls nur möglich, wenn Paris Saint-Germain beispielsweise Dembélé als Gegenwert annehmen würde. 

Einen Transfer, der in diese Richtung geht, hat Barca für die kommende Spielzeit bereits getätigt. Arthur verließ den Klub für 72 Millionen Euro in Richtung Turin. Im Gegenzug wechselte Miralem Pjanic für 60 Millionen Euro von Juventus Turin nach Barcelona. Ein Deal, der zeigt, in welche Richtung die Verantwortlichen in diesem Transferfenster denken könnten.

Blanc als Übergangstrainer im Gespräch

Auch auf der Trainerposition soll es Veränderungen geben. Die französische Sportzeitung L'Équipe und das spanische Blatt Sport berichten übereinstimmend, dass Quique Setién seinen Posten am Saisonende räumen soll. Als Nachfolger wird der Franzose Laurent Blanc gehandelt. Allerdings nur vorübergehend.

Denn im Sommer 2021 will Barca den Umbruch endgültig abschließen. Dann soll die Klub-Legende Xavi das Traineramt übernehmen, der Spanier coacht derzeit den katarischen Al-Sadd Sport Club.

Setién wird sich derweil um ein versöhnliches Ende bemühen. Ein guter Saisonabschluss in der Königsklasse würde dem FC Barcelona auch finanziell mehr Spielraum geben.

Eines ist jedoch schon jetzt sicher: Nach der Champions League steht in Katalonien ein turbulenter Sommer an.