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Xavi überrascht mit „nächstem Messi“

Xavi überrascht mit „nächstem Messi“

Beim erfolgreichen Debüt von Xavi als Trainer des FC Barcelona standen vor allem zwei Youngsters im Fokus. Ein Fingerzeig in Richtung Zukunft?
Bei Barcelona setzt man zurzeit auf Stars der Vergangenheit. Präsident Joan Laporta erklärt, dass sich Barca durchaus auch mit Messi und Iniesta beschäftigt.
Maximilian Schwoch
Maximilian Schwoch
von Maximilian Schwoch

Ist das der Weg, der dem FC Barcelona wieder zu altem Glanz verhilft?

Mit einem 1:0-Sieg im Stadtderby gegen Espanyol Barcelona feierte Xavi ein erfolgreiches Trainerdebüt für die Katalanen. Das Spiel war kein Grund, in Ekstase zu geraten, Memphis Depay erlöste Barca mit seinem Treffer vom Elfmeterpunkt.

Und dennoch war bereits abzusehen, wie sich Xavi sein neues Barcelona vorstellt. Bereits in der Startelf überraschte der 41-Jährige mit einem Namen: Ilias Akhomach. (Service: Ergebnisse und Spielplan von La Liga)

Barca-Debütant erinnert an Messi

Der 17-Jährige absolvierte sein erstes Profispiel überhaupt. Und der Spanier mit marokkanischen Wurzeln zeigte direkt in Ansätzen, warum große Hoffnungen auf ihm ruhen. Im vergangenen Jahr bezeichnete ihn der damalige Nachwuchschef Patrick Kluivert als „nächsten Messi“. (Service: Tabelle von La Liga)

Und die Parallelen liegen durchaus auf der Hand. Akhomach ist wie Messi Linksfuß und vornehmlich auf dem rechten Flügel beheimatet, dazu technisch äußerst versiert und stark im Dribbling.

Er gilt als eines der aktuell größten Talente aus der Barca-Schmiede La Masia. Laut Mundo Deportivo schaute sich Xavi noch am Tag seiner Vertragsunterschrift das Spiel der zweiten Mannschaft gegen den FC Sevilla an. Dort glänzte Akhomach mit einem Doppelpack.

Gegen Espanyol versuchte Akhomach viel, machte das Spiel breit, zog aber auch einige Male in die Mitte, suchte zudem den Torabschluss. Xavi feuerte sein Juwel lautstark von außen an. „Dale, dale“ („los, los“) rief er seinem Offensivjuwel zu.

Abde lässt Potenzial aufblitzen

„Er ist ein Flügelspieler, der rennt, er kann einen Mann im Eins-gegen-Eins schlagen, er probiert Dinge aus, macht das Spielfeld breit“, beschrieb Oscar Hernandez, Xavis Bruder und Assistent die Stärken des 17-Jährigen.

Dennoch ließ ihn Xavi in der Halbzeit in der Kabine. Aus gutem Grund: Denn der neue Barca-Trainer hatte noch ein weiteres Juwel im Köcher: Ez Abde. Der 19 Jahre alte Marokkaner kam für Akhomach in die Partie und strotzte nur so vor Selbstvertrauen. Er suchte das Eins-gegen-Eins, war mit fast jedem Ballkontakt gefährlich.

Sonderlob von Xavi

Abde war in der zweiten Hälfte der beste Barca-Spieler. Und um ein Haar hätte er seine gute Leistung noch mit einem Tor gekrönt, doch sein Schuss aus guter Position flog über das gegnerische Tor. Zudem ließ er sich nicht vom Gegner einschüchtern, sah nach einem Handgemenge mit einem Gegenspieler die Gelbe Karte.

Eza Abde wurde gegen Espanyol eingewechselt
Eza Abde wurde gegen Espanyol eingewechselt

Vom Trainer gab es nach dem Spiel ein Sonderlob. „Er hat eine außergewöhnliche zweite Halbzeit gespielt. Er hat eine großartige Einstellung und diese Leichtfertigkeit, die ihn dazu bringt, den Außenverteidiger bei jeder Aktion zu attackieren“, sagte Xavi.

Abde, der bereits unter Interimstrainer Sergi Barjuan erste Minuten sammelte, ist im Gegensatz zu Akhomach kein La-Masia-Spieler – er kam im Sommer vom Viertligisten Hércules Alicante. Und doch könnte auch er als Symbol des Barca-Wegs unter Xavi dienen. Spielerisches Potenzial ist in diesem Klub reichlich vorhanden – im Gegensatz zu Geld.

Der Verein muss einen drastischen Sparkurs fahren, angesichts der 1,3 Milliarden Euro Schulden. Für Xavi wird es – neben dem sportlichen Erfolg – auch darum gehen, das immense Potenzial seiner Rohdiamanten zu entfalten.

Gegen Espanyol standen fünf Spieler in der Startelf, die 22 Jahre und jünger sind, drei davon waren sogar unter 20. Insgesamt acht der elf Spieler in der Startelf stammen – wie Xavi selbst - ursprünglich aus La Masia.

Die Erkenntnis, dass der eigene Nachwuchs eine zentrale Lösung sein könnte, um wieder zurück in die europäische Spitze zu finden, ist nicht neu. Auch Ronald Koeman erkannte dies und zog zu Saisonbeginn mit Gavi und Nico Gonzalez unter anderem zwei Talente hoch, die sich in der ersten Mannschaft bereits festgespielt haben und Millionentransfers wie Philippe Coutinho den Rang abgelaufen haben.

Doch wer kann den Juwelen das Barca-Gen besser einprägen als Xavi? „Wenn man anfängt zu gewinnen, ist alles einfacher“, konstatierte der Barca-Trainer nach der Partie. Die Euphorie bei den Fans ist auf jeden Fall zurück – auch wegen solcher Talente wie Akhomach und Abde.