Dino Toppmöller erklärt sein Blitz-Aus in Frankreich
Überraschendes Toppmöller-Aus offiziell
Dino Toppmöller spricht erstmals im Detail über sein überraschendes Aus in Lens. Die Loyalität zu einem Mitarbeiter kostete ihn den Job.
Rund zwei Wochen nach seinem überraschenden Aus beim RC Lens hat Dino Toppmöller die Hintergründe der Trennung näher erläutert. Der ehemalige Trainer von Eintracht Frankfurt machte im Podcast „Spielmacher von 360Media“ deutlich, dass nicht die sportlichen Ergebnisse ausschlaggebend waren, sondern Differenzen über die Zusammensetzung seines Trainerstabs.
Von Sportdirektor Jean-Louis Leca und Generaldirektor Benjamin Parrot sei ihm mitgeteilt worden, dass der Verein sich von seinem langjährigen Co-Trainer Nelson Morgado trennen wollte. Dieser sei „zu fordernd, zu laut, eckt mit zu vielen Menschen an“ und sei ein „Störfaktor“.
Toppmöller erzählte weiter: „Das Gespräch war in den zwei Stunden ein sehr harmonisches. Sie wollten mich davon überzeugen, dass es auch für mich besser wäre und für die ganze Gruppe.“
Toppmöller fiel „aus allen Wolken“
Auf seine Frage, was denn passiere, wenn er eine Trennung verweigern sollte, sah er sich mit dem eigenen Aus konfrontiert: „Dann haben sie gesagt, sie sehen diesen Schritt als so zwingend notwendig an, dass, wenn ich es nicht akzeptiere, sie einen großen Cut machen müssen.“
Doch die Verabschiedung von Morgado kam für den 45-Jährigen nicht infrage. „Er ist ein Mensch, der unfassbar viel arbeitet und das auch von seinen Mitstreitern verlangt.“
Vorwürfe habe er dem Kollegen nicht machen können: „Wenn ich gesehen hätte, dass da ein extremes Fehlverhalten stattgefunden hätte, dann hätte ich das natürlich nicht tolerieren können. Aber es war einfach nicht so.“ Deshalb sei er „aus allen Wolken gefallen“.
Toppmöller hatte den Job bei Lens erst Anfang Juli angetreten und zu Beginn unter anderem einen sensationellen Titeltriumph gegen Paris Saint-Germain im Supercup gefeiert. „Die Resultate waren gut, die Stimmung war gut. Der Kontakt zu den Fans war sofort da“, erklärte er.
Loyalität statt Job: Für Toppmöller keine Frage
Nach sechs Spielen war aus den genannten Gründen dann Schluss, was der Coach aber letztlich auch akzeptierte: „Wenn ich Werte hätte verletzen müssen, dann nehme ich das in Kauf, dass ich dann in dem Moment keinen Job habe. Für mich war es keine Überlegung wert, jemanden fallen zu lassen, der nichts Außergewöhnliches gemacht hat.“
Es sei ihm wichtig, „dass ich jetzt heute noch in den Spiegel schauen kann, anstatt am Spielfeldrand zu stehen.“