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Wieso Foreman nie mehr Schulz boxte

Wieso Foreman nie mehr Schulz boxte

Vor 25 Jahren gewann George Foreman nach einem skandalösen Urteil den Boxkampf gegen Axel Schulz - und verrät nun Details, was vor und nach dem Fight ablief.
Axel Schulz (r.) schlägt im Boxkampf nach George Foreman
Axel Schulz (r.) schlägt im Boxkampf nach George Foreman
© Getty Images
. SPORT1
von SPORT1
22.04.2020 | 21:30 Uhr

Diesen Kampf vor einem Vierteljahrhundert wird George Foreman niemals vergessen.

Es war der 22. April 1994, als die Box-Legende in Las Vegas gegen den bis dato in der internationalen Szene kaum bekannten Axel Schulz antrat. Und dieser damals 26 Jahre alte Deutsche machte nicht nur das Match seines Lebens, sondern "besiegte" Foreman auch - zumindest in den Augen vieler Experten. 

Schulz dominierte den Amerikaner, doch schickte er ihn nicht auf die Bretter. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Auch wenn nahezu alle Beobachter den Deutschen nach Punkten vorne sahen, entschieden die Ringrichter auf Sieg für Foreman. Zwei der drei Punktrichter urteilten 115:113 für den Altmeister,  der dritte immerhin 114:114.

Er schlägt und schlägt und schlägt: Er schlägt auch dann noch weiter, als sein Gegner schon orientierungslos durch den Ring taumelt. Er schlägt, als gehe es um Leben und Tod - und das ist es ja auch, was die schwitzende, brodelnde Menge im Höllenloch von Kinshasa will und skandiert: "Ali boma ye" - Töte ihn! Töte George Foreman, diesen überheblichen, selbstgefälligen Meister aller Klassen
Ali lässt Foreman am Leben, aber er tötet den Mythos vom unschlagbaren Champion und macht sich selbst endgültig unsterblich. Kurz vor Ende der achten Runde in jenem Kampf, der vor 40 Jahren als "Rumble in the Jungle" in die Geschichte eingeht, zerschellt der bis dahin in 40 Kämpfen ungeschlagene George Foreman im Schlaghagel des damals immerhin schon 32-jährigen Ali. SPORT1 blickt zurück auf den 30. Oktober 1974
Vor 45 Jahren kam es in Kinshasa zum legendären Rumble in the Jungle
Foreman KO'd By Ali In 'Rumble In The Jungle'
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Rumble in the Jungle: Ali versus Foreman

Das skandalumwitterte Ringurteil ließ einen völlig überraschten Schulz zurück. Doch nicht nur der gebürtige Brandenburger konnte die Niederlage damals kaum fassen.

Auch Foreman war verdutzt. "Als ich da im Ring stand und auf das Urteil wartete, war ich genauso schockiert wie alle, dass ich gewonnen hatte", gab Foreman nun in der Bild zu.

Foreman unterschätzte Schulz

"Der Typ lieferte mir einen Kampf, den ich nie vergessen werde", lobte er seinen damaligen Widersacher.

LOS ANGELES, CA - JANUARY 25: Deontay Wilder (L) and Tyson Fury face off during a news conference at Fox Studios on January 25, 2020 in Los Angeles, California. (Photo by Kevork Djansezian/Getty Images)
DIRIYAH, SAUDI ARABIA - DECEMBER 07: Anthony Joshua poses for a photo with the IBF, WBA, WBO & IBO World Heavyweight Title belts after the IBF, WBA, WBO & IBO World Heavyweight Title Fight between Andy Ruiz Jr and Anthony Joshua during the Matchroom Boxing 'Clash on the Dunes' show at the Diriyah Season on December 07, 2019 in Diriyah, Saudi Arabia (Photo by Richard Heathcote/Getty Images)
Illustration picture shows the WBA world champion belt in marge of a boxing training session in Charleroi, Thursday 17 October 2019 in Charleroi. On Saturday Belgian Merhy and Hungarian Szello will fight for the interim World Boxing Association World Cruiser Title. BELGA PHOTO VIRGINIE LEFOUR (Photo by VIRGINIE LEFOUR/BELGA MAG/AFP via Getty Images)
DUESSELDORF, GERMANY - NOVEMBER 28:  Tyson Fury in action with Wladimir Klitschko during their IBF/IBO/WBA/WBO World Heavyweight Championship title fight at Esprit-Arena on November 28, 2015 in Duesseldorf, Germany.  (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)
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Die einzig wahren Box-Weltmeister

Foreman hatte Schulz schlichtweg unterschätzt: "Ich war damals wie ein Zauberer, der einen Trick aufführen wollte. Doch dann zog ich den falschen Hasen aus dem Hut und wünschte mir, ihn wieder reinstecken zu können. Aber es ging nicht."

"Ich hielt ihn für einen ex­trem durchschnittlichen Kämpfer. Ich dachte wirklich: Das wird einfach. In der dritten, vielleicht in der vierten Runde haue ich ihn k.o.", erklärte der heute 71-Jährige.

Doch der Knockout klappte nicht. "Axel hatte ein Kinn aus Eisen. Wie ein Fels. Ich konnte ihn einfach nicht umhauen, dabei zähle ich zu den härtesten Schlägern der Box-Historie", sagte Foreman.

Axel Schulz auf dem 40. Geburtstag von Frankziska Knuppe
Axel Schulz zu Beginn seiner Karriere. 1990 gab er sein Profidebüt.
Axel Schulz vs. George Foreman
George Foreman und Axel Schulz im Weltmeisterschaftskampf in Las Vegas
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Boxen: Axel Schulz - seine Karriere in Bildern

Er selbst habe wie der feige Löwe in "Zauberer von Oz" ausgesehen. "Er verpasste mir eine Tracht Prügel. Und niemand hatte mir vorher gesagt, dass dieser Typ ein paar Tricks auf Lager hatte", sagte die Box-Ikone.

Box-Legende verweigerte Rückkampf

Bei einer Niederlage hätte Foreman denn auch keine Revanche verlangt. "Nicht einmal um meinen Titel zurückzuholen. Diesen Kampf hätte ich kein zweites Mal gewollt", sagte Foreman, der schon 1974 gegen Muhammad Ali gekämpft hatte.

Foreman hatte genug von einem Kampf gegen Schulz. Er gab sogar lieber seinen WM-Titel ab, als noch einmal gegen den Deutschen antreten zu müssen: "Das Schulz-Lager bot mir damals viel Geld für ein Rematch mit Axel an. Aber ich sagte nur: Auf gar keinen Fall! Ich kam damals lebend aus dem ersten Duell heraus und wollte nichts mehr riskieren."

Auch Schulz hatte sich vor kurzem im Gespräch mit SPORT1 an den legendären Kampf zurückerinnert - und dabei gewissen Wehmut über die seinerzeit verpasste Chance durchklingen lassen.

"Im Ausland musst du den Gegner umhauen", benannte er ein ungeschriebenes Gesetz der Branche als Grund, weshalb ihm der Sieg nicht zugesprochen worden sei.