Anzeige

Trevor Berbick: Die Tragödie um Tysons ersten Rivalen

Trevor Berbick: Die Tragödie um Tysons ersten Rivalen

Trevor Berbick hat Duelle gegen Muhammad Ali und Mike Tyson in seiner Box-Vita. Selbst den WM-Gürtel hatte er kurzzeitig inne. In Erinnerung bleibt er aber aus einem anderen Grund - und wegen seines tragischen Endes.
Schwergewichts-Weltmeister Tyson Fury liefert sich mit Deontay Wilder einen Fight für die Ewigkeit. Fury ging gleich zweimal zu Boden und kam dann mit einem spektakulären Knock-Out zurück.
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann
von Martin Hoffmann

Er war der letzte Gegner des großen Muhammad Ali – und das Karriere-Sprungbrett für ein junges Talent namens Michael Gerard Tyson.

Trevor Berbick war in gewisser Weise die Schnittstelle zwischen zwei Box-Generationen und schrieb damit Sportgeschichte. (NEWS: Alles zum Boxen)

Doch die persönliche Geschichte des Mannes, der am „Judgment Day“ heute vor 35 Jahren vom damals 20 Jahre alten Mike Tyson entthront wurde, ist eine überaus hässliche.

Sie endete mit der Ermordung des früheren Schwergewichts-Weltmeisters in der jamaikanischen Heimat.

Trevor Berbick: Olympia 1976 und Muhammad Ali

Berbick, 1976 als talentierter, aber unerfahrener Boxer bei Olympia in Montréal früh gescheitert, war nach den Spielen nach Kanada übergesiedelt und startete dort eine erfolgreiche Profi-Karriere, fünf Jahre danach folgte das erste WM-Duell mit einer Legende: Larry Holmes behielt in 15 Runden in Las Vegas die Oberhand.

Acht Monate später war Berbick Kontrahent eines schon weit über den Zenit hinausgeschrittenen Ali, der damals schon Symptome seiner Parkinson-Erkrankung zeigte. Berbick gewann das nicht ohne Grund als „Drama in Bahama“ bezeichnete Duell in der Karibik nach Punkten.

Manny Pacquiao v Keith Thurman
Manny Pacquiao v Keith Thurman
ARCHIE MOORE
JACK DEMPSEY
+18
Boxen: Die besten pound-for-pound-Boxer der Geschichte mit Klitschko, Ali, Mayweather

Mike Tyson beendet Berbicks kurze Regentschaft

Im Jahr 1986 folgte das kurze Rendezvous mit dem Weltmeister-Thron, nach einem Punktsieg über Pinklon Thomas gewann er den WBC-Titel – den er nach nur einem Kampf wieder abtrat: Das Box-Wunderkind Tyson ließ Berbick auf seinem Weg zum jüngsten Schwergewichts-Champ aller Zeiten keine Chance – K.o. in der 2. Runde.

Obwohl Berbick seine Karriere noch bis zum Jahr 2000 ausdehnte, war der Kampf gegen Tyson das Letzte, was es von ihm auf diesem Niveau zu sehen gab. Mit 45 Jahren machte Berbick Schluss – größere Schlagzeilen hatte er da schon länger nur noch aus trüben Gründen geschrieben.

Haftstrafe wegen Vergewaltigung

Ähnlich wie Rivale Tyson musste Berbick 1992 wegen Vergewaltigung ins Gefängnis. Der Mann, der in der Box-Metropole Las Vegas zum Kirchenprediger geworden war, hatte einen sexuellen Übergriff gegen die Babysitterin seines Kinds begangen.

Zu fünf Jahren Haft verurteilt, kam er nach 15 Monaten auf Bewährung frei – und handelte sich mit einem Auflagenverstoß eine Abschiebung in die frühere Wahlheimat Kanada ein. Auch dort gab es dann juristischen Ärger um seine Aufenthaltsberechtigung, nach längerem Hin und Her zog es Berbick schließlich doch zurück in die USA – wo er 2002 erneut des Landes verwiesen wurde.

Tragisches Ende in der Heimat

In der Heimat Jamaika endete das Leben des vierfachen Familienvaters in einer Kirche im jamaikanischen Norwich: Berbick wurde mit einem Stahlrohr erschlagen.

Ein 20 Jahre alter Neffe und ein Mittäter wurden wegen Mordes bzw. Totschlags verurteilt. Ein familiärer Streit um Grundbesitz soll vorausgegangen sein.

Trevor Berbick wurde 52 Jahre alt.