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Boxen: Das traurige Ende des Mannes, der gegen Mike Tyson durchgriff

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Boxen: Das traurige Ende des Mannes, der gegen Mike Tyson durchgriff

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Das traurige Ende einer Box-Ikone

Mills Lane war nicht nur berühmt als der Mann, der Mike Tyson für den Ohrbiss gegen Evander Holyfield disqualifizierte. Nach 20 gesundheitlich schweren Jahren ist er nun gestorben.
Mills Lane disqualifizierte Mike Tyson (l.) für den Ohrbiss gegen Mike Tyson
Mills Lane disqualifizierte Mike Tyson (l.) für den Ohrbiss gegen Mike Tyson
© Imago
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann

Er war ein Ringrichter, der bekannter war als viele Box-Weltmeister - nun ist er nicht mehr am Leben.

Mills Lane, bekannt vor allem auch als der Mann, der Mike Tyson für seinen berühmt-berüchtigten Ohrbiss gegen Evander Holyfield disqualifizierte, ist am Dienstag in seinem Haus in Reno, Nevada verstorben. Sein Sohn Terry bestätigte dies ESPN, Mills Lane wurde 85 Jahre alt, er hinterlässt seine Frau Kaye und einen weiteren Sohn. (NEWS: Alles zum Boxen)

Lane, berühmt für seinen Ausruf „Let‘s get it on“ ging es gesundheitlich seit vielen Jahren schlecht: Er war seit einem 2002 erlittenen Schlaganfall teilweise gelähmt und konnte kaum noch reden. „Die letzten 20 Jahre waren ziemlich hart, um ehrlich zu sein“, berichtete Sohn Terry, der als Manager ebenfalls im Boxen arbeitet.

Mills Lane disqualifiziert Mike Tyson für Ohrbiss gegen Holyfield

Mills Lane, einst selbst Profiboxer im Weltergewicht war in den achtziger und neunziger Jahren der prominenteste, weil charakterlich markanteste Unparteiische seines Sports.

Er leitete zahlreiche WM-Fights mit Legenden wie Tyson, Holyfield, Lennox Lewis, Thomas „Hitman“ Hearns und dem im vergangenen Jahr verstorbenen „Marvellous“ Marvin Hagler. Lane erwarb sich als einen Ruf als einer, der notfalls hart durchgreift - zementiert im Tyson-Holyfield-Fight.

Denkwürdig war dabei auch Lanes Antwort auf Tysons Versuch, seinen irren Ausraster zu leugnen - er hatte anfangs behauptet, dass ein Schlag die Wunde verursacht hätte. Lanes kurze Replik: „Bullshit.“

Mills Lane war auch als TV-Persönlichkeit berühmt

Lane war auch deswegen berühmt, weil er seinen Ruf auch abseits des Boxrings vermarktete: In den USA war er drei Jahre lang als Fernsehrichter „Judge Mills Lane“ zu sehen - er hatte tatsächlich Jura studiert und praktizierte als Richter und Staatsanwalt praktiziert.

Auch in Deutschland bekannt war er außerdem als Figur der satirischen MTV-Animationsserie „Celebrity Deathmatch“, in der die Ebenbilder bekannter Promis tödlich endende Kämpfe ausfochten - Lane lieh seinem animierten Ebenbild, das die Kämpfe leitete, seine Stimme. Running Gag war, dass er in der Show auch wild-absurdeste Waffengewalt mit den Worten „I‘ll allow it“ für legal erklärte.

Mills Lane leitete bei "Celebrity Deathmatch" satirische Promi-Kämpfe wie Sylvester Stallone gegen Arnold Schwarzenegger
Mills Lane leitete bei "Celebrity Deathmatch" satirische Promi-Kämpfe wie Sylvester Stallone gegen Arnold Schwarzenegger

Er trat auch als Gaststar bei WWE auf (in der berühmten Fehde zwischen Boss Vince McMahon und Superstar „Stone Cold“ Steve Austin) und in der Disney-Serie „Buzz Lightyear of Star Command“, wo er einen Richter vertonte. Der folgenschwere Schlaganfall beendete seine Showbiz-Karriere.

Lane zog 2013 in die Hall of Fame des Boxens ein.