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Zehnkämpfer Kaul in Götzis Fünfter

Zehnkämpfer Kaul in Götzis Fünfter

Weltmeister Niklas Kaul ist in Götzis solide in die Olympia-Saison gestartet.
Kaul hat einen durchwachsenen ersten Tag absolviert
Kaul hat einen durchwachsenen ersten Tag absolviert
© FIRO/FIRO/SID
SID
von SID
30.05.2021 | 19:02 Uhr

Weltmeister Niklas Kaul ist in Götzis solide in die Olympia-Saison gestartet, hat bei seinem ersten Zehnkampf seit 2019 aber noch reichlich Luft nach oben offenbart.

Beim Sieg des überragenden Kanadiers Damian Warner, der mit 8995 Punkten hauchdünn an der magischen 9000er-Marke vorbeischrammte, landete der 23 Jahre alte Mainzer als bester Deutscher mit 8263 Punkten auf Rang fünf und blieb erwartet klar hinter seiner Leistung beim Gold-Coup von Doha (8691) zurück.

Im Kampf um die drei deutschen Olympia-Tickets empfahlen sich in Österreichs Mehrkampf-Mekka der frühere WM-Dritte Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) als Siebter (8122) und Mathias Brugger (Ulm) als Zwölfter (8073) zumindest mit Einschränkungen.

Kaul kämpfte sich durch seinen berühmten starken zweiten Tag noch von Platz elf zur Halbzeit weit nach vorne. Wichtigste Erkenntnis: Der im Vorjahr operierte Ellbogen hält, mit 71,49 m war Kaul in seiner Spezialdisziplin mit dem Speer der klar Beste. Im Weit- und Hochsprung sowie über 110 m Hürden schnitt Kaul sogar besser als in Doha ab. In den Wurfdisziplinen ist der Rückstand zu seinen Topwerten allerdings wie erwartet noch groß.   

Dem überragenden Sieger Warner fehlte im abschließenden 1500-m-Rennen nur eine gute halbe Sekunde, um nach Weltrekordler Kevin Mayer (Frankreich/9126) sowie den nicht mehr aktiven Ex-Weltrekordlern Ashton Eaton (USA/9045) und Roman Sebrle (Tschechien/9023) als vierter Athlet in den 9000er-Klubs einzuziehen. Sollten Mayer und Warner in Tokio in Bestform antreten, wird es für Kaul schwer bis aussichtslos im Kampf um Gold.    

Warner war in zwei Disziplinen so stark wie noch kein Athlet zuvor in einem Wettkampf: Im Weitsprung überbot er mit 8,28 m die bisherige Bestmarke von Rio-Olympiasieger Eaton (8,23), über 110 m Hürden pulverisierte er in 13,36 Sekunden seinen eigenen Bestwert (13,44). Über 100 m schrammte er in 10,13 Sekunden nur eine Hundertstel an seinem Zehnkampf-"Weltrekord" vorbei. 

Im Siebenkampf der Frauen bewarb sich Vanessa Grimm (Königstein) mit Platz fünf und der persönlichen Bestleistung von 6316 Punkten nachhaltig für einen Olympiastart. Der Sieg ging mit Jahresweltbestleistung von 6651 Punkten an die Ungarin Xenia Kriszan.