Teenagerin wird zur Gold-Favoritin

Teenagerin wird zur Gold-Favoritin

Christine Mboma läuft über 400 Meter die siebtschnellste Zeit in der Geschichte. Damit schwingt sie sich zur Topfavoritin für die Olympischen Spiele auf.
Christine Mboma sorgte mit ihrer Zeit für Aufsehen
Christine Mboma sorgte mit ihrer Zeit für Aufsehen
© Imago
. SID
von SID
am 9. Juli

Mit der siebtbesten Zeit einer Frau über 400 m in der Leichtathletik-Geschichte hat sich die Teenagerin Christine Mboma aus Namibia zur Topfavoritin für die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) über die Stadionrunde aufgeschwungen.

In 48,54 Sekunden pulverisierte die 18-Jährige beim Meeting in Bydgoszcz die bisherige Weltjahresbestzeit von Rio-Olympiasiegerin Shanae Miller-Uibo (Bahamas) um 0,54 Sekunden und verbesserte zudem ihren eigenen Juniorinnen-Weltrekord sogar um 0,68 Sekunden.

Mboma muss bei Olympia niemand fürchten

Die bis zu Saisonbeginn nur einem kleineren Expertenkreis bekannte Afrikanerin muss in Tokio keine Konkurrentin fürchten. Weltmeisterin Salwa Eid Naser (Bahrain) wurde nur wenige Stunden vor Mbomas Traumrunde wegen Dopings letztinstanzlich für zwei Jahre gesperrt. Miller-Uibo, die derzeit alleine noch mit Mboma auf Augenhöhe scheint, will sich in Tokio auf die 200 m konzentrieren. 

Entdecke die Welt der SPORT1-Podcasts auf podcast.sport1.de, in der SPORT1 App sowie auf den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Google Podcast, Amazon Music, Deezer und Podigee abrufbar

Nur diese beiden Athletinnen waren zuletzt bei der WM 2019 in Doha auch noch schneller als Mboma auf der Stadionrunde unterwegs: Naser stürmte dabei in der Siegerzeit von 48,14 Sekunden auf Platz drei der ewigen Bestenliste, während Miller-Uibo in 48,37 Sekunden immerhin Rang sechs erreichte.

Als Nummer drei der Weltjahresbestenliste war Mbomas Teamkollegin Beatrice Masilingi in ihrem bislang besten Rennen der Olympia-Saison schon fast eine Sekunde (0,99 Sekunden) langsamer als das neue "Wunderkind".

Uralt-Weltrekord von Koch in Gefahr

Nicht mehr ganz eine Sekunde fehlte Mboma in Polen, wo die einheimische Europameisterin Justyna Swiety-Ersetic auf Rang zwei mehr als drei Sekunden Rückstand hatte, zum Weltrekord. Seit 1976 steht die Uralt-Bestmarke von Marita Koch aus der ehemaligen DDR bei 47,60.

Die heutigen Topläuferinnen aus Deutschland können von Mbomas Zeit nur träumen. Corinna Schwab aus Chemnitz war bei ihrer deutschen Jahresbestzeit Mitte Juni im tschechischen Kladno in 51,65 Sekunden exakt 2,11 Sekunden langsamer.