Vetter-Wut nach Sieg: Scheiß-Event!

Vetter-Wut nach Sieg: Scheiß-Event!

Beim Diamond-League-Finale der Leichtathleten verhindert Speerwerfer Johannes Vetter mit Ach und Krach eine Niederlage - und gerät danach in Wut über den Veranstalter.
Speerwerfer Johannes Vetter
Speerwerfer Johannes Vetter
© Imago
Lisa Obst
von SPORT1
am 13. Juli

Es war ein Wechselbad der Gefühle. Und am Ende gab es auch eine gute Portion Frust - nicht nur wegen der gerade noch verhinderten Niederlage nach zuletzt 17 Siegen in Serie.

Speerwurf-Ass Johannes Vetter hat in seinem achten Wettkampf der Saison erstmals die 90-Meter-Marke verfehlt und trotzdem den Sieg beim letzten Diamond-League-Meeting in Gateshead (Großbritannien) davongetragen.

Der Offenburger, dessen Weltjahresbestweite bei 96,29 Meter steht, gewann zehn Tage vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in Tokio mit 85,25 m vor dem deutschen Meister Julian Weber (Mainz).

Allerdings war der Wettkampf in einem gewöhnungsbedürftigen Modus entschieden worden: Die Top Drei nach fünf Versuchen warfen in einem einzigen weiteren Wurf den Sieger aus. 

Auch sonst herrschte Unverständnis, vor allem bei Vetter. (NEWS: Alles zu den Olympischen Spielen)

Vetter wettert gegen Diamond-League-Veranstalter

"Ich bin sehr enttäuscht", wetterte der 28-Jährige im TV-Interview: "Die Organisatoren haben hier einen Belag hingelegt, auf dem man sich nur die Beine brechen kann. Im letzten Versuch habe ich alles reingelegt. Ich war das erste und letzte Mal hier!"

Auf Instagram legte er später noch nach: Was für ein Scheiß-Wettbewerb! Ich suche normalerweise nicht nach Ausreden, aber ich bin wirklich enttäuscht von den heutigen Bedingungen und der Organisation. Es begann mit einer super rutschigen Strecke, anscheinend ist dem Veranstalter das erhöhte Verletzungsrisiko egal, gefolgt von einer lächerlichen Wartezeit vor unserem letzten Versuch, nur um der TV-Übertragung zu gefallen."

Die Macher der Diamond League erwarteten "professionelle und außergewöhnliche Leistungen und Ergebnisse, bieten aber nicht die entsprechenden Bedingungen - peinlich!"

Vetter schloss seinen Beitrag mit den Worten: "Wenigstens habe ich den Sieg gesichert. Vielleicht wäre das Preisgeld besser in eine neue Strecke investiert. Erst mit einer geeigneten Strecke werde ich mir überlegen, ob ich wiederkomme oder nicht."

Vetter, nicht zuletzt wegen seiner Weltjahresbestleistung großer Goldfavorit in Tokio, trainierte zuletzt intensiv und erreichte dennoch im entscheidenden Versuch die Top-Weite des Tages.

Mihambo landet auf Platz zwei

Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz), wiederum die am 4. Juli in Stockholm erstmals die Sieben-Meter-Marke geknackt hatte, wurde mit 6,65 m im finalen Versuch Zweite hinter der Ukrainerin Maryna Bech-Romantschuk (6,67).

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)