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Eine wie Gina Lückenkemper?

Eine wie Gina Lückenkemper?

Sprint-Hoffnung Philina Schwartz holt sich den Meistertitel über 60 m - und will die Nachfolgerin von Gina Lückenkemper werden.
Philina Schwartz, Deutsche Meisterin über 60 Meter, gibt Einblicke in ihren Umgang mit Druck, ihre persönlichen Ambitionen und verrät auch, wer früher ihr Vorbild war.
Sprint-Hoffnung Philina Schwartz holt sich den Meistertitel über 60 m - und will die Nachfolgerin von Gina Lückenkemper werden.

Philina Schwartz strahlte, Deutschlands neue Sprint-Hoffnung winkte nach ihrem Coup überglücklich ins Publikum - und machte dann eine kesse Ansage für die Zukunft. Denn: Schwartz will irgendwann die Rolle von Gina Lückenkemper einnehmen.

„Jedes Mädchen möchte gerne ihre Nachfolgerin werden, natürlich auch ich“, sagte Schwartz auf sportschau.de über ihr Idol: „Sie ist für alle das große Vorbild, steht seit Jahren an der Sprintspitze in Deutschland. Irgendwann möchte ich an dieser Stelle stehen.“

Hallensaison wie im Traum

In Dortmund stand Schwartz jetzt schon einmal ganz oben auf dem Siegerpodest, in 7,18 Sekunden sicherte sich die Aufsteigerin der Saison bei den deutschen Meisterschaften den prestigeträchtigen Sieg über die 60 Meter. „Es hat heute sehr viel Spaß gemacht“, sagte die erst 19-Jährige aus Berlin, die anders als ihr Vorbild Lückenkemper ihre große Stärke am Start hat.

Die Hallensaison verlief für Schwartz bisher wie im Traum, ihre persönliche Bestzeit über die 60 m verbesserte sie im Vergleich zum Vorjahr um zwei Zehntelsekunden auf 7,16 Sekunden. Hochgerechnet auf die 100 m würde dies bedeuten, dass die Fach-Abiturientin im Sommer an der 11-Sekunden-Marke kratzen könnte. Doch daran will Schwartz noch nicht denken.

„Jetzt steht der Winter an und die WM“, sagte sie und richtete damit den Fokus auf die Titelkämpfe in der Halle im polnischen Torun (20. bis 22. März): „Dann schauen wir mal, was im Sommer kommt. Deswegen möchte ich mich nicht mit Zeiten beschäftigen.“

„Leistungssportbubble“ noch Neuland

Eine echte Erklärung für ihren Leistungssprung hat selbst Schwartz nicht, schließlich sei sie noch „gar nicht so lange in der Leistungssportbubble drin“, wie sie im Vorfeld von Dortmund sagte.

Vor fünf Jahren wechselte die gebürtige Oberhausenerin nach Berlin, seit drei Jahren trainiert sie bei ihrem Coach Max Schnicke. Und hat vor allem ihre Technik verbessert. „Wenn man Videos vergleicht, dann sieht jetzt alles harmonischer aus, wie ich laufe“, sagte Schwartz.

Der neue Schub hat Schwartz jetzt zu ihrem ersten größeren Titel geführt, natürlich wird da das Interesse an ihrer Person größer. „Ich finde es total toll, wenn Leute mich interviewen wollen. Gleichzeitig fällt es mir noch schwer, immer die richtigen Worte zu finden, weil das alles neu für mich ist“, sagte sie unbekümmert: „Aber ich denke, das kriege ich gut hin.“ Vielleicht auch das irgendwann so gut wie ihr großes Vorbild Lückenkemper.