Leichtathletik>

Mihambos Appell: "Gibt vieles, was man unterschätzen kann"

Deutscher Star spricht Mahnung aus

Zum neunten Mal in Folge wird Malaika Mihambo Deutsche Hallenmeisterin in Dortmund. Die Weitspringerin ist dennoch nicht ganz zufrieden - und nimmt sich für den Sommer Großes vor.
Nach dem Gewinn des deutschen Hallenmeistertitels erklärt Malaika Mihambo, was sie für den Sommer positiv stimmt, wo sie aber dennoch selbstkritisch bleibt.
Zum neunten Mal in Folge wird Malaika Mihambo Deutsche Hallenmeisterin in Dortmund. Die Weitspringerin ist dennoch nicht ganz zufrieden - und nimmt sich für den Sommer Großes vor.

Weitspringerin Malaika Mihambo hat ihre Titelserie bei den deutschen Hallenmeisterschaften fortgeführt und zum neunten Mal in Folge die Goldmedaille gewonnen. 6,57 Meter reichten, um sich in Dortmund vor der Zweitplatzierten Libby Buder durchzusetzen, die eine Sprungweite von 6,41 Meter erreichte.

Gänzlich zufrieden mit ihrer Leistung war die 32-Jährige nach dem Erfolg allerdings nicht. Bei SPORT1 betonte sie, dass sie in dieser Saison noch nicht das erhoffte Niveau erreicht habe. Sie weiß, „dass da noch Reserven und Potenzial sind“.

Der Wettkampf habe ihr zwar Spaß gemacht: „Aber wenn es nicht ganz so läuft und man immer ein bisschen ratlos zurückbleibt, fehlt dann auch die absolute Leichtigkeit und Freude.“ Immerhin: Sie wisse zum Teil aber schon, wo sie sich verbessern könne: „Letztendlich ist es aber auch gar nicht so wichtig, weil es ja um die Saison draußen geht.“

Mihambo sagt für Weltmeisterschaft ab

Die Hallensaison wird Mihambo am kommenden Freitag beim ISTAF INDOOR in Berlin daher schon beenden. Für die im März anstehende Hallen-WM in Torún (Polen) hatte sie bereits abgesagt.

Der Fokus liegt klar auf der Outdoor-Saison mit der Europameisterschaft in Birmingham vom 10. bis 16. August als Highlight. Im Hinblick auf die Sommersaison ist Mihambo „zuversichtlich, dass ich es dann spätestens da wirklich hinbekomme, die Weite umzusetzen“.

Auf dem Weg zur nächsten internationalen Medaille warten in den kommenden Monaten zunächst zwei Trainingslager auf die gebürtige Heidelbergerin, auf die sie sich sehr freue, „weil man einfach nochmal fokussierter trainieren kann“.

Mihambo gab zudem einen Ausblick auf die anstehenden Termine vor der EM im August: „Ein paar Diamond Leagues, Meetings in Deutschland und die deutschen Meisterschaften“ stehen auf dem Programm.

Mihambo will Medaillenserie fortsetzen

In Birmingham will die Olympiasiegerin und zweimalige Weltmeisterin in Topform sein, um ihre beeindruckende Medaillenbilanz bei internationalen Großereignissen fortzusetzen. Seit 2016 hat sie bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen insgesamt neun Medaillen geholt.

Dennoch ist sie sich bewusst, dass bei jedem einzelnen Wettkampf alles passen muss, um am Ende erfolgreich zu sein. Auch deshalb plädierte sie bei SPORT1 für mehr Fairness in der Beurteilung von sportlichen Leistungen.

Mihambo mahnt: „Gibt vieles, was man unterschätzen kann“

„Es gibt sehr vieles, was man unterschätzen kann. Zum einen natürlich körperliche Befindlichkeiten, aber auch, wie es den Athleten mental, familiär, privat geht. Das sehen ja alle Leute nicht. Kämpft man mit irgendwas?“, erklärte Mihambo.

„Ich glaube, man muss auch einfach zulassen, dass man sagt: ‚Hey, hier hat jemand nicht das erreicht, was er will.‘ Das hatte sicher seine Gründe", meinte der Leichtathletik-Star.

Die 32-Jährige, die eine eigene Stiftung aufgebaut hat und sich sozial engagiert, wünsche sich mehr Verständnis für die Gründe, die hinter den sportlichen Leistungen stecken.