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Das wurde aus der größten Leichtathletik-Legende der Welt

Das wurde aus dem Weitsprung-King

Am 29. Juli 1996 gelang Carl Lewis sein vierter Olympiasieg in Folge. Die US-Legende holte mit 35 Jahren noch einmal Weitsprung-Gold. Doch hinter den Medaillen verbarg sich ein Leben mit vielen Kontroversen und einem bemerkenswerten Leben nach dem Sport.
Carl Lewis gewann 1996 in Atlanta zum vierten Mal in Folge Olympia-Gold im Weitsprung
Carl Lewis gewann 1996 in Atlanta zum vierten Mal in Folge Olympia-Gold im Weitsprung
© IMAGO/Norbert Schmidt
Am 29. Juli 1996 gelang Carl Lewis sein vierter Olympiasieg in Folge. Die US-Legende holte mit 35 Jahren noch einmal Weitsprung-Gold. Doch hinter den Medaillen verbarg sich ein Leben mit vielen Kontroversen und einem bemerkenswerten Leben nach dem Sport.

Carl Lewis wurde 1961 in Alabama geboren und wuchs in New Jersey auf. Schon früh kam er über seine Eltern mit der Leichtathletik in Berührung. Was zunächst als Talent sichtbar wurde, entwickelte sich in den 1980er-Jahren zu einer der größten Karrieren der Sportgeschichte.

Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles gewann „King Carl“ vier Goldmedaillen. In den folgenden Jahren dominierte er Sprint und Weitsprung wie kaum ein anderer Athlet seiner Generation. Vor allem als der wohl beste Weitspringer aller Zeiten entwickelte er eine beispiellose Konstanz.

Atlanta 1996: Der letzte große Triumph

Als die Olympischen Spiele 1996 begannen, glaubten viele Beobachter nicht mehr an eine Goldmedaille für Lewis. Der Superstar war bereits 35 Jahre alt und hatte mit Verletzungen zu kämpfen. Viele jüngere Athleten galten als Favoriten. Doch Lewis bewies erneut seine außergewöhnliche Wettkampfhärte.

Am 29. Juli 1996 gewann er mit einem Sprung auf 8,50 Meter die Goldmedaille im Weitsprung und wurde damit nach 1984, 1988 und 1992 zum vierten Mal in Folge Olympiasieger in derselben Disziplin. Damit zog er mit Diskus-Legende Al Oerter gleich, dem zuvor als einzigem Athleten vier Olympiasiege in derselben Einzeldisziplin gelungen waren. Für viele Leichtathletik-Fans war es der perfekte Abschied der wohl größten Leichtathletik-Legende der USA.

Das berühmte Duell mit Mike Powell

Untrennbar mit Lewis verbunden bleibt auch sein legendärer Zweikampf mit Mike Powell. Bei der WM 1991 in Tokio sprang Powell den bis heute gültigen Weltrekord von 8,95 Metern. Lewis zeigte an diesem Abend dennoch eine der besten Leistungen der Leichtathletik-Geschichte und sprang mehrfach weiter als der damalige Olympiasieger Bob Beamon bei seinem legendären Rekord von 1968.

Obwohl Lewis den Weltrekord nie zurückeroberte, bleibt er für viele Experten der größte Weitspringer aller Zeiten – vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Konstanz über mehr als eineinhalb Jahrzehnte: ihm gelangen beispielsweise 14 der 20 weitesten Sprünge überhaupt. Seine neun Goldmedaillen bei Sommerspielen wurden bisher lediglich von Schwimmer Michael Phelps überboten.

Carl Lewis: Das Leben nach dem Sport

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn verschwand Lewis nicht aus der Öffentlichkeit. Er arbeitete als TV-Experte, Motivationsredner und sportpolitischer Kommentator. Zudem engagierte er sich immer wieder für Bildungsprojekte und soziale Initiativen.

Er blieb seiner schillernden Persönlichkeit treu und zog sich nie zurück. Stattdessen nutzte er seinen Bekanntheitsgrad für gesellschaftliche Themen wie Diskriminierung oder auch seine vegane Lebensweise und Positionierungen innerhalb des Sports.

Der Versuch einer politischen Karriere

Weniger bekannt ist, dass Lewis zeitweise auch politische Ambitionen entwickelte. 2011 plante er eine Kandidatur für den Senat des Bundesstaats New Jersey. Die Bewerbung scheiterte letztlich an formalen Voraussetzungen bezüglich seines Wohnsitzes.

Dennoch zeigte die Episode, dass Lewis auch jenseits der Leichtathletik Einfluss nehmen wollte.

Was macht Carl Lewis heute?

Heute arbeitet Lewis vor allem als Trainer und Uni-Coach. An seiner Alma Mater, der University of Houston, betreut er Leichtathleten und gibt seine Erfahrungen an die nächste Generation weiter.

Zugleich tritt er regelmäßig als Gastredner auf und äußert sich zu gesellschaftlichen Themen, Sportpolitik und Gesundheit. Mit über 60 Jahren ist er immer noch eng mit der Leichtathletik verbunden.