Deutschlands Sprint-Star Gina Lückenkemper hat im Rahmen der Leichtathletik-EM in Birmingham erneut offen über ihre gesundheitlichen Probleme gesprochen. Die Folgen ihres Zeckenbisses spürt sie noch immer.
Leichtathletik-EM: Lückenkemper war "die ersten 30 Meter orientierungslos"
„Ersten 30 Meter orientierungslos“
„Ich hatte angesprochen, dass das Gleichgewichtssystem einfach so den größten Treffer davongetragen hat und ich jetzt eine ganze Weile damit zu kämpfen hatte, dass ich vor allem auf den ersten 30 Metern komplett orientierungslos gewesen bin“, erzählte die 29-Jährige am Dienstag am ZDF-Mikrofon.
Bei der deutschen Meisterschaft vor rund zwei Wochen, bei der Lückenkemper ihren achten Titel über 100 Meter knapp verpasste, hatte sie erstmals vom Zeckenbiss gesprochen: „Mich hat vor vier Wochen eine Zecke am Hinterkopf erwischt“, sagte sie dort dem ZDF: „Ich habe dadurch zwei Wochen Trainingsausfall gehabt. Ich musste Antibiotikum nehmen, diese Scheiß-Zecke hat echt ein paar Mal das Nervensystem gebissen.“
Fehlendes Gleichgewicht bereitet Lückenkemper Probleme
Das fehlende Gleichgewicht stellt für die 100-Meter-Europameisterin von 2022 große Probleme dar: „Ich weiß nur nicht, wo ich mich gerade befinde im Raum. Aus der tiefen Startposition bin ich einfach so ein bisschen orientierungslos, das wird dann im Rennverlauf besser“, erklärte sie nun auf Nachfrage von Moderatorin Maral Bazargani.
Am Montag hatte Lückenkemper den Finaleinzug über die 100 Meter klar verpasst. Dennoch war sie mit ihrer Leistung zufrieden: „Ich bin gestern schon zufrieden gewesen mit dem Rennen und bin es auch heute nach wie vor. Es war keine einfache Saison“, stellte sie fest. „Die ersten drei Schritte waren für meine Verhältnisse richtig, richtig gut. Mir fehlt so ein bisschen die Routine. Das ist halt der Part, bei dem ich seit dem Zeckenbiss so die Probleme hatte“, erklärte sie beim erstmaligen Blick auf ihr Rennen vom Vortag.
Auf ihre Saison angesprochen, kam sie den Tränen nahe: „Ich war mir zwischenzeitlich nicht sicher, ob ich hier bei der EM überhaupt stehen kann am Ende. Es war echt nicht einfach dieses Jahr. Ich kann einfach nur dankbar sein, dass ich am Ende hier stehen konnte.“
Bessere Bedingungen für Lückenkemper in der Staffel
Eine Medaillenchance hat Lückenkemper allerdings noch. Am Samstag findet die 4×100-Meter-Staffel der Frauen statt. Als Teil des deutschen Quartetts holte sie bei den vergangenen beiden Großereignissen, der WM 2025 und Olympia 2o24, jeweils die Bronzemedaille. 2022 gelang sogar der EM-Titel.
Für Lückenkemper werden dann auch das Ergebnis aus ihrem Rennen und die Probleme mit dem Gleichgewicht keine große Rolle mehr spielen. „Eine Einzelleistung aus dem Block ist etwas komplett anderes. Man hat nur eine Athletin, die aus dem Block rennt. Die anderen sind an einer ganz anderen Position“, erklärte sie und fügte mit einem Schmunzeln an: „Nicht alle müssen auf den Schuss reagieren, das macht auch schon viel aus, vor allem in meinem Fall zum Beispiel.“