Berlin-Marathon: Pfeiffer erklärt Abbruch
Der Plan ist maximal offensiv: Esther Pfeiffer will beim Berlin-Marathon den deutschen Rekord angreifen. Bei ihrem ersten Marathon mit großen Rekordambitionen macht die 29-Jährige vom Start weg ernst – doch dann nimmt das Rennen eine bittere Wendung.
Es hätte eigentlich der Tag der Esther Pfeiffer werden sollen. Die 29-Jährige hatte bereits im Vorfeld angekündigt, im Rahmen des Berlin Marathons den deutschen Rekord anzugreifen. Nach zehn Kilometern lag sie auch auf Kurs für eine Zeit unter 2:19 Stunden – und damit unter der Rekordmarke von Irina Mikitenko, die seit 2008 bei 2:19:19 Stunden steht.
„Ich werde ein Tempo einschlagen, das auf den deutschen Rekord hinausläuft. Das ist mein großes Ziel und die Jagd soll am Sonntag beginnen“, hatte Pfeiffer vor dem Rennen selbstbewusst angekündigt: „Ich glaube, wenn man auf sowas trainiert und sein Leben dem auch widmet und unterordnet, dann macht es keinen Sinn, ein halbherziges Ziel zu formulieren.“
Doch nur wenige Kilometer später zerplatzte der große Traum. Nach rund 14 Kilometern musste Pfeiffer das Rennen sichtlich niedergeschlagen abbrechen. Magenprobleme machten eine Fortsetzung unmöglich.
Die große Rekord-Jagd endet vorzeitig
„Ich bin traurig und untröstlich. Ich hätte gerne die sehr starke Vorbereitung in ein erfolgreiches Ergebnis umgemünzt“, sagte Pfeiffer nach dem Rennen. Aus dem öffentlich angekündigten Angriff auf den deutschen Rekord wurde damit ein bitterer Abbruch noch vor der Halbmarathon-Marke.
Ehemann und Profi-Läufer Hendrik Pfeiffer erklärte anschließend, dass auch der enorme Druck vor dem Rennen eine Rolle gespielt habe. „Leider hat der enorme Erwartungsdruck heute seinen Tribut gefordert und sich unter anderem auf den Magen ausgewirkt“, erklärte er; „Esther ist das Rekordtempo angelaufen, doch aufgrund des angeschlagenen körperlichen Zustandes ging es dann nicht mehr.“
Dabei hatte Pfeiffer ihre Vorbereitung über Monate auf genau diesen Tag ausgerichtet. Wenige Stunden nach dem Rennen zeigte sie sich in einem Instagram-Video entsprechend niedergeschlagen. Sie sei „unfassbar enttäuscht“ und betonte, welche Bedeutung der Berlin-Marathon für sie gehabt hätte: „Ich habe im letzten Jahr für diesen Marathon gelebt.“
Nur zwei Stunden Schlaf vor dem Rekordversuch
Offen sprach Pfeiffer darüber, dass bereits die Nacht vor dem Rennen alles andere als optimal verlief. Nach eigenen Angaben hatte sie lediglich rund zwei Stunden geschlafen. Für einen Marathon am absoluten Leistungslimit eine denkbar schwierige Ausgangslage.
Das Selbstvertrauen im Vorfeld des Marathons kam nicht von ungefähr. In den vergangenen Jahren hatte sie sich auf den Unterdistanzen deutlich gesteigert. Beim Berlin-Halbmarathon lief sie im März 1:07:25 Stunden – ihre Bestzeit über zehn Kilometer drückte sie anschließend auf 30:45 Minuten. Damit war sie auf beiden Distanzen bereits schneller unterwegs als Mikitenko vor ihrem deutschen Marathonrekord.
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Auf die Marathon-Distanz konnte sie diese Zeiten jetzt nun aber noch nicht übertragen. Beendet ist ihr Rekordprojekt allerdings noch lange nicht. Hendrik Pfeiffer kündigte bereits an: „Sie wird zurückkommen und hat im Marathon noch viel vor.“